Sabrina Salm, Redaktorin.
«Six-Seven.» Ein Ausdruck, den man derzeit gefühlt überall hört. Auf dem Pausenhof, im Bus, auf dem Sportplatz – und zwar unabhängig davon, ob er gerade überhaupt passt. ...
Sabrina Salm, Redaktorin.
«Six-Seven.» Ein Ausdruck, den man derzeit gefühlt überall hört. Auf dem Pausenhof, im Bus, auf dem Sportplatz – und zwar unabhängig davon, ob er gerade überhaupt passt. «Six-Seven» ist so eine Art Allzweckreaktion: mal Zustimmung, mal Überraschung, mal einfach nur ein Lückenfüller, wenn einem sonst nichts einfällt. Oft reicht auch nur das Sehen oder Hören der Zahl 6 oder 7 und schon hallt ein lautstarkes und langgezogenes «Six-Seeeeeven» durch die Gegend. Die genaue Bedeutung? Die ist sehr flexibel. Wer es benutzt, weiss es selbst nicht immer so genau. Aber es klingt gut, und das reicht offenbar.
Für uns Erwachsene ist das natürlich erst einmal … sagen wir ... gewöhnungsbedürftig. So wie auch bei Ausdrücken wie «lame», «ehrenlos» oder dem unvermeidlichen «Bro». Oder «wük» für «wirklich», schweizerdeutsch «würklich». Gerne werden Buchstaben oder auch Verben einfach weggelassen. Und irgendwo zwischen leichter Verwirrung und stillem Augenrollen fragen wir uns: Muss das wirklich sein?
Ja, muss es. Denn ein kurzer Blick zurück zeigt, dass wir kein bisschen besser waren. Wer in den 80ern «voll krass» sagte, in den 90ern alles «mega» fand oder in den 2000ern «chillig» durch den Alltag ging und mit Abkürzungen wie «LG» (Liebe Grüsse), «hdl» (hab dich lieb) oder «omg» (Oh mein Gott) um sich warf, hat sprachlich auch nicht gerade für Klarheit gesorgt. Jugendsprache war schon immer ein kreatives Durcheinander. Ein Mix aus Abgrenzung, Gruppenzugehörigkeit und dem Drang, die Erwachsenen ein bisschen zu irritieren.
Sprache verändert sich ständig. Sie ist lebendig, passt sich an, nimmt Einflüsse auf und wirft andere wieder über Bord. Was heute «Six-Seven» ist, ist morgen vielleicht schon wieder verschwunden.
Die heutigen Kinder und Jugendlichen sind nicht sprachfaul, der Sprachwandel gehört nun mal dazu. Natürlich kann das nerven. Aber wir müssen die Sprache nicht lieben, sondern sie nur aushalten. Nehmen wir es also mit Humor und einfach «easy», wie meine Generation, die Millennials, gerne sagt. Auch diese Phase geht vorbei. Bis die nächste kommt ...