Familientag der Samariter Freiamt+ in Villmergen
In der Mehrzweckhalle Dorf wurden Besucherinnen und Besucher durch die Samariterinnen und Samariter Freiamt+ direkt angesprochen und ins Geschehen einbezogen. Die gut besuchte Veranstaltung lud dazu ein, unter fachkundiger ...
Familientag der Samariter Freiamt+ in Villmergen
In der Mehrzweckhalle Dorf wurden Besucherinnen und Besucher durch die Samariterinnen und Samariter Freiamt+ direkt angesprochen und ins Geschehen einbezogen. Die gut besuchte Veranstaltung lud dazu ein, unter fachkundiger Anleitung selber zu üben und Sicherheit im Umgang mit Notfällen zu gewinnen.
Die Hemmschwelle war tief und man fühlte sich sofort willkommen. Schnell zeigte sich an diesem Nachmittag, dass das Interesse gross war. Auffallend viele Familien mit Kindern nutzten den Anlass, um ihr Wissen aufzufrischen, Fragen zu stellen und aktiv mitzumachen. An verschiedenen Posten wurde beobachtet, ausprobiert und geübt. Reanimation mit Defibrillator, Wundversorgung, Blutdruck messen oder richtig reagieren bei Verschlucken. «Wichtig ist, dass man handelt», brachte es ein Samariter auf den Punkt. Immer wieder wurde betont, dass Untätigkeit keine Option ist. Im Zweifel gilt, sofort den Notruf 144 zu wählen.
«Nie allein einen Patiententransport ausführen, auch privat nicht», erklärte eine Samariterin. Man wisse nie, wie eine verletzte Person reagiere. Deshalb sollen immer zwei Personen im Einsatz sein, eine fahre, eine betreue. Auch der sogenannte Heimlich-Griff wurde praktisch vermittelt. Eine Technik, mit der bei akuter Erstickungsgefahr die Atemwege wieder freigemacht werden können. Und was früher unter dem Merkschema «GABI» bekannt war, wird heute strukturiert nach «XABCDE» angegangen. Moderne Erste Hilfe, klar aufgebaut und nachvollziehbar.
Viele Aha-Erlebnisse
Besonders eindrücklich waren die sogenannten Moulagen. Täuschend echte Verletzungen, die gezielt für Trainingszwecke präpariert werden. Eine eigene, speziell ausgebildete Moulagegruppe sorgt bei Übungen für realitätsnahe Szenarien, die bei vielen Teilnehmenden nachhaltig wirken. «Ich bin froh, dass mein Wissen mehrheitlich noch aktuell ist», sagte eine Besucherin bei einem Posten. Viele nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen zu festigen, immer wieder gab es Aha-Erlebnisse.
Für Präsidentin Luzia Zimmermann stand der Nutzen im Vordergrund. «Bei diesem Anlass geht es darum, Kenntnisse zu vermitteln und praktisch anzuwenden.» Gleichzeitig sei es wichtig, sichtbar zu sein und sich ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. «Im Alltag fehlt oft die Zeit, oder man nimmt sie sich nicht. Oft denkt man, mich trifft es ja nicht.»
Sinnvolle Tätigkeit
Die Samariter Freiamt+ zählen aktuell 52 aktive Mitglieder. An der letzten Vereinsversammlung konnten zwei neue aufgenommen werden. Bezüglich des Nachwuchses zeigt man sich zuversichtlich. Häufig bringe ein neues Mitglied gleich weitere Kolleginnen oder Kollegen mit. «Es spricht sich herum, dass die Samariter eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, auch bei jungen Menschen», war zu hören. Zudem sind bei Übungen oft auch aussenstehende Interessierte dabei. Ein niederschwelliger Einstieg für neue Mitglieder, die herzlich willkommen sind.
Um die gute Ausbildung anzuwenden, sind die Samariter auch regelmässig bei Veranstaltungen im Einsatz. Man freut sich diesbezüglich über jedes Engagement. Dass dabei auch die Gemeinschaft stimmt, wurde an diesem Nachmittag spürbar. «Wir haben es gut untereinander, auch nach den Übungen, das ist schön», sagte ein Samariter. Die engagierte und kollegiale Stimmung in der Halle unterstrich diesen Eindruck. Am Ende blieb eine zentrale Botschaft hängen: Erste Hilfe ist keine Frage des Perfektionismus, sondern des raschen Handelns. --str