Der Blick für den Patienten
18.07.2023 WohlenDr. Klaus Lipke aus Dottikon eröffnet die Praxis «Augenblicke» in Wohlen
Am 2. August eröffnet an der Nordstrasse in Wohlen das Augenarzt-Zentrum «Augenblicke». Medizinischer Leiter wird der Dottiker Klaus Lipke, der die letzten Jahre in ...
Dr. Klaus Lipke aus Dottikon eröffnet die Praxis «Augenblicke» in Wohlen
Am 2. August eröffnet an der Nordstrasse in Wohlen das Augenarzt-Zentrum «Augenblicke». Medizinischer Leiter wird der Dottiker Klaus Lipke, der die letzten Jahre in Wohlen bei der Pallas Klinik gearbeitet hat. Er erläutert, was ihn zur Selbstständigkeit bewogen hat.
Josip Lasic
Augenarzt scheint wirklich die Berufung von Dr. Klaus Lipke zu sein. Er hilft den Menschen nicht nur, im medizinischen Sinn zu sehen. Will er im Gespräch etwas genauer erklären, hat der in Dottikon wohnhafte Mediziner stets eine passende Metapher oder einen guten Vergleich zur Hand. «Wenn Sie in die Schublade greifen, finden Sie dort einen Kugelschreiber oder anderes Büromaterial. Öffnet man bei uns die Schublade, ist die erstmal noch leer. Und dann muss man sich überlegen, was man dort drin alles benötigt und wie man die Schublade füllen kann.»
So beschreibt der Augenarzt den Aufbau seiner Praxis «Augenblicke», die an der Nordstrasse in Wohlen entsteht und die von der Pike auf neu geplant wurde. Genau wegen solchen kleinen Dingen ist Lipke froh, dass er nicht allein ist beim Eröffnen dieser Praxis. Vor geraumer Zeit hat er über eine gemeinsame Bekannte Antonius Hug kennengelernt. Dieser hat bereits mit einem Kollegen eine Augenarztpraxis als Geschäftspartner geführt. «Er ist Unternehmer und kommt aus der IT. Ich bin Mediziner, nicht mehr und nicht weniger. Aber es benötigt beides, um so eine Praxis aufzubauen. Er ist der Fachmann, wenn es darum geht, welche Bewilligungen für so eine Praxis notwendig sind, für die administrative Arbeit, aber auch jemand, der die Erfahrung für die Details mitbringt.»
Wieder bringt Klaus Lipke einen guten Vergleich. «Sich zum ersten Mal selbstständig zu machen, ist ähnlich, wie wenn man aus dem Elternhaus auszieht. Gewisse Dinge, die vorher selbstverständlich erschienen, sind es nicht mehr.» Umso glücklicher ist der Augenarzt, dass er so einen Geschäftspartner hat und sich auf das Medizinische fokussieren kann. «Und dort kann man sagen, dass wir auf einer Wellenlänge sind. Es gab nie Diskussionen über Anschaffungen. Die medizinischen Geräte, die wir haben, sind die allerneusten auf dem Markt. Nur so ist Augenmedizin auf hohem Niveau möglich.»
Bindung zwischen Arzt und Patient ist wichtig
Am Mittwoch, 2. August eröffnet die Praxis. Die ersten vier Wochen im Terminkalender von Dr. Klaus Lipke sind gut gefüllt, wie er selbst erklärt. Das überrascht wenig. Seit 2017 war er in der Pallas Klinik in Wohlen tätig, zuletzt als Standortleiter. In dieser Funktion hat er das Vertrauen zahlreicher Patienten gewonnen. «Ich habe niemanden aktiv abgeworben», sagt er. «So etwas finde ich unseriös.» Offensichtlich ist es die Qualität seiner Arbeit, die überzeugt. Auch haben die Patienten grundsätzlich eine sehr enge Arzt-Bindung.
Über die Pallas Klinik verliert er auch kein schlechtes Wort. Wieder greift er zu einem bildlichen Vergleich, um zu erklären, woher der Wunsch nach Selbstständigkeit kam. «Wenn ich ein Marriott- oder Hilton-Hotel besuche, dann weiss ich, dass mich höchste Qualität erwartet. Dort wird mich aber weder der Mann an der Rezeption erkennen, noch der Koch oder sonst jemand. So etwas findet man eher in kleineren Hotels. Bei ‹Augenblicke› streben wir das genauso an. Höchste Qualität mit persönlicher Verbindlichkeit. Hierzu dann eine stabile Personalsituation zum Vorteil der Patienten. Die Menschen wünschen sich ihren Arzt.»
Dass sich das viele Ärzte ebenfalls so wünschen, sieht man an den weiteren Ärzten, die neben dem ursprünglich aus Deutschland stammenden Lipke bei «Augenblicke» arbeiten werden. Eine seiner beiden Kolleginnen hat er vor fünf Jahren in der Pallas Klinik kennengelernt. Sie hat die Klinik lange vor Klaus Lipke verlassen, hat aber immer betont, dass sie mit dabei wäre, wenn er sich mal selbstständig macht. «Wir werden drei Ärzte sein und vier oder fünf medizinische Praxisassistenten. Wenn man das Konzept verfolgt, dass man eine Patientenbindung hat, hat man das Fachpersonal schnell auf seiner Seite.»
Ein Experte in der Lidchirurgie
Dass er Mühe haben wird, Patienten zu akquirieren, glaubt er nicht. «Bedarf ist in der Region absolut da. Es wird höchstens eine Verschiebung geben.» Ein Vorteil, den Klaus Lipke auf seiner Seite hat, ist die Lidchirurgie. Sein Spezialgebiet, wo es wenige vergleichbare Fachleute auf seinem Level gibt. Neben dem Freiamt empfängt er auch Patienten aus anderen Kantonen und sogar aus dem benachbarten Ausland. Daneben bietet die Praxis die ganze Palette der Augenheilkunde an. «Am Ende ist es die Qualität, die sich durchsetzt», sagt er, gefolgt von einer weiteren Metapher. «Der Service in einem Restaurant kann noch so gut sein. Das Personal freundlich und am Ende gibt es noch eine Glace aufs Haus. Der Kunde wird trotzdem nicht wiederkommen, wenn das Essen nicht geschmeckt hat.»
Lipke ist davon überzeugt, dass in seiner neuen Praxis die notwendige Qualität angeboten wird. Als zusätzliches Appetithäppchen dienen die neuen, hellen Räumlichkeiten im 2. Obergeschoss an der Wohler Nordstrasse1a.
Familie steht dahinter
Seit 2017 lebt Dr. Klaus Lipke in Dottikon mit seiner Frau und den mittlerweile 13-jährigen Zwillingen. Die Familie steht hinter ihm und seiner neuen Praxis. «Das würde anders auch nicht gehen. Es wird gerade in der Anfangszeit längere Arbeitstage geben, nachdem wir eröffnet haben. An so einer Selbstständigkeit hängt auch unsere Existenz. Ich bin aber von unserer Idee überzeugt.»
Und wenn er die Augen medizinisch nur annähernd so gut behandelt, wie er Bilder vor dem inneren Auge entstehen lässt, wird die Praxis «Augenblicke» ein Erfolg.

