Engagement trägt Früchte
01.04.2025 Region Unterfreiamt, NiederwilVerein Jugend- und Musikförderung Niederwil mit neuem Anlass
Einen ganzen Nachmittag lang widmeten sich junge Musikanten und Musikantinnen der Marschmusik samt Evolutionen. Am Abend demonstrierten sie das Gelernte ihren Eltern. Der Verein will mit solchen ...
Verein Jugend- und Musikförderung Niederwil mit neuem Anlass
Einen ganzen Nachmittag lang widmeten sich junge Musikanten und Musikantinnen der Marschmusik samt Evolutionen. Am Abend demonstrierten sie das Gelernte ihren Eltern. Der Verein will mit solchen Anlässen die Begeisterung für die Blasmusik wecken. Und hat damit Erfolg.
Chregi Hansen
Seit 12 Jahren gibt es den Verein Jugend- und Musikförderung Niederwil bereits. Ziel des Vereins ist es, Jugendlichen eine Plattform zu bieten, ihr blasmusikalisches Können auszubauen und zu präsentieren. Dies einerseits durch Lager, aber auch durch Plauschanlässe wie das MusiCale, welches am Sonntag erstmals in einer neuen Form stattfand.
14 Kinder und Jugendliche hatten sich in der Mehrzweckhalle eingefunden, um sich der Marschmusik und der Parade beziehungsweise Evolution zu widmen. Sie kommen aus der näheren und weiteren Umgebung. «Wir sind zwar hier in Niederwil zu Hause, aber wir arbeiten überregional», betont Vizepräsidentin Sandra Güttinger. Für viele Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie mit dem Thema in Berührung kamen. Dabei ist die Schwelle bewusst tief gehalten. Mitmachen können alle, die schon drei Jahre ein Instrument spielen. «Wir möchten möglichst allen Kindern die Faszination vermitteln für diesen Bereich der Blasmusik», erklärt Präsident Michael Güttinger. Damit der Musikkörper auch nach etwas klingt, verstärkten Mitglieder des Vereins das kleine Ensemble.
Mit «I like to move it» ganz schön ins Schwitzen gekommen
Mit Koni Strotz-Giampà übernahm ein erfahrener Dirigent die Leitung des Workshops. «Es hat mir Spass gemacht, Ihre Kinder durch die Halle zu hetzen», erklärte er den Eltern, welche zum Abschluss des Tages zu einer Vorstellung eingeladen waren. Drei Stunden habe man intensiv geübt. Für die meisten war es etwas Ungewohntes, nicht nur ein Instrument zu spielen, sondern sich auch noch zu bewegen. Und in Niederwil wurde nicht einfach marschiert, sondern widmete man sich der Evolution. Der Begriff bedeutet bezogen auf ein Orchester, dass sich die Bläser während dem Musizieren in Bewegung setzen und verschiedene Figuren zeigen. Präsentiert wurden zwei Stücke, erst «Final Countdown» in einer sehr klassischen Paradeform, dann das wilde und teilweise auch improvisierte «I like to move it». Welches die Teilnehmenden ganz schön ins Schwitzen brachte.
Der VJMN will mit solchen Events Werbung machen für die Blasmusik. «Früher gab es an vielen Orten noch ein Jugendspiel. Inzwischen sind die meisten verschwunden», bedauert die Vizepräsidentin. Dabei gebe es doch nichts Schöneres, als mit anderen zu musizieren. Dies will der Verein dem Nachwuchs organisieren. Alle zwei Jahre findet in Niederwil das Musi-Camp statt. Dabei erhalten Kinder ab einem Jahr im Musikunterricht die Möglichkeit, erste Ensemble- und Orchestererfahrung zu sammeln. Ebenfalls alle zwei Jahre findet das Ausbildungslager Blown statt, in dem in einem externen Ferienhaus eine Woche lang intensiv musiziert wird. «Die meisten, die sich heute im VJMN engagieren, waren früher selbst Teilnehmer in einem Lager», berichtet Präsident Michael Güttinger. Das gilt auch für ihn.
Musikverein Niederwil profitiert
Das Engagement des Vereins trägt Früchte. Viele der Teilnehmer der Lager treten später in einen Musikverein ein. Bestes Beispiel ist Niederwil selbst, hier kennt der Musikverein keinerlei Nachwuchssorgen. «Wir haben vermutlich ein tieferes Durchschnittsalter als andere Musikvereine», berichtet Adrian Stutz. Auch er engagiert sich im Vorstand des VJMN. Das habe damit zu tun, dass dank den Lagern gleich mehrere Jugendliche auf einmal eingetreten sind. Das motiviere dann auch wieder andere Junge. «Wenn ein Verein nur einen Jugendlichen in seinen Reihen hat, dann ist das keine einfache Situation», so Stutz. In Niederwil profitiere man sicher vom Engagement des VJMN. «Aber wir werben den anderen Vereinen keine jungen Musikanten ab», betont Stutz. An den Anlässen nehmen denn auch Kinder und Jugendliche aus der ganzen Region teil.
Tollen Nachmittag erlebt
«Wir müssen aktiv sein, wenn wir die Jungen für die Blasmusik begeistern wollen», ist auch für Musiklehrerin Sandra Güttinger klar. Und Anlässe wie dieser würden zeigen, dass dies gelingen kann. «Es war ein toller Nachmittag mit einer tollen Truppe», schaut sie auf den Tag zurück. Mit dem grossen Applaus der Zuhörer, die sogar eine Zugabe verlangen, als verdientem Lohn.


