Helden müssen schwitzen

  23.06.2026 Bremgarten

Erster Cosplaytreff mit Basar im Casino Bremgarten

Seit 2017 treffen sich im Cosplay-Atelier Bremgarten Menschen, die sich gerne als Superhelden oder andere Figuren aus Filmen und Computerspielen verkleiden. Am Samstag brachte der Verein die Community erstmals in die Region.

Vincenz Brunner

«Cosplay» ist ein Kofferwort aus «Costume» und «Play» und stammt ursprünglich aus dem Japan der 80er-Jahre. Mittlerweile ist es längst zusammen mit der Manga- und Animekultur nach Europa geschwappt, auch in der Schweiz gibt es grössere Events, beispielsweise in Basel. Und nun auch einen kleineren in Bremgarten. Im gemütlichen Rahmen trafen sich die Fans der Szene und Neugierige aus der Region. Allerlei Fanmaterialien wurden an verschiedenen Ständen feil geboten, es wurde «Magic the Gathering» und andere Tradingcard Games gespielt und sogar auf eine schnelle Runde «Dungeons und Dragons», ein Rollenspiel, wurde eingeladen.

Selbst gemacht oder gekauft

Auf der Bühne präsentierten sich derweil fünf Kostümierte und buhlten um die Gunst des Publikums. Nicht alle hatten ein Kostüm, das den hohen Temperaturen angemessen war. Am besten hat es wohl die Barbarin getroffen, da diese meist nicht viel Rüstung und auch sonst nicht sehr viel tragen. Andere konnten einem leid tun. Ganzkörperkostüme mit Masken oder Helmen stellten eine Herausforderung dar. Gewonnen hat den Contest Utinni, ein Jawa aus den Star-Wars-Filmen. «Ich habe diese Rolle gewählt, weil sie gut zu meinem Charakter passt. Ich mache auch gerne ‹Seich› und mag es, mit den Menschen zu interagieren. Ein kleiner herziger Kerl, so wie ich.» Eigentlich hatte der Verein Cosplay-Atelier einen Flohmarkt geplant. Dann kamen Anfragen von verschiedenen Künstlern aus der Szene und so hat man sich entschieden, das Angebot zu erweitern. «Es ist ein Anlass von der Community für die Community», so Präsident Florian Jäger. Das zeigt sich auch in den Standpreisen und allgemein in der familiären Atmosphäre. Es ist dies der erste Anlass, den der Verein alleine organisiert, davor hatte man mit dem Museum Aarau einmal einen Anlass auf die Beine gestellt. Florian Jäger verkleidet sich gerne als Mandalorian aus der gleichnamigen Serie, aber auch kindertauglicher als Super Mario. «Mein Mandalorian ist eine Eigenkreation, den gibt es so nicht.» Von gekauften, vorgefertigten Kostümen bis zu fantasievollen Eigenkreationen ist alles möglich. «Charaktere aus Animes gehen eigentlich immer, Demon Slayer ist da gerade besonders im Trend, Star Wars oder One Piece sind Evergreens», erklärt Florian Jäger.

Positives Fazit

Für Florian Jäger ist die Faszination hinter dem Hobby leicht zu erklären: «Man kann für ein paar Stunden dem oft grauen, realen Leben entkommen, komplett in eine andere Rolle schlüpfen, für kurze Zeit sein persönlicher Held sein und dabei seine eigene Kreativität voll ausleben.» Dass dieses Bedürfnis in der Region stark wächst, zeigt die Entwicklung des eigenen Vereins: Vor vier Jahren zählte das Atelier gerade einmal 20 Mitglieder, mittlerweile ist die Zahl auf stolze 60 angewachsen.

Der Verein zieht nach dem intensiven Event-Tag eine durchwegs positive Bilanz. «Schätzungsweise 100 bis 150 Besucherinnen und Besucher durften wir über den Tag hinweg begrüssen.» Die eingeschworene Cosplay-Community aus der ganzen Schweiz fand den Weg ins Reussstädtchen. Doch nicht nur Szenekenner liessen sich das Spektakel nicht entgehen. «Erfreulicherweise zog es auch zahlreiche neugierige Besucherinnen und Besucher ins Casino, die bisher kaum Berührungspunkte mit Cosplay hatten», resümiert Jäger. «Es herrschte den ganzen Tag über eine super Stimmung.»


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