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07.07.2026 WohlenAargauer Stiftung: 80 Jahre Freiämter und Wohler Engagement für die Universität Freiburg
Sie heisst Aargauer Stiftung, aber die grosse Initiative ging vom Freiamt aus. Und die Gemeinde Wohlen stellt dabei die wichtigsten Persönlichkeiten, ...
Aargauer Stiftung: 80 Jahre Freiämter und Wohler Engagement für die Universität Freiburg
Sie heisst Aargauer Stiftung, aber die grosse Initiative ging vom Freiamt aus. Und die Gemeinde Wohlen stellt dabei die wichtigsten Persönlichkeiten, beispielsweise den Gründer Karl Koch und den heutigen Präsidenten Kurt Fricker. Nun wird das 80-Jahr-Jubiläum gefeiert.
Vor ziemlich genau 80 Jahren – am 26. Juli 1946 – wurde in Freiburg die Aargauer Stiftung gegründet. Ihr Zweck: «Die Förderung der wissenschaftlichen Belange an der juristischen Fakultät der Universität Freiburg». Mehrere Persönlichkeiten aus dem Freiamt haben die Stiftung geprägt: In erster Linie zu erwähnen ist der Donator der Stiftung, Karl Koch (1869–1949). Er hat mit einer Zuwendung von 50 000 Franken die finanzielle Basis der Stiftung gelegt. Kaufkraftbereinigt entsprächen die 50 000 heute einem Betrag von rund 350 000 Franken.
Ehrendoktortitel für den Oberrichter aus Wohlen
Karl Koch wuchs in Büttikon auf, besuchte die Bezirksschule in Wohlen, studierte an den Universitäten Leipzig, Freiburg, Berlin und Bern. Er war anschliessend Gerichtspräsident in Zurzach und ab dem Jahr 1910 während 30 Jahren Oberrichter des Kantons Aargau. Die Bundesversammlung wählte ihn zum Ersatzmann in das Eidgenössische Versicherungsgericht. Für seine hervorragenden Verdienste verlieh im die Universität Freiburg im Jahr 1937 den Titel eines Ehrendoktors.
Von 1910 bis zu seinem Tod lebte Dr. Karl Koch als hochangesehener «Herr Oberrichter» in Wohlen, wo er sich auch als Präsident der katholischen Kirchenpflege und als Mitglied der Schulpflege engagierte.
Die Vorbereitungen für die Gründung der Stiftung oblagen zwei «Juristenfreunden» von Karl Koch aus dem Freiamt: dem Wohler Fürsprecher Max Kuhn und dem in Bünzen aufgewachsenen und an der Universität Freiburg lehrenden Professor Wilhelm Oswald. Professor Wilhelm Oswald war ab der Gründung bis 1982 Präsident der Stiftung, Max Kuhn gehörte dem Stiftungsrat bis 1968 an.
Gleich drei Präsidenten aus Wohlen
Seit 1982 präsidierten drei Wohler den Stiftungsrat: Carl Hans Brunschwiler, ehemaliger Bundesrichter (1982– 2002), Werner Huber, ehemaliger Oberrichter (2002–2017), und Kurt Fricker, er ist seit 2017 der aktuelle Präsident. Weitere Mitglieder des Stiftungsrates sind Eva Maria Belser, Professorin an der Universität Freiburg, und Walter Stoffel, emeritierter Professor der Universität Freiburg und ehemaliger Präsident der WEKO.
Die Aargauer Stiftung, mit Sitz in Freiburg, ist eine öffentlich-rechtliche Stiftung. Begünstigte ist die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg. Im Rahmen ihres Stiftungszweckes hat die Stiftung Beiträge namentlich für Festschriften, Publikationen, Durchführung von Tagungen, Teilnahme an Kongressen im Ausland, Herausgabe von Tagungsbänden, Doktorandenseminare ausgerichtet. In den letzten Jahren kamen Studentinnen und Studenten aus der Dritten Welt, die an der sogenannten Sommeruniversität in Freiburg teilnahmen, in den Genuss von Stipendien.
Das Geld sehr gut investiert
Der Stiftungsrat ist der Überzeugung, dass die der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg ausgerichteten Beiträge sehr gut investiert sind. Die Fakultät ist sehr dynamisch unterwegs: Sie bietet nicht nur weiterhin ein zweisprachiges Studium an, sondern neu auch einen Zusatz in Englisch. Zudem kann dem JUS-Studium neu noch ein Zusatzfach hinzugefügt werden, zum Beispiel Geschichte, Informatik, Psychologie oder Umweltwissenschaften. Um die Studierenden optimal auf die KI-Welt vorzubereiten, führt die Fakultät ab diesem Herbst eine Schreibwerkstätte ein. Die Fakultät freut sich auf viele Studentinnen und Studenten aus dem Freiamt.
Der 80. Geburtstag der Stiftung wurde an der Jubiläumssitzung vom 17. Juni in Aarau im Beisein des ehemaligen Präsidenten Carl Hans Brunschwiler, der nächstes Jahr seinen 100. Geburtstag feiern darf, sowie des Dekans der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität, Professor Jacques Dubey, gefeiert.
Kurt Fricker: Interessante, freundschaftliche Kontakte
Der aktuelle Präsident der Stiftung ist der Wohler Kurt Fricker. Welche Bedeutung hat für ihn die Stiftung? «Ich habe viele unvergessliche Erinnerungen an meine Studienzeit von 1969 bis 1973 an der Universität in Freiburg. Mit meinem Engagement für die Aargauer Stiftung, seit 2002 als Mitglied des Stiftungsrates und seit 2017 als dessen Präsident, sind viele interessante, freundschaftliche Kontakte mit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Freiburg verbunden», betont er.
Und die kleine Feier zum 80. Geburtstag der Stiftung wird ihm lange in Erinnerung bleiben. Denn es nahm auch der langjährige Präsident Carl Hans Brunschwiler, der nächstes Jahr seinen 100.Geburtstag feiern kann, daran teil. «Das hat mich besonders gefreut. Er hat den Donatoren der Stiftung, Dr. Karl Koch, noch persönlich gekannt. Und er konnte einige erheiternde Reminiszenzen erzählen», so Kurt Fricker.
--dm/pd

