«Es ist mir wirklich eine Ehre»
28.07.2026 WohlenInterview mit Dennis Lück, der in Wohlen am 1. August die Ansprache hält
Dennis Lück gilt als einer der renommiertesten Kommunikations- und Kreativexperten der Schweiz. Der preisgekrönte Werber wohnt seit vielen Jahren in Wohlen. An der Bundesfeier ...
Interview mit Dennis Lück, der in Wohlen am 1. August die Ansprache hält
Dennis Lück gilt als einer der renommiertesten Kommunikations- und Kreativexperten der Schweiz. Der preisgekrönte Werber wohnt seit vielen Jahren in Wohlen. An der Bundesfeier hält der gebürtige Deutsche die Festansprache.
Wie wohl fühlt man sich als Deutscher in der Schweiz?
Dennis Lück: Erst einmal muss ich da sagen, dass ich mich gar nicht so deutsch fühle. Dazu muss man wissen, dass ich ursprünglich aus dem Saarland komme. Ein kleines und sehr armes Bundesland, das mehrfach die Nationalitäten wechseln musste, da es aufgrund seines Kohlevorkommens immer zum Spielball politischer Verhandlungen wurde. In Deutschland witzelt man deshalb gerne über das Saarland und nennt uns Franzosen. Erst in der Schweiz wurde ich zum echten Deutschen (lacht). Und hier in Wohlen ist das Heimatgefühl gewachsen. Der Zufall hat uns hierhergebracht, aber jetzt haben wir uns hier niedergelassen und nennen Wohlen und den Aargau unsere Heimat. Wir fühlen uns wohl in Wohlen.
Wie oft haben Sie schon eine Bundesfeier besucht?
In den 16 Jahren, in denen ich jetzt hier lebe, hab ich den Nationalfeiertag Pi mal Daumen etwa achtmal live erlebt. Der 1. August fällt ja gerne direkt in die Schulferien – also haben wir die andere Hälfte sicher irgendwo in den Ferien gefeiert. Die Bundesfeier selbst habe ich, wenn mich mein Gedächtnis nicht trübt, viermal live erlebt. Die restlichen Feiern waren tatsächlich zu Hause oder bei Nachbarn. So wie es sein soll – in der Gemeinschaft.
Was halten Sie von der Art, wie die Schweiz ihren Nationalfeiertag begeht?
Die Pflege von Traditionen finde ich immer zeitgemäss und gesellschaftlich enorm wichtig. Auch die traditionellen Elemente gehören da einfach auch dazu, denn man zelebriert die Geschichte, den Zusammenhalt und auch ein klein wenig den Stolz auf das eigene Land. Ich persönlich finde es angemessen, neue und frische Elemente in das traditionelle Gefüge einzubauen. Das kann eine wilde Rede sein, das können musikalische oder künstlichere Auftritte sein, es kann alles sein, was das Traditionelle ergänzt und das Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart darstellt. Diesen Mix wünsche ich mir.
Wie unterscheidet sich die Schweizer Feier von derjenigen in Deutschland am 3. Oktober?
Das ist eine schwierige Frage. Am 1. August feiern wir hier einen Geburtstag, am 3. Oktober feiert man den Tag der Wiedervereinigung in Deutschland, also den Zusammenschluss der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. Meine Mutter wurde in der ehemaligen DDR geboren und ist noch geflüchtet, deshalb war das mal ein echter Feiertag bei uns in der Familie. Heute ist die Situation anders. Deutschland ist so gespalten wie nie – und dann die Einigkeit zu feiern, wirkt fast skurril. Ich wünsche Deutschland, dass man bald wieder den eigentlichen Sinn des 3. Oktobers zelebrieren kann.
Wie lange haben Sie überlegt, ob Sie als Redner zusagen?
Ich habe ehrlich gesagt keine Sekunde überlegen müssen. Alleine schon die Anfrage war für mich eine Bestätigung dafür, dass wir uns als Familie in die Gemeinde integriert haben. Deshalb bedeutete mir schon die Anfrage sehr viel. Es ist mir also wirklich eine Ehre, die Rede als Bürger Wohlens gestalten zu dürfen.
Ohne schon zu viel zu verraten: Wissen Sie, was Sie den Wohlern und Wohlerinnen am Samstag sagen?
Ja, na klar. Ich bin ja gerade noch in den Ferien und habe die Zeit genutzt, meine Rede zu verfassen. Momentan ist sie zu 80 Prozent fertig. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich nicht nur die Schweiz feiere, sondern gerade auch Wohlen als der für mich wichtigste Bestandteil der Schweiz. Wohlen ist für mich Schweiz. Meine Rede beruht auf der Tatsache, dass ich immer wieder gefragt werde «Warum denn Wohlen? Wie kommt man denn da hin?» Diese Frage werde ich in meiner Rede beantworten – natürlich auf unterhaltsame Art und Weise. Hoffentlich. (Lacht.) Und eine kleine Neuheit bringe ich natürlich auch mit. Die 1.-August-Rede wird einen kleinen Mitmach-Teil haben. «No risk, no fun.» Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf die Bundesfeier und hoffe auf eine rege Teilnahme der Gemeinde.
--chh

