Erfahrung sichern – Vielfalt stärken
04.07.2025 Wohlen, WahlenGemeinderatswahlen: SP Wohlen tritt mit Zweierticket an – Ammann Arsène Perroud und Laura Pascolin
Die Nomination von Gemeindeammann Arsène Perroud war reine Formsache. Die SP Wohlen steigt jedoch mit einem Zweierticket in den Wahlkampf. ...
Gemeinderatswahlen: SP Wohlen tritt mit Zweierticket an – Ammann Arsène Perroud und Laura Pascolin
Die Nomination von Gemeindeammann Arsène Perroud war reine Formsache. Die SP Wohlen steigt jedoch mit einem Zweierticket in den Wahlkampf. Einwohnerrätin Laura Pascolin nimmt einen neuerlichen Anlauf. Dies sei ein «starkes und ausgewogenes Team», schreibt die Partei.
Daniel Marti
Arsène Perroud ist bei den Sozialdemokraten gesetzt. Seine Wiederkandidatur ist seit vergangenem November bekannt. Nun bekommt der Gemeindeammann noch eine Frau an seine Seite. «Mit diesem Zweierticket will die Partei ein Zeichen setzen für eine gleichmässige Vertretung der Geschlechter in der Exekutive», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung, verfasst vom ehemaligen Einwohnerratspräsidenten Cyrille Meier. Und weiter: «Mit der gemeinsamen Kandidatur von Arsène Perroud und Laura Pascolin will die SP Wohlen die Erfahrung im Wohler Gemeinderat sichern und die Vielfalt in der politischen Vertretung stärken.»
SP verweist auf
«grossen Leistungsausweis»
Arsène Perroud wurde bereits an der Parteiversammlung im März 2025 einstimmig für eine weitere Amtszeit als Gemeindeammann nominiert. Nun folgte in einer neuerlichen Sitzung diese Woche die Bestätigung. Die Leistungen von Perroud werden von der Partei hervorgehoben. Er wirkte elf Jahre als Mitglied des Einwohnerrats mit. «Durch seine Arbeit als Gemeinderat seit 2013 und als Gemeindeammann seit 2018 kennt Perroud die Gemeinde Wohlen und ihre Herausforderungen sehr genau. Seine Dossierkenntnisse sind überzeugend und sein Leistungsausweis ist beachtlich.»
SP-Vorstandsmitglied Cyrille Meier verweist in der Medienmitteilung auf zahlreiche wichtige Projekte, die unter seiner Leitung in Wohlen realisiert wurden: Umbau des Bahnhofs Wohlen zur ÖV-Drehscheibe, Aufbau der regionalen Wirtschaftsförderung oder die erfolgreiche Modernisierung der Führungs- und Verwaltungsstrukturen. Als Grossrat, Präsident der grossrätlichen Finanzkommission und durch verschiedene Führungsmandate in regionalen Organisationen verfügt Arsène Perroud über «breite politische Erfahrung und ein gutes Netzwerk, was der Zentrumsgemeinde Wohlen und der Region zugutekommt».
Laura Pascolin für zukunftsgerichtete Entwicklung
Arsène Perroud will laut Pressemitteilung als Gemeindeammann Wohlen auch in Zukunft «als fortschrittliche Gemeinde gestalten. Sein Fokus liegt dabei auf einer starken regionalen Wirtschaft, einer nachhaltigen Raumplanung und einer vielfältigen Kulturund Bildungslandschaft.» Weiter will er die aktive Mitwirkung der Bevölkerung am Gemeindeleben fördern.
Die SP-Politikerin Laura Pascolin nimmt einen zweiten Anlauf für den Wohler Gemeinderat. Bereits 2021 stellte sie sich zur Wahl – und verpasste den Einzug nur knapp. Sie erreichte vor vier Jahren das absolute Mehr – und schaffte die Wahl trotzdem nicht. Nun tritt sie erneut an.
Als Grund für ihre erneute Kandidatur nennt sie eine «veränderte persönliche Situation». Berufliche und weiterbildungsbedingte Entwicklungen haben es ihr ermöglicht, «sich künftig mit mehr Zeit und Energie auch exekutiven Aufgaben zu widmen», heisst es in der Mitteilung. Laura Pascolin ist auf der Grossratsliste der SP Bezirk Bremgarten auf dem ersten Ersatzplatz. Und sie amtet als umsichtige und engagierte Präsidentin der SP Wohlen. Ihr hauptsächliches Betätigungsfeld ist jedoch das Dorfparlament. Seit bald acht Jahren politisiert Laura Pascolin aktiv und lösungsorientiert im Einwohnerrat. «Dort setzt sie sich mit Nachdruck für eine sozial gerechte, ökologische und zukunftsgerichtete Entwicklung der Gemeinde ein», schreibt die Partei.
Ihr politisches Engagement ist zudem geprägt von klaren Werten: Chancengleichheit, hochwertige Bildung, eine verantwortungsvolle Gemeindefinanzierung sowie ein solidarisches und familienfreundliches Wohlen stehen für sie im Zentrum.
Beruflich ist Laura Pascolin Geschäftsführerin einer Frauenrechtsorganisation. Sie bringt umfangreiche Erfahrung in Führung, Projektarbeit und Interessenvertretung mit. Das sind Kompetenzen, die sie nun auch in die Exekutive einbringen will. Ihr Ziel formuliert sie relativ deutlich: «Wohlen soll noch lebenswerter, gerechter und nachhaltiger werden.»
Anerkannte Brückenbauerin
Bekannt ist Laura Pascolin auch als Brückenbauerin, sie kann mit allen politischen Gegnern sprechen. Das könnte durchaus ein Vorteil ihrer Kandidatur sein. «Ja, ganz klar», sagt sie. «Ich bin überzeugt, dass Politik nur im Dialog funktioniert – mit anderen Parteien, aber vor allem auch mit der Bevölkerung.» Sie ist in Wohlen aufgewachsen und gut vernetzt, sie war und ist in verschiedenen Vereinen aktiv. Dadurch habe sie einen direkten Zugang zu vielen Bevölkerungsgruppen.
«Als Seconda kenne ich unterschiedliche Lebensrealitäten aus eigener Erfahrung. Diese Nähe zum Alltag der Menschen prägt mein politisches Handeln. Ich höre zu, nehme Anliegen ernst und versuche, sie in konkrete, umsetzbare Lösungen zu übersetzen», erklärt sie. Gerade in der Exekutive brauche es diese Fähigkeit, «Brücken zu bauen – über gesellschaftliche und politische Grenzen hinweg. Das sehe ich als grosse Stärke.»
Bisher acht Kandidierende
Der Kandidatenkreis für die Gemeinderatswahlen vom 28. September nimmt immer stärkere Formen an. Bisher kandidieren folgende acht Personen: Patrick Schmid (Grüne), Olivier Parvex (Grünliberale), Sonja Isler-Rüttimann (Mitte), Roland Vogt, Claudia Hauri, Manfred Breitschmid (alle SVP), Arsène Perroud und Laura Pascolin (beide SP). Die FDP hat noch niemanden ins Rennen geschickt, sie bittet noch um etwas Geduld.
Von den fünf bisherigen Gemeinderatsmitgliedern treten einzig Arsène Perroud und Roland Vogt wieder an, diese beiden duellieren sich auch um den Job des Gemeindeammanns.

