«Daten sind das digitale Gold»
02.06.2026 Region UnterfreiamtGewerbeapéro der Gemeinde Sarmenstorf zum Thema künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz kann Sitzungsprotokolle erstellen, Offerten vorbereiten oder Fragen von Neuzuzügern beantworten. Gleichzeitig wachsen auch die Risiken rund um Datenschutz und ...
Gewerbeapéro der Gemeinde Sarmenstorf zum Thema künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz kann Sitzungsprotokolle erstellen, Offerten vorbereiten oder Fragen von Neuzuzügern beantworten. Gleichzeitig wachsen auch die Risiken rund um Datenschutz und Cybersicherheit. Beim Gewerbeapéro in Sarmenstorf wurde aufgezeigt, wo KI im Alltag angekommen und wo weiterhin Vorsicht notwendig ist.
Künstliche Intelligenz war das grosse Thema beim Gewerbeapéro in Sarmenstorf. Trotz sommerlicher Temperaturen fanden zahlreiche Besucher aus Gewerbe und Behörden den Weg in den Pfarreitreff. Eingeladen hatten die Gemeinde Sarmenstorf sowie der Gewerbeverein Sarmenstorf und Umgebung. Begrüsst wurden die Gäste von Gemeindeammann Meinrad «Mäni» Baur.
Unbedingt klare Regeln erarbeiten
Eigentlich hätte Julien Weber von der Blackdot AG referieren sollen. Krankheitsbedingt fiel er aus, Patric Amsler sprang ein. Der Gründer und CEO des Unternehmens zeigte den Zuhörern anhand verständlicher Beispiele Chancen und Risiken rund um die künstliche Intelligenz und Cybersicherheit auf. Dabei wurde rasch klar, dass künstliche Intelligenz längst im Alltag angekommen ist. Unternehmen sollten sich aktiv damit auseinandersetzen. KI werde ohnehin bereits genutzt, oft unbemerkt innerhalb eines Betriebs. Umso wichtiger seien klare Regeln für den Umgang mit der neuen Technologie. Es können damit Routinearbeiten vereinfacht, Abläufe standardisiert und Fehlerquellen reduziert werden, erklärte Amsler. Als Beispiele nannte er Assistenten für Sitzungsprotokolle, Offerten, Checklisten oder automatische Frage-Antwort-Systeme auf Gemeinde-Websites, etwa für Neuzuzüger. Auch bei der Verarbeitung von Spesen und Rechnungen wird KI bereits eingesetzt.
Der Mensch ist eine der wichtigsten Sicherheitsmassnahmen
Künstliche Intelligenz werde künftig nicht nur unterstützend eingesetzt, sondern auch für Arbeiten genutzt, die heute noch von Menschen erledigt werden. Er sprach in diesem Zusammenhang von «virtuellen Angestellten». Entscheidend seien deshalb klare Ziele, saubere Regeln und die richtigen Fragen. Unternehmen sollten nicht einfach irgendein neues KI-Programm ausprobieren, sondern zuerst definieren, welches Problem gelöst werden soll. Er empfahl zudem, ein einmal ausgewähltes KI-Tool gezielt auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen und zu trainieren, anstatt ständig dem neusten Trend oder vermeintlich besten Modell hinterherzurennen. Zur Sprache kam auch die rasante Entwicklung der vergangenen Jahre. Zwar gebe es künstliche Intelligenz schon länger, ein eigentlicher Wendepunkt sei der 30. November 2022 gewesen, als Open AI das Sprachmodell ChatGPT veröffentlichte. Seither habe sich die Technologie mit enormem Tempo verbreitet.
Einen wichtigen Teil des Vortrags widmete Patric Amsler den Gefahren. Besonders beim Datenschutz sei Vorsicht nötig. Wer sensible Informationen unüberlegt in kostenlose KI-Systeme hochlade, könne schnell rechtliche Probleme bekommen. Als Beispiel erwähnte er einen Arzt, der zur Einholung einer Zweitmeinung ein Röntgenbild eines Patienten in eine KI-Anwendung lädt. Ohne entsprechende Schutzmassnahmen könne dies rasch zu einer Datenschutzverletzung führen. «Daten sind das digitale Gold», hielt Amsler fest.
Kriminelle wollen an Bankdaten gelangen
Auch im Bereich der Cybersicherheit spiele KI zunehmend mit. Stimmen könnten heute täuschend echt imitiert werden. Kriminelle versuchen damit etwa, an vertrauliche Informationen oder Bankdaten zu gelangen. Der Referent empfahl deshalb, bei verdächtigen Telefonanrufen immer selbst über die offizielle Nummer zurückzurufen. Trotz aller Technik bleibe der Mensch eine der wichtigsten Sicherheitsmassnahmen.
Schweiz im Gesundheitswesen gut positioniert
Zur Sprache kamen zudem der hohe Energiebedarf moderner KI-Systeme sowie das weltweite Wettrennen zwischen den USA und China um technologische Marktanteile. Die Schweiz sieht er dagegen vor allem bei spezialisierten Anwendungen, etwa im Gesundheitswesen oder in branchenspezifischen Lösungen, gut positioniert. Beim anschliessenden Apéro nutzten viele Besucher die Gelegenheit zum angeregten Austausch.
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