Ein einzigartiges Konzept
22.05.2026 Wohlen, VereineVerein Leo übergibt die operative Leitung an Juliane Bergner und Ramona Stöckli
Das Restaurant Leo konnte sich mit seinem Konzept aus Freiwilligen und Profis in der Gastronomie behaupten. Nun gibt der Vorstand des Vereins die operative Leitung ab und fungiert ...
Verein Leo übergibt die operative Leitung an Juliane Bergner und Ramona Stöckli
Das Restaurant Leo konnte sich mit seinem Konzept aus Freiwilligen und Profis in der Gastronomie behaupten. Nun gibt der Vorstand des Vereins die operative Leitung ab und fungiert nur noch im Hintergrund. Doch das Engagement der Mitglieder bleibt sich gleich.
Monica Rast
Mit der Führung des Restaurants Leo im Chappelehof wagten die Initianten etwas Neues. Man wollte mit Freiwilligen und wenigen Profis ein Restaurant führen und die Tradition einer Begegnungsstätte für alle Generationen erhalten.
Bei der Eröffnung vor rund zwei Jahren übernahm der Vorstand den operativen Teil. Präsidentin Monika Küng war sogar in der Küche anzutreffen. Der Verein startete damals mit knapp 100 Mitgliedern. Inzwischen hat es sich eingependelt und rund 35 Freiwillige sind jetzt regelmässig im «Leo» im Einsatz. Sei es beim Rüsten der Lebensmittel, beim Tischdecken, im Service oder hinter dem Buffet. So vielseitig wie die Einsätze sind, so vielseitig sind die Arbeitszeiten. Manche kommen an fixen Tagen, andere sind Springer. Einige kommen nur kurz ins «Leo», andere für mehrere Stunden. Jeder wie er kann und möchte.
«Hier bleiben wir»
«Genau dieses Konzept hat mich von Anfang an begeistert», erklärt Ramona Stöckli, «die Zusammenarbeit von Freiwilligen und Profis macht das Leo einzigartig.» Die 41-Jährige weiss, wovon sie spricht. Seit über 20 Jahren ist sie in der Gastronomie tätig. Was als Saisonstelle in den Bergen begann, wurde zur grossen Leidenschaft. Zuletzt im Restaurant Gnadenthal im Reusspark.
Durch ihre damaligen Arbeitskolleginnen im Gnadenthal wurde sie auf das «Leo» aufmerksam. Denn Juliane Bergner ist bereits seit November 2024 ein Teil des «Leo»-Teams. Zuerst als Köchin, später als Küchenchefin.
Sie ist der Grund, warum nun auch Ramona Stöckli seit dem 1. Februar zum Team gehört.
Spannendes miteinander
Nun übernehmen die beiden Gastronomieprofis die Verantwortung für das Restaurant und möchten das «Leo» als offenen Gastro- und Begegnungsort für alle weiterentwickeln. «Besonders der Innenhof hat es mir angetan», schwärmt Ramona Stöckli und hat bereits einige Ideen, um diesen mehr zu beleben.
«Mich hat nicht der Lohn, sondern das Konzept vom ‹Leo› abgeholt», ergänzt Juliane Bergner, «es macht Spass, mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenzuarbeiten. Egal ob Anwalt oder Verkäuferin. Viele Menschen sind in einem Projekt vereint und jeder ist dabei, der Freude am ‹Leo› hat.» Und nebenbei ist der Arbeitsweg für Bergner ein Klacks. Wo sie früher ein Auto brauchte, um zur Arbeit zu kommen, reicht heute das Fahrrad oder sie kommt einfach zu Fuss. Denn seit 2010 ist die 39-Jährige mit ihrer Familie in Wohlen wohnhaft.
Dass Juliane Bergner und Ramona Stöckli gut zusammenarbeiten, haben sie bereits im Reusspark gemerkt. Nun stehen sie gemeinsam an vorderster Front. «Das passt», meinen die beiden Frauen lachend, «wir haben dieselben Ansichten.»
Das Restaurant soll auch weiterhin für saisonale und regionale Küche stehen. Frisch zubereitete Menüs und persönliche und aufmerksame Gästebetreuung. «Mit dem neuen Leitungsteam will das Restaurant Leo seine Rolle als lebendiger Treffpunkt verstärken», erklärt Eric Roeleven vom Vorstand Leo. «So bleibt vieles gleich und doch möchte man sich weiterentwickeln.»
Der Vorstand ist mit der Entwicklung des Restaurants zufrieden. «Die Essen laufen gut. Das Feiern funktioniert auch. Nun soll das Sein noch ein wenig gefördert werden», meint Roeleven. Ganz nach dem Slogan vom «Leo» – Sein. Essen. Feiern.
So möchte man, wie bereits erwähnt, den Innenhof längerfristig aktivieren. «Uns schweben thematisierte Buffets vor», meint Juliane Bergner. Dabei möchten sie aber nicht nur auf internationale Gerichte setzen. «Es gibt so viele tolle Schweizer Gerichte. Es darf schon mal indisch oder asiatisch sein, doch regionale Produkte werden bevorzugt.» So werden die Themen eher nach Jahreszeiten als nach Ländern und Kulturen ausgesucht. «Vielleicht auch mal das Lieblingsessen von unseren freiwilligen Helfern», meint die Köchin.
Auch mit dem frischen Wind in der Leitung setzt man auf Bewährtes. So ist das «Leo» auch als gemütlicher Treffpunkt oder zum Apéro ein Geheimtipp. Man darf gespannt sein. Einladend ist der Innenhof bereits jetzt und er wird, abgeschirmt vom Strassenverkehr, in der heissen Jahreszeit ein willkommener Treffpunkt zum Verweilen sein.
Infos: www.leo-wohlen.ch.

