Ein vielfältiger Reichtum
13.05.2025 Wohlen, NaturGartenbesichtigung in Anglikon übermorgen Donnerstag, 18.30 Uhr: Fauna und Flora in den Gärten
Seit 2018 organisiert der Naturund Vogelschutzverein Wohlen (NVW) mit Unterstützung der Gemeinde unter dem Dach von «Natur findet Stadt» ...
Gartenbesichtigung in Anglikon übermorgen Donnerstag, 18.30 Uhr: Fauna und Flora in den Gärten
Seit 2018 organisiert der Naturund Vogelschutzverein Wohlen (NVW) mit Unterstützung der Gemeinde unter dem Dach von «Natur findet Stadt» unterschiedlichste Anlässe und Infoveranstaltungen zur Förderung der immer wichtiger werdenden heimischen Biodiversität, so auch übermorgen mit einem weiteren öffentlichen Gartenrundgang.
Walter Minder
Ursprünglich in Baden lanciert, übernahm der Kanton die notwendigen Anpassungen des Projektes «Natur findet Stadt» für die Umsetzung und übergab 2018 die Federführung ans Naturama Aargau und an den Jurapark Aargau. Heute zählt es rund 20 aktive Partnergemeinden, darunter auch die Gemeinde Wohlen. Roger Isler, Leiter Umwelt und Energie: «Das Projekt «Natur findet Stadt» fördert die Biodiversität im Siedlungsraum verständlich und nachvollziehbar. Zudem werden viel Know-how und Kommunikationsmaterial zur Verfügung gestellt, was keine Gemeinde selbst erarbeiten könnte. Und nicht zuletzt aktiviert es den Austausch unter den Gemeinden, sodass gute Ideen weitergetragen werden.»
Bereits 2021 erhielt «Natur findet Stadt» den mit 100 000 Franken dotierten Bindingpreis für Biodiversität, der von der Stiftung Sophie und Karl Binding finanziert wird.
Kettenreaktion erwünscht
Neben den 20 Gemeinden haben auch über 250 Private Flächen für mehr Natur und damit für mehr Lebensqualität umgestaltet. Die neue Naturvielfalt hat zudem Nachbarn und Bekannte motiviert, der Biodiversität ebenfalls grünes Licht zu geben. OK-Mitglied und NVW-Co-Präsidentin Andrea Fuchs: «Genau dieses Ziel verfolgen wir mit unserer Gartenbesichtigung am Donnerstag, 15. Mai.» Der Start erfolgt um 18.30 Uhr beim Schulhaus Anglikon. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Die Teilnehmenden erfahren durch die Naturgärtner Tobias Lutz, Christian Siegrist und Willi Zeltner viel Wissenswertes über naturnah gestaltete Gärten. Welche Lebensräume brauchen Wildbiene, Meise, Igel, Schmetterling und Co.? Was schätzen sie in Sachen Nahrung und Nistplätze? Wie überhaupt kommen Tiere vom Dorfrand in Gärten im Siedlungsraum und wie entsteht eine Vernetzung der verschiedenen Lebensräume? Und welche Pflanzen gehören nicht in unsere Gärten?
Wer eine naturnah gestaltete, vielfältige Naturoase mit eigenen Augen geniessen und sich darüber freuen kann, wird vielleicht im eigenen Garten in einer Ecke eine kleine Oase erschaffen und den Schmetterlingen und Igeln einen Lebensraum anbieten.
Apéro als Abschluss
Eine lebendige Natur zu erhalten und zu pflegen, hat eine nachhaltige Wirkung. Davon ist OK- und NVW-Mitglied Christina Cotti überzeugt. «Wenn wir nicht jetzt Hand anlegen und der heimischen Natur im Siedlungsraum vermehrt Platz verschaffen, werden künftige Generationen schöne Schmetterlinge und trollige Igel nur noch in Büchern entdecken können. Der vielfältige Reichtum an Flora und Fauna ist aber nicht nur gut fürs Gemüt, er hat auch für uns Menschen grossen praktischen Nutzen, indem beispielsweise Wildbienen Blüten von Kirschbäumen bestäuben. Ohne Bestäubung keine Kirschen – so einfach geht die Gleichung.»
Nach dem gut zwei Stunden dauernden Rundgang trifft man sich beim Schulhaus Anglikon zum Apéro, ausgerichtet vom Schwellhof, und zum gemütlichen Austausch. Man kann den drei Naturgärtnern, den Eigentümern der besichtigten Gärten, Fragen stellen. Organisiert wird der kostenlose Rundgang, der bei jeder Witterung stattfindet, durch die NVW-Mitglieder Christina Cotti, Margrit Haller, Andrea Fuchs und Beatrice Beer, unterstützt von Roger Isler, Leiter Umwelt und Energie der Gemeinde Wohlen. Cotti: «Wichtig zu wissen, ist, dass schon mit einfachen Massnahmen eine Gartenecke, eine Balkonkiste oder eine Grünfläche naturnah gestaltet und für einheimische Tiere und Pflanzen zu neuem Lebensraum erweckt werden kann.»
Informationen: www.nvwohlen.ch oder www.naturfindetstadt.ch.
Wildbienen-Sandaktion
Ein Grossteil der Wildbienen, die übrigens nicht stechen, baut ihre Nester im Erdboden, andere benutzen beispielsweise Hohlräume in Totholz. Darum ist es sinnvoll, auf idealerweise regengeschützten Flächen Sandbeete anzulegen.
Dafür geeigneter Sand wird kostenlos von der Gemeinde Wohlen im Rahmen der Aktion «Natur findet Stadt» zur Verfügung gestellt, und zwar noch bis am 23. Mai im Werkhof an der Wilstrasse 57. Der Sand kann von Montag bis Freitag jeweils von 7.30 bis 11.30 und von 13.30 bis 16.30 Uhr in eigenen Gefässen abgeholt werden.
Ein vom Werkhof erstelltes Mustersandbeet befindet sich auf dem Schlössliplatz. --zg