Podiumsdiskussion fand gestern Nachmittag im Chappelehof statt
Der Jugendrat organisierte am Donnerstagnachmittag im Chappelehof eine politische Podiumsdiskussion mit Vertretern aller fünf grossen Schweizer Parteien. Die Schülerinnen und Schüler der zweiten ...
Podiumsdiskussion fand gestern Nachmittag im Chappelehof statt
Der Jugendrat organisierte am Donnerstagnachmittag im Chappelehof eine politische Podiumsdiskussion mit Vertretern aller fünf grossen Schweizer Parteien. Die Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Oberstufe lauschten aufmerksam. Die Themen hatten die Oberstufenschüler selber bestimmt.
Roger Wetli
Über die Schweizer Neutralität und eine mögliche Cannabis-Legalisierung wurde gestern Nachmittag im Chappelehof diskutiert. Organisiert wurde diese Podiumsdiskussion durch Lars Gutknecht und Leonie Waldner, die beiden Co-Präsidenten des Jugendrates. Rund 35 Jugendliche folgten ihrem Ruf. Die Organisatoren erlebten ein Publikum, das im ersten Teil gespannt verfolgte, wie fünf Vertreter von Jungparteien unterschiedliche Ansichten zur Schweizer Neutralität austauschten. Für eigene Fragen schienen die Jugendlichen aber zu scheu zu sein.
Neutralität unterschiedlich ausgelegt
«Neutralität bedeutet keine Teilnahme an Kriegen zwischen anderen Staaten», stellte Lars Gutknecht das Thema vor. «Trotzdem ist die Selbstverteidigung mit der eigenen Armee erlaubt. Gleichzeitig übernimmt die Schweiz die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland.» Jacqueline Wick vertrat die Junge Mitte. Sie betonte: «Als Partei wägen wir verschiedene Argumente ab. Neutralität ist kein starrer Begriff. Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Völkerrecht gebrochen wird. Beim Krieg von Russland gegen die Ukraine ist das Täter-Opfer-Verhältnis klar.» Eleah Paetsch von den Jungfreisinnigen stimmte ihr mehrheitlich zu: «Wir sind für eine Gleichbehandlung von Kriegsparteien. Die Schweiz als kleines Land darf aber bei der Ukraine nicht wegschauen. Es wäre für die Schweiz schlecht, wenn international nur noch das Recht des stärkeren Landes gelten würde.»
Ganz anderer Meinung ist Jeremy Hochuli von der Jungen SVP: «Eigenständigkeit und Selbstständigkeit sind für uns sehr wichtig. Die Schweiz hat gegen ihre Neutralität verstossen, als sie sich am Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland beteiligt hat. Wir sollten mit allen Ländern eine gute Beziehung pflegen.» Für den Vertreter der Jungen Grünen, Peter Weihrauch, geht es zu weit, dass die Schweiz den Export von Rüstungsgütern an andere Länder zulässt. «Nirgends auf der Welt sollte man Schweizer Material in Kriegen finden.» Diesen Neutralitätsbegriff unterstützte Ugur Diktas von der Juso. «Wir sollten auch da neutral sein.»
Diskutiert wurde auch, dass die Schweiz zwar Russland wegen seines Krieges gegen die Ukraine sanktioniert, aber weder Israel für sein Vorgehen im Gazastreifen noch die USA für den Iran-Krieg. Die Jungparteien schienen sich darin einig zu sein, dass dieses Verhalten der Schweiz eigentlich nicht in Ordnung ist. «Kein Land hat das Recht, in ein anderes zu marschieren», erklärte etwa Junge-SVP-Vertreter Jeremy Hochuli. «Wenn man Russland sanktioniert, sollte man das eigentlich auch mit den USA tun.» Eleah Paetsch von den Jungfreisinnigen sinnierte: «Wir müssten eigentlich auch gegen die anderen beiden grossen Kriegsparteien Kante zeigen.» Jacqueline Wick von der Jungen Mitte betonte, dass diese Kriege extrem die Zivilbevölkerung treffen. «Die Frage ist, wie die Schweiz diese Leute unterstützen kann.»
Mit dem Anlass sehr zufrieden
Lars Gutknecht zeigte sich über die Podiumsdiskussion sehr erfreut: «Es ist toll, dass so viele Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler gekommen sind», war er zufrieden.