Geschichte kann unterhaltsam sein
17.03.2026 WohlenSchlössli: Leopold Altenburg und ein Urwald von Ahnen
Leopold Altenburg, Ururenkel von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Sisi, verbindet als Schauspieler, Buchautor und Krankenhausclown seine kaiserliche Herkunft mit der Welt des Clowns. Sein Programm «Prinz ...
Schlössli: Leopold Altenburg und ein Urwald von Ahnen
Leopold Altenburg, Ururenkel von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Sisi, verbindet als Schauspieler, Buchautor und Krankenhausclown seine kaiserliche Herkunft mit der Welt des Clowns. Sein Programm «Prinz und Clown» bietet unterhaltsame Einblicke in seine Familiengeschichte, Anekdoten und humorvolle Darbietungen.
Monica Rast
«Ich bin der erste Leopold, der den Weg in die Schweiz wagt», lacht Leopold Altenburg. Schliesslich haben die Eidgenossen im Mittelalter die Habsburger aus der Schweiz vertrieben.
Beim Genaueren betrachten sieht der Ururenkel von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Sisi eher wie ein Clown aus als ein Prinz. Das Gesicht gezeichnet vom vielen Lachen, die Wangen leicht gerötet, das Haar verwuschelt und den Augen wohnt der Schalk inne. Sympathisch, offen und sehr herzlich begrüsst der Prinz die rund 30 Zuschauer im Schlössli. «Ich wurde in die Schweiz gelockt. Heute das Kloster Muri und morgen die Habsburg und das Schlössli Altenburg», meint er schmunzelnd. «Als Zahnärztin unterzieht mich Sabine einer Wurzelbehandlung.»
Die Freiämterin Sabine Stadler ist der Grund, warum Leopold Altenburg überhaupt im Schlössli auftritt. Ihre Liebe zur Geschichte führte sie im Januar 2025, anlässlich einer Buchlesung Leopolds, nach Wien. Der Kontakt blieb bestehen und durch sein grosses Interesse an der Schweiz folgte er der Einladung Stadlers für eine royale Show im Schlössli.
Unter ständiger Beobachtung
Leopold Altenburg bezeichnet sich als «lebendes Relikt». In Graz aufgewachsen war die Schule für ihn als Legastheniker eine Qual. «Bei 35 Fehlern im Diktat hat der Lehrer aufgehört zu zählen», erzählt er im breiten Wiener Dialekt. «Irgendwie habe ich die Matur trotzdem geschafft.»
Durch den Namen Altenburg flog der Ururenkel des Kaisers unter dem Radar und hatte es auch nicht für notwendig gehalten zu erwähnen, dass er in einem Haus aufgewachsen war, wo verwandtschaftliche Porträts von jeder Wand nach dem Rechten sahen. «Ich fühlte mich ständig beobachtet und an die Schulpflicht erinnert.» Gegessen wurde mit Silberbesteck. Der ständige Besuch wurde nach dem Essen in den Salon geführt, wo unter Zigarrenrauch und mit türkischem Kaffee der 600 Jahre alten Habsburger Geschichte gefrönt wurde.
Während der Vater Prinz Peter seinen Sohn ermahnte, seine Herkunft nicht zu verleugnen und ihm die Namen und Titel seiner Abstammung einverleibte, meinte seine Mutter hingegen, sich nichts auf den Titel Prinz einzubilden. «Auch sie müssen das Klo selber putzen», erinnert er sich mit einem Lächeln an die Worte seiner Mutter.
Auf das Abenteuer «Ururenkel» eingelassen
«Eigentlich ist Juliane der Hauptgrund, warum ich mich mit meiner Geschichte auseinandergesetzt habe», erklärt er dem Publikum und schaut liebevoll zu seiner Frau. «Sie wollte 2015 in das Musical Elisabet und fragte sich, warum ich eigentlich als Ururenkel nicht die Uraufführung besucht hatte.» Wegen einer verpatzten Ticketbestellung blieb es nicht nur beim Musical-Besuch. Er liess sich auf das Abenteuer «Ururenkel» ein und schritt mit zahlreichen Prominenten über den roten Teppich. «Viel Prominenz, aber das grösste Interesse galt mir», erinnert sich der Schauspieler.
Merkwürdiges Gruppenbild
Etwas merkwürdig war das Gruppenbild mit den Darstellern vor der Show. «Da stand ich plötzlich in einem Urwald der Ahnen.» Die Neugierde war geweckt und durch das Recherchieren erfuhr er sehr viel über seine Familie. Es entstand das Buch «Der Kaiser und sein Sonnenschein», aus dem Leopold auch vorliest. So erfahren die Zuhörer, wie sein Grossvater unter dem Tisch von Kaiser Franz Josef I. spielte oder wie Leopold mit seinem Vater die Kaiservilla in Bad Ischl besuchte. Er erzählt vom Kauf des ersten Fernsehers, von



