Grosse Pläne fürs neue Jahr
27.02.2026 Villmergen, Region UnterfreiamtAus dem Jahresbericht der Dorf bibliothek Villmergen
Ein Blick in den Bericht zeigt: Die Dorfbibliothek ist weit mehr als eine Ausleihstelle. Das ganze Jahr über finden ganz viele Anlässe in diesen Räumen statt. Im laufenden Jahr soll der Ort noch mehr ...
Aus dem Jahresbericht der Dorf bibliothek Villmergen
Ein Blick in den Bericht zeigt: Die Dorfbibliothek ist weit mehr als eine Ausleihstelle. Das ganze Jahr über finden ganz viele Anlässe in diesen Räumen statt. Im laufenden Jahr soll der Ort noch mehr offen sein – das Team plant eine Open Library.
Chregi Hansen
Die Villmerger Bibliothek hat einen guten Ruf. Das beweist zum einen die Auswertung einer Umfrage, die im letzten Frühling durchgeführt wurde und an der sich 190 Personen beteiligt haben. Aber auch die Statistik über die Ausleihen zeichnet ein deutliches Bild. Die Ausleihen sind um 13 Prozent auf 36 971 gestiegen. Die Zunahme betrifft sowohl die physischen wie auch die digitalen Medien. Auch die Zahl der Besucher hat zugenommen, und zwar von 7818 auf 9098. Rechnet man auch die Eintritte der Veranstaltungen dazu, waren es 9847 Personen. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 9,6 Prozent.
Und in Zukunft könnten es noch viel mehr werden. Denn die Dorfbibliothek soll zu einer Open Library werden. So wird eine Bibliothek bezeichnet, die für Kundinnen und Kunden auch ohne Anwesenheit des Personals zugänglich ist, und zwar täglich von 12 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist mit einem zusätzlichen Abonnement und ab 18 Jahren möglich, die Ausleihe erfolgt über eine App. «Seit Beginn des Jahres sind wir an der konkreten Planung der Open Library. Derzeit gehen wir davon aus, dass die Eröffnung Mitte September 2026 erfolgen kann», erklärt die Leiterin Simona Steger. Damit würde Villmergen zu den ersten 20 Bibliotheken im Aargau gehören, welche dieses Angebot realisieren können. «Wir sind dankbar, in einer Gemeinde tätig zu sein, die fortschrittlich und innovativ handelt», so Steger.
«Greg’s Tagebuch» ist der grosse Renner
Aktuell zählt die Bibliothek 1752 Kunden, von denen 1104 auch Medien ausgeliehen haben. Die Auswertung der Statistik zeigt, dass die Kunden im Schnitt 29 physische Medien ausleihen. Das Angebot von E-Books nutzen nur 115 Personen, diese sind mit 43 Ausleihen im Schnitt dafür besonders aktiv. Die höchste Zahl an Ausleihen wird in der Kategorie «Belletristik für Kinder inklusive Bilderbücher» registriert, die mehr als einen Drittel aller Ausleihen ausmachen. Auf Platz zwei liegen die Sachbücher für Kinder, gefolgt von Belletristik für Erwachsene (inklusive Krimis). Den grössten Umschlag machen die Hörfiguren aus, jede von ihnen wird im Schnitt 5,6-mal ausgeliehen, auch die Aktivboxen (5,2) und die Comics für Kinder (4,42) sind sehr gefragt und viel im Umlauf. Mit bis zu 18 Ausleihen pro Jahr und Band ist «Greg’s Tagebuch» die beliebteste Buchreihe. Aktuell bietet die Villmerger Bibliothek 13 421 Medien an. Es wurden 1654 Medien neu eingekauft und 1021 ausgeschieden.
Beliebte Veranstaltungen
Die Bibliothek ist aber mehr als nur eine Ausleihe. Im vergangenen Jahr fanden 32 Veranstaltungen statt mit insgesamt 749 Personen. Nach wie vor sehr beliebt sind die Verslimorgen für die ganz Kleinen, die neunmal an einem Samstagmorgen stattfanden. Auch das BiblioWeekend und der Zauberworkshop stiessen auf Anklang, gut besucht sind jeweils auch die Geschichtenstunden im November und die Weihnachtsgeschichten im Dezember. Und das Puppentheater, dessen Aufführung in Zusammenarbeit mit dem Kulturkreis angeboten wurde, zog sogar 75 Besucher an.
Für die Schüler und Schülerinnen wurde zusammen mit dem Samariterverein ein Erste-Hilfe-Kurs angeboten. Zum ersten Mal fanden im Rahmen von «Kultur macht Schule» drei Comic-Workshops statt – diese kamen so gut an, dass sie dieses Jahr wiederholt werden. Auch die Lesung für Schüler und Schülerinnen der 8. und 9. Klasse war ein Erfolg.
Organisiert wurden aber auch Anlässe für Erwachsene. So unterhielten die Märchenerzählerinnen Ruth Hurych und Jaqueline Bürgi die Besucher am Sonntagmorgen mit Geschichten zum Thema Freundschaft, untermalt durch Flötenklänge. Erneut stellten die Buchhändlerinnen Ursina Boner und Ursula Huber im Frühling und Herbst literarische Neuheiten vor. Und ein besonderes Highlight war das erstmals durchgeführte Literaturfestival «Freiamt liest», das zusammen mit anderen Freiämter Bibliotheken organisiert wurde. Das Festival soll in zwei Jahren eine Wiederholung erfahren, wobei das Konzept leicht angepasst wird.
Bücherboxen sind Ziel von Vandalenakten
Gestartet wurde im vergangenen Jahr auch eine Zusammenarbeit mit dem Alterszentrum Obere Mühle. Seit Anfang 2025 wird in einer Box eine Auswahl von Medien für die Bewohner der Oberen Mühle zusammengestellt. Die Boxen werden alle zwei Monate ausgetauscht. Auch die Bücherboxen im Dorf erfreuen sich einer grossen Beliebtheit. Leider werden diese immer mal wieder durch Vandalen beschädigt und müssen ersetzt werden. Am meisten betroffen ist diejenige bei den Baumkapellen.
Abschied aus dem Team
Im vergangenen Jahr musste aber auch Abschied genommen werden. Zum einen wurde die Bibliothekskommission aufgelöst. Aber auch im Team gibt es Veränderungen. Nach 17 Jahren Mitarbeit in der Bibliothek, zeitweise auch als stellvertretende Leiterin, trat Susi Schwegler von ihrem Amt zurück. Das Team besteht aktuell aus Simona Steger (Leiterin), Angela Dobler (stellvertretende Leiterin), Marion Ziegler und Doris Kopp. Die vier Frauen haben im vergangenen Jahr wieder diverse Weiterbildungen besucht, so unter anderem Kurze zu künstlicher Intelligenz. Ein Thema, dass auch vor Bibliotheken nicht haltmacht.


