Thema «Gegen die Konsumflut»: Die Brocki Wohlen steht für den gemeinnützigen und ressourcenschonenden Gedanken
Eine gute Alternative, statt ausgediente Gegenstände und Waren wegzuschmeissen, sind Brockenstuben. Im Freiamt hat es einige davon. Die ...
Thema «Gegen die Konsumflut»: Die Brocki Wohlen steht für den gemeinnützigen und ressourcenschonenden Gedanken
Eine gute Alternative, statt ausgediente Gegenstände und Waren wegzuschmeissen, sind Brockenstuben. Im Freiamt hat es einige davon. Die Brocki Wohlen weist einen grossen Unterschied auf: Sie wird seit ihrer Gründung 1966 ehrenamtlich geführt.
Sabrina Salm
Christbaumschmuck und weihnachtliche Dekoartikel. Solche Artikel begrüssen die Kunden im Moment in der Brocki Wohlen. Hier auf den Tischen im Eingangsbereich findet man ständig wechselnde, saisonale Angebote. Links ist die Kleidung und rechts präsentieren sich viele verschiedene Gegenstände für den Alltag. «Unser Angebot ist breitgefächert», sagt Marianne Tannheimer. Ausser grosse Möbel. Das aus dem einfachen Grund, da im Team der Wohler Brockenstube nur Frauen arbeiten. «Wir arbeiten aufgeteilt in acht Gruppen an 4 bis 6 Frauen», zeigt Tannheimer auf. Sie ist seit zweieinhalb Jahren Teil des Teams und seit dem Frühling hat sie auch das Präsidium inne.
Das Bewusstsein verändert sich
Die Brocki Wohlen gibt es seit dem Jahr 1966. Sie ist durch den Krankenpflegeverein (heutige Spitex) entstanden. «Um Geld für den Verein zusammenzubekommen, eröffnete man eine Brockenstube.» 1978 erhielt die Brockenstube von der Gemeinde das Land am Bünzweg im Baurecht zur Verfügung gestellt und baute dort einen ersten Container. Im Jahr 1986 wurde aus der Brocki ein eigenständiger Verein. Im Unterschied zu anderen Brockenhäusern werden die Einnahmen, ausser dem Essen an der Generalversammlung, vollumfänglich gespendet. «Im Schnitt werden im Jahr mit 40 000 Franken verschiedene Organisationen unterstützt», erzählt Marianne Tannheimer. Unter anderem werden das Hospiz, die Frauenhilfe, die Dargebotene Hand, das Sozialamt oder das Alterszentrum Bifang in Wohlen unterstützt. Natürlich erhält die Spitex Wohlen nach wie vor auch einen Teil. «Bei uns kann man also zwei Fliegen auf einen Streich schlagen: Zum einen macht man etwas für die Umwelt und zum anderen ist es für einen guten Zweck», freut sich Tannheimer. «Es muss nicht immer das Neuste sein», findet Tannheimer. Sie und ihre Kolleginnen in der Brocki merken, dass sich das Bewusstsein der Menschen langsam verändert. «Immer mehr beginnen anders zu denken.» Der nachhaltige Aspekt rücke immer mehr in den Vordergrund.
Kleine Schätze für wenig Geld
«Gegen die Konsumflut zu handeln, ist unser Business», schmunzelt Marianne Tannheimer. Sie ist überzeugt, dass ein eigener Fehlkauf für andere keiner sein muss. «Für jemand anderes kann dieser sehr wertvoll sein.» Die Kundenklientel sei sehr unterschiedlich. Nicht nur Menschen mit wenig Geld kämen in die Brocki. Auch aus anderen Gründen wird gerne in der Brocki am Bünzweg gestöbert. Einige ältere Kunden finden hier zum Teil eine Trouvaille oder jüngere Kunden Einrichtungsgegenstände für die erste Wohnung.
Ihr Wunsch für die Zukunft: «Ich hoffe, dass es so erfolgreich weitergeht. Und dass sich die Leute noch mehr überlegen: neu kaufen oder doch zuerst in der Brocki nachschauen? Meist findet man es dann doch bei uns. Dabei spart man nicht nur Geld, sondern unterstützt auch etwas Gutes. Was will man mehr?»