Im Reich der Paletten
24.03.2026 Wohlen, GewerbeFirmenapéro der Donatorenvereinigung des FC Wohlen bei der Planzer Transport AG
Die Donatoren des FC Wohlen erhielten beim Firmenapéro einen Blick hinter die Kulissen des Logistikzentrums der Planzer Transport AG in Villmergen. Anschliessend sprach CEO Nils ...
Firmenapéro der Donatorenvereinigung des FC Wohlen bei der Planzer Transport AG
Die Donatoren des FC Wohlen erhielten beim Firmenapéro einen Blick hinter die Kulissen des Logistikzentrums der Planzer Transport AG in Villmergen. Anschliessend sprach CEO Nils Planzer über die Zukunft der Branche.
Josip Lasic
Hochregale, Paletten und Kartons, wohin das Auge reicht: Wer sich im 70 000 Quadratmeter grossen Logistikzentrum der Planzer Transport AG in Villmergen nicht auskennt, könnte sich leicht verirren. Beim Firmenapéro der Donatorenvereinigung des FC Wohlen konnte das nicht passieren. Ortskundige Mitarbeiter führten die Gäste in drei Gruppen durch den Betrieb und sorgten dafür, dass niemand verloren ging. Passend zum Anlass zeigten Leute mit Bezug zum FC Wohlen den Besuchern die Lagerräume. Franz Schmid gehörte zur Mannschaft, die 2002 den Aufstieg in die Nationalliga B schaffte. Heute ist er der Marketingverantwortliche des FC Wohlen, arbeitet daneben bei Planzer und leitete eine der Donatoren-Gruppen auf dem Rundgang. Marco Haller, Filialleiter des Planzer-Standorts in Villmergen, gehörte 2000 zum Team, das den Aufstieg in die Nationalliga B knapp verpasste. «Als ich weg war, ging es bergauf», sagte er augenzwinkernd. Haller übernahm ebenfalls eine Besuchergruppe.
Villmergen ist einer von 84 Standorten des Unternehmens in der Schweiz und im Ausland. 400 der insgesamt 7000 Angestellten arbeiten im Freiamt. In Villmergen werden vor allem Waren aus der Food- und Pharmabranche konfektioniert und kommissioniert. «Ich bin mir sicher, dass jeder schon einmal ein Produkt gekauft hat, das hier in Villmergen verarbeitet wurde», sagte Haller. Der Rundgang machte die enorme Grösse des Logistikzentrums deutlich. Für Aussenstehende sahen viele Gänge und Lagerräume fast gleich aus. Der Weg führte immer wieder an Hochregalen mit unzähligen Paletten und Kartons vorbei. Der Geruch half bei der Orientierung. Der Duft von Tierfutter verriet beispielsweise eine neue Abteilung, auch wenn sie sich optisch kaum von den anderen Gängen unterschied. «Wer Futter für seine Haustiere bei ‹Fressnapf› online bestellt, erhält es höchstwahrscheinlich aus unserem Lager hier», ergänzte Haller.
System erlaubt kaum Fehler
Fachkundig erklärte der Filialleiter, wie das Logistiksystem der Planzer AG funktioniert. Lagerung, Verpackung, Etikettierung und Transport greifen präzise ineinander. Deshalb erlaubt das System nur wenige Fehler. Haller berichtete vom Ausfall einer der beiden Trafostationen, die den Betrieb mit Strom versorgen. Ein Teil des Logistikzentrums stand daraufhin still und gewisse Prozesse funktionierten nicht mehr. «Darunter leidet man einige Tage, bis der Rückstand wieder aufgeholt ist.» Zum Schluss betonte Haller, dass die Donatoren trotz längerer Führung nur rund 35 Prozent des Logistikzentrums gesehen hatten.
Autonomes Fahren als Zukunft
Nach dem Rundgang folgte ein Referat von Nils Planzer, dem CEO der Planzer Holding. Er führt den Betrieb in der dritten Generation. Planzer sprach über die Firma, Herausforderungen und die Zukunft der Logistik. Er erzählte auch, dass ihm ein Freund Marco Haller als Mitarbeiter empfohlen hatte: «Er sagte mir, dass Marco zwar nicht tschutten könne, aber immer renne. Selbst dann, wenn es nicht nötig ist. So wäre er auch bei der Arbeit.» Planzer erklärte, dass ein Teil der Lastwagenflotte bereits aus Elektro-Lkws besteht und dieser Anteil weiter steigen wird. Die Logistikbranche setzt auf Innovationen. In ländlichen Gebieten könnten künftig Drohnen Lieferungen übernehmen. Viel Potenzial sieht er auch im autonomen Fahren. «Ich habe das selbst in den USA schon erlebt. Als ich zu Hause in der Schweiz mein Auto wieder selbst lenken musste, war das beinahe schon frustrierend. Wenn das Fahrzeug autonom fährt, kann man drinsitzen und anderweitig produktiv sein oder sich einfach ausruhen.» Chauffeure werde es trotzdem weiterhin brauchen, betonte er. «Wenn ein Fahrzeug beim Kunden ankommt, können wir ihm schlecht sagen, dass er seine Ware selbst abladen soll. Die Arbeit der Chauffeure wird sich dann in diese Richtung verlagern», führte er weiter aus.
Nach Führung und Referat liessen die Donatorinnen und Donatoren des FC Wohlen den Abend bei einem gemeinsamen Essen ausklingen.


