Die gemeinsame ARA kommt
02.12.2022 Merenschwand, Region Oberfreiamtstimmt an der Winter-«Gmeind» dem Kredit für die ARA Reuss-Schachen zu
Der Ausbau und die Erneuerung der ARA Reuss-Schachen ist ein Riesenprojekt. Fast 27 Millionen Franken kostet es insgesamt. Mit dem Ja der Merenschwander zu ihrem Kreditanteil über ...
stimmt an der Winter-«Gmeind» dem Kredit für die ARA Reuss-Schachen zu
Der Ausbau und die Erneuerung der ARA Reuss-Schachen ist ein Riesenprojekt. Fast 27 Millionen Franken kostet es insgesamt. Mit dem Ja der Merenschwander zu ihrem Kreditanteil über mehr als neun Millionen Franken und zum Beitritt der Gemeinde Obfelden zum Abwasserverband Reuss-Schachen kann der Baustart voraussichtlich Mitte 2024 erfolgen.
Susanne Schild
Am 25. September genehmigte das Obfelder Stimmvolk an der Urne mit 86,37 Prozent Ja-Stimmen den Kredit für die ARA Reuss-Schachen. Obfelden und seine Anschlussgemeinden tragen an dem Projekt 49,4 Prozent. Obfelden übernimmt die Kosten für das Pumpwerk, das Regenbecken und die Anschlussleitungen zu 100 Prozent selbst und wird sich zusätzlich mit 700 000 Franken in den bisherigen Zweckverband einkaufen.
Am 18. November folgte Aristau und genehmigte an der Einwohnergemeindeversammlung mit 67 Jaund 0 Nein-Stimmen den nötigen Kredit. Die Gemeinde ist mit 10,1Prozent an den Kosten beteiligt. Am gleichen Tag genehmigten die Beinwiler an ihrer «Gmeind» den nötigen Kredit mit 142 Ja- und 0 Nein-Stimmen. Hier beträgt die finanzielle Beteiligung 8,65 Prozent.
Das benötigte Ja einstimmig erteilt
Was noch fehlte, war der Entscheid der Merenschwander Stimmbürger. Denn damit das Projekt umgesetzt werden kann, müssen die Stimmberechtigten aller beteiligten Gemeinden dem Vorhaben zustimmen. An der Einwohnergemeindeversammlung stimmten die Merenschwander dem Kredit von über neun Millionen Franken mit 0 Gegenstimmen zu. Jetzt kann im nächsten Jahr das Bauprojekt erarbeitet werden, welches die Grundlage für das anschliessende Baubewilligungsverfahren bildet. Nach Erstellung des Detailprojekts und Ausschreibung der wichtigsten Arbeiten, kann Mitte 2024 der Baustart auf der ARA Reuss-Schachen erfolgen. Der Ausbau der ARA Reuss-Schachen wird voraussichtlich in drei Etappen bis 2026 durchgeführt werden. Ein etappiertes Vorgehen muss gewählt werden, weil die ARA während des Ausbaus ständig in Betrieb bleiben muss. Parallel dazu wird die Anschlussleitung von Obfelden nach Merenschwand erstellt. Die Inbetriebnahme soll im März 2027 erfolgen. Im Juli 2028 ist der Rückbau der ARA Obfelden geplant. «Das Projekt hat eine lange Geschichte, die heute eine positive Wende erfährt», sagte Gemeindeammann Rainer Heggli nach dem Ja zur Krediterteilung und dem Beitritt der Gemeinde Obfelden zum Abwasserverband Reuss-Schachen. 1983 gebaut, wurde sie von 2003 bis 2005 das erste Mal saniert.
«Jetzt kann die nächste Sanierung beginnen», so Heggli. Dass dabei auch Gemeinden von der anderen Reussseite involviert werden können, war seit fast zehn Jahren ein Thema. Die Idee für eine Gross-ARA mit Affoltern, Obfelden und Hedingen wurde vor drei Jahren verworfen. Trotzdem ging Merenschwand noch einmal auf Obfelden zu. «Auch sie hätten ihre ARA sanieren müssen», sagt Heggli. «Zwei ARA in unmittelbarer Nähe zu sanieren, anstatt eine auszubauen, hätte wirklich keinen Sinn gemacht. Eine gemeinsame Lösung hat sich fast aufgedrängt», ist Heggli überzeugt. Ausserdem könnten jetzt die Vorteile bezüglich Gewässerschutz, Betriebssicherheit, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit einer grösseren ARA genutzt werden.
Der Alleingang hätte sowohl Obfelden wie auch Merenschwand jährlich mehr gekostet als die neue, grössere ARA, so Heggli. «Mit dem Ja der Merenschwander ist jetzt der Grundstein für ein gutes Fundament gelegt», freut sich der Gemeindeammann.
Am 10. Dezember ist die Strasse wieder offen
Seit gestern hat die Gemeinde Merenschwand eine neue Homepage. «Alles ist jetzt in einem neuen Kleid», informierte Heggli unter Verschiedenes. Zeitgleich mit der neuen Homepage werde man die Schalteröffnungszeiten ändern. Vieles könne jetzt online erledigt werden. «Dadurch kann einiges optimiert werden», so Heggli weiter. In sechs Monaten werde man ein erstes Fazit ziehen und dann entscheiden, ob die geänderten Schalteröffnungszeiten beibehalten werden sollen.
Der Neubau Kreisel und die Umlegung Wissenbach seien weiterhin ein grosses Thema. «Es läuft momentan viel, aber wir sind im Plan», sagte Rainer Heggli. Am 10. Dezember wird die Strasse wieder geöffnet. Nur der Bus fährt noch nicht durch das Dorf. Um dieses Datum einhalten zu können, sei es nötig, am 8.Dezember trotz des Feiertags zu bauen.
Die Beschlüsse
An der Einwohnergemeinde waren von den insgesamt 2383 Stimmberechtigten 98 anwesend. Die gefassten Beschlüsse unterliegen dem fakultativen Referendum. Das Protokoll und das Budget 2023 mit einem Steuerfuss von 96 Prozent wurden einstimmig genehmigt. Mit einer Gegenstimme wurde der Gemeindevertrag zwecks Führung des Sozialdienstes Mühlau genehmigt und dem Gemeinderat die Kompetenz zum Abschluss von weiteren Gemeindeverträgen in diesem Zusammenhang mit weiteren Gemeinden erteilt. Alle Einbürgerungsgesuche wurden ohne Gegenstimme genehmigt. Jeweils keine Gegenstimme erhielten der Ausführungsbeschluss und die Bewilligung von Verpf lichtungskrediten für Massnahmen im Zusammenhang mit der Sanierung Luzernerstrasse; a) 311 00 Franken für Gemeindestrassen; b) 232 000 Franken für Strassenbeleuchtung; c) 384 000 Franken für die Kanalisation. Einstimmigkeit herrschte bei der Behandlung des Rückweisungsantrags «Entlassung aus dem Gebäudeschutz» von Meinrad Etterlin im Zusammenhang der Revision der Nutzungsplanung. 0 Gegenstimmen erhielt auch die Behandlung des Rückweisungsantrags «Entlassung aus dem Gebäudeschutz» von Othmar Kluser im Zusammenhang der Revision der Nutzungsplanung. Einstimmigkeit herrschte auch beim Ausführungsbeschluss und der Bewilligung eines Verpf lichtungskredits von 9,148 Millionen Franken für die Erneuerung der ARA Reuss-Schachen sowie Zustimmung zum Beitritt der Gemeinde Obfelden zum Abwasserverband Reuss-Schachen. --sus
Sonnenenergie nutzen
Merenschwander Ortsbürger sind sich einig
An der Ortsbürgerversammlung Merenschwand, welche im Anschluss an die Einwohnergemeindeversammlung stattfand, waren 81 von 402 Stimmberechtigten anwesend. Das Protokoll und das Budget 2023 wurden einstimmig genehmigt.
«Die Ausrichtung der Dächer der vier Mehrfamilienhäuser der Zentrumsüberbauung der Ortsbürgergemeinde Merenschwand und des Eigentümers Erich Bär in Benzenschwil ist optimal für die Nutzung von Sonnenenenergie geeignet», sagte Gemeindeammann Rainer Heggli. Die Stimmberechtigten sahen das genauso und stimmten dem Verpflichtungskredit in Höhe von 750 000 Franken für die Realisierung von Photovoltaikanlagen dort zu.
Auch der Ausführungsbeschluss und ein Verpf lichtungskredit von 160 000 Franken für die Realisierung des Netzwerkverbundes zwischen Muri (Birri) und Unterrüti wurden einstimmig genehmigt. --sus

