Rolf Wernli, Teneriffa, Bünzen, Wohlen.
Ein seltsames Wort – oder nicht? Ich habe es nicht er-funden sondern in einem Buch ge-funden. Anders geschrieben, wird es verständlicher: Ent-Erfinden.
Was uns von anderen ...
Rolf Wernli, Teneriffa, Bünzen, Wohlen.
Ein seltsames Wort – oder nicht? Ich habe es nicht er-funden sondern in einem Buch ge-funden. Anders geschrieben, wird es verständlicher: Ent-Erfinden.
Was uns von anderen Tierarten unterscheidet, ist unser Erfindergeist. Beginnend mit dem Steinwerkzeug vor rund 1,5 Millionen Jahren hat die Menschheit dauernd Erfindungen gemacht. Dies aus ganz unterschiedlichen Gründen: Bequemeres Leben, Aussicht auf Reichtum, Neugier, aber auch Krieg. Laut der Weltorganisation für geistiges Eigentum waren 2023 rund 18,6 Millionen Patente in Kraft. Ist das nicht unglaublich? Wenn wir die abgelaufenen Patente dazuzählen, steigt die in Praxis umgewandelte Kreativität des Menschen ins Unermessliche.
Jetzt kommt unser neues Wort ins Spiel: Was einmal erfunden ist, kann nicht mehr ent-erfunden werden. Es ist da und wird verwendet. Wir wissen, wie man fliegen kann, können Bücher drucken, Antibiotika herstellen, Strom für das ebenfalls erfundene Internet herstellen, Menschen mit Hörgeräten und Herzschrittmachern versorgen, Impfstoffe und Medikamente entwickeln.
Wir haben aber auch die Atombombe, Kampfdrohnen, Streubomben, Giftgase, Tretminen, Gewehre, Pistolen, Fentanyl, Ecstasy und Crack erfunden. Weil Ent-Erfinden nicht geht, sollten wir uns gut überlegen, was wir erfinden wollen.
Ich hätte da einen Vorschlag. Die künstliche Intelligenz haben wir erfunden. Wir haben sie und können sie nicht ent-erfinden. Also sollten wir sie wenigstens so entwickeln und einsetzen, dass sie der Menschheit nützt. Meine Idee: Wir müssen einen Faktomaten erfinden. Ein Faktomat wird zwischen Mikrofon und Lautsprecher geschaltet. Er arbeitet mit neuester Generation künstlicher Intelligenz und überprüft simultan im Internet, ob das ins Mikrofon Gesprochene der Wahrheit entspricht. Quasi ein simultaner Faktenprüfer. Stimmt etwas nicht, wird die Leitung unterbrochen oder der Bildschirm abgeschaltet. Politiker und Politikerinnen dürften dann nur noch durch ein solches Gerät mit ihren potenziellen Wählerinnen und Wählern sprechen. Insbesondere aktuelle Präsidenten von den grossen Nationen würde man allerdings nur noch selten hören.
Dann wären wir froh, dass wir den Faktomaten nicht ent-erfinden können.