Fokus auf Kindergarten
08.05.2026 WohlenAm Montag tagt der Einwohnerrat im Casino
Im März wurde die Sitzung bewusst kurz gehalten, damit nachher noch gefeiert werden konnte. Auch diesmal sind keine langen Debatten zu erwarten. Neben dem Kredit für einen neuen Doppelkindergarten gibt es keine happigen ...
Am Montag tagt der Einwohnerrat im Casino
Im März wurde die Sitzung bewusst kurz gehalten, damit nachher noch gefeiert werden konnte. Auch diesmal sind keine langen Debatten zu erwarten. Neben dem Kredit für einen neuen Doppelkindergarten gibt es keine happigen Geschäfte.
Chregi Hansen
Es geht am Montagabend erst um den Projektierungskredit. 155 000 Franken werden benötigt, um den Bau eines neuen Doppelkindergartens in Anglikon zu planen. Für den Bau selber wird dann mit Kosten von 2,25 Millionen Franken gerechnet. Dabei setzt die Gemeinde auf Bewährtes. Das neue Projekt soll so weit als möglich das laufende Bauprojekt im Farn kopieren. Auch dort wird derzeit ein Doppelkindergarten gebaut.
Der Betrag, um den es geht, ist also eher gering. Aber dafür ist die zeitliche Komponente umso wichtiger. Der Neubau soll im Sommer 2028 bereits bezugsbereit sein. Der Termindruck hat Gründe. In zwei Jahren läuft der Mietvertrag für die Räumlichkeiten in der Überbauung Wohlermatte aus. Und eine weitere Verlängerung um fünf Jahre kommt weder für den Gemeinderat noch für das Parlament infrage. Zu hoch ist der Mietzins, den die Gemeinde hier bezahlen muss. Die Miete (ohne Nebenkosten) beträgt jährlich 54 250 Franken, zuzüglich 2640 für zwei Parkplätze.
In der Wohlermatte befindet sich derzeit eine Abteilung. Eine weitere nutzt Räume im Schulhaus Anglikon.
Die beiden Abteilungen sollen nun in einem neuen Doppelkindergarten Platz finden. Das ermöglicht Synergien im Betrieb und in der Nutzung der Infrastruktur, dank der gemeinsamen Nutzung von Pausenplatz, Mehrzweckräumen und Spezialräumen. Durch den Auszug des Kindergartens aus dem Schulhaus wird hier Platz frei, um auch in Anglikon wieder ein Angebot machen zu können für Tagesstrukturen. Ein solches fehlt derzeit – Familien, die auf das Angebot angewiesen sind, müssen ihre Kinder ins Schulhaus Bünzmatt schicken, was für die meisten zu weit entfernt ist.
Vorhandenen Platz hinter dem Schulhaus nutzen
Mit dem Neubau eines Doppelkindergartens können also gleich zwei Probleme gelöst werden. Man kommt weg von der teuren Mietlösung in einem Mehrfamilienhaus und kann selbst wieder Tagesstrukturen anbieten in Anglikon. Zudem rücken Kindergarten und Schule enger zusammen. Der notwendige Platz ist auch vorhanden – hinter dem Schulhaus kann ein solcher Doppelkindergarten problemlos erstellt werden. Das Grundstück befindet sich bereits in der Hand der Gemeinde, hier steht auch schon ein Schulprovisorium.
Antworten zu Fasnachtsumzug und Kommissionen
Der Projektierungskredit steht klar im Zentrum der Einwohnerratssitzung. Grosse Opposition ist auch nicht zu erwarten – schliesslich hat das Parlament schon klargemacht, dass die teure Mietlösung ein Ende haben muss. Aber auch die übrigen Traktanden dürften kaum gross zu diskutieren geben. Behandelt werden zwei Antworten auf Anfragen. Zum einen diejenige der Mitte betreffend Fasnachtsumzug. Darin geht es um die in diesem Jahr verkürzte Route und die Tatsache, dass der Kirchenplatz während des Umzugs nicht gesperrt war.
Zum anderen geht es um die Anfrage von Laura Pascolin (SP) betreffend Zeitpunkt der Wahl der gemeinderätlichen Kommissionen. Sie störte sich daran, dass die gemeinderätlichen Kommissionen Mitte März noch nicht bestellt waren. In seiner Antwort macht der Gemeinderat deutlich, dass es nicht möglich ist, die Mitglieder der verschiedenen Kommissionen bereits am Ende einer Legislaturperiode zu wählen. Und in einer neuen Periode müsse man erst die Notwendigkeit der einzelnen Kommissionen klären und das Pflichtenheft festlegen. «Am 2. März wurden die Pflichtenhefte zu den einzelnen Kommissionen vom Gemeinderat genehmigt. Gleichentags wurden die politischen Parteien zwecks Nomination von Mitgliedern angefragt und mit den Pflichtenheften bedient. Dieses Vorgehen ist durchwegs üblich und wurde in der Vergangenheit stets ähnlich gehandhabt. Aus der dargestellten zeitlichen Abfolge ergeben sich keine Alternativen dazu», heisst es in der Antwort. Ein Blick auf die früheren Amtsperioden zeigt, dass dies nicht anders war.
Keine Waldschule möglich
Wenig zu diskutieren geben dürfte auch die Abschreibung des Postulats betreffend Nutzung des ehemaligen Forstwerkhofs als Aussenstation der Schule Wohlen. Grundsätzlich wären Gemeinderat und Schule gegenüber der Idee positiv eingestellt. Aber der Kanton hat bereits signalisiert, dass er eine solche Nutzung nicht bewilligen wird. Damit muss der Traum von einer Waldschule beerdigt werden.
Die Traktanden
Für die Sitzung vom kommenden Montag, 11. Mai, 19 Uhr, im Casino wurden folgende Traktanden festgelegt: 1. Eingänge und Mitteilungen. – 2. Inpflichtnahme Rafael Schürer, FDP. – 3. Bericht und Antrag zu Postulat betreffend den ehemaligen Forstwerkhof als Aussenstelle der Schule Wohlen (Waldschule): Kenntnisnahme und Abschreibung. – 4. Bericht und Antrag Doppelkindergarten und Tagesstrukturen Anglikon: Verpflichtungskredit Projektierung. – 5. Antwort zur Anfrage betreffend Fasnachtsumzug 2026. – 6. Antwort zur Anfrage betreffend Zeitpunkt der Wahl der gemeinderätlichen Kommissionen.

