Brückenbauer für die Menschenrechte
17.03.2026 Wohlen, KircheMonsignore Obiora Ike besuchte Pfarreiraum Unteres Freiamt
Er hat seit Jahren in vielen Ländern den Ruf als Brückenbauer und Kämpfer für die Menschenrechte. Monsignore Obiora Ike aus Nigeria besuchte mehrere Schweizer Regionen und machte auch in ...
Monsignore Obiora Ike besuchte Pfarreiraum Unteres Freiamt
Er hat seit Jahren in vielen Ländern den Ruf als Brückenbauer und Kämpfer für die Menschenrechte. Monsignore Obiora Ike aus Nigeria besuchte mehrere Schweizer Regionen und machte auch in Wohlen und Hermetschwil halt. Er sprach über die Lage der Menschenrechte in seinem Heimatland.
Pfarrer Ignatius Okoli freute sich besonders, seinen Landsmann und früheren Förderer in Wohlen begrüssen zu dürfen. Der in Enugu (Nigeria) lebende Theologieprofessor begründete das katholische «Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden», das heute die Koordination für vorab aus Westeuropa stammende Hilfsaktionen zugunsten Not leidender Menschen in Nigeria betreut.
Verfolgung aller, die einen säkularen Staat wollen
Der aktive Beziehungen zu Europa unterhaltende Monsignore Ike setzt sich vehement für die Rechte der verfolgten Christinnen und Christen im 240-Millionen-Staat ein.
Unzählige Opfer unter bedrängten Christen und Muslimen gehen in Nigeria auf das Konto der radikalislamistischen Gruppierung «Boko Haram», die seit vielen Jahren Angst und Schrecken im bevölkerungsreichsten Land Afrikas verbreitet. Obiora Ike begegnete über das vergangene Wochenende in Wohlen und einmal in Hermetschwil interessierten Gläubigen an Gottesdiensten.
«Unsere Kirche ist eine grosse Familie», begrüsste der afrikanische Gast die einheimischen Gläubigen. Er gab seiner Freude Ausdruck, wieder in der Schweiz zu weilen. «Der Mensch ist ein Ebenbild Gottes, weshalb die Menschen nicht zum Objekt gemacht werden dürfen», so Obiora Ike. Er zeigte auf, dass die Christenverfolgung in seinem Heimatland ein gravierendes Problem darstellt.
Durch die Terrororganisation «Boko Haram» werden im Jahr bis zu rund 1000 Menschen umgebracht, bloss weil sie an Christus glauben und dies bekennen, darunter auch Priester und Ordensleute. Unzählige Menschen, vor allem Frauen und Kinder, werden verschleppt und misshandelt. Durch die grassierende Korruption bei den Ordnungshütern und in der Politik gelingt es der Polizei und dem Militär meistens nicht, die Terroristen wirksam zu bekämpfen.
Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden
Dieses Jahr ist es 40 Jahre her, dass der Nigerianer, der die deutsche Sprache perfekt beherrscht, mithalf, das «Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden» zu gründen, dem er heute vorsteht. Der Hauptsitz befindet sich im heimatlichen Ennubu. Die über das ganze Land verteilte Organisation mit unzähligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bemüht sich unter der Leitung von Monsignore Ike um ein vielfältiges segensreiches Wirken im Sinne karitativer, sozialer und auch pastoraler Dienstleistungen.
Einen wichtigen Stellenwert nimmt die Betreuung traumatisierter Frauen und Kinder ein, die durch Terror und Verschleppungen mit körperlichen und seelischen Leiden belastet sind. Das Institut unterhält hierfür eigene Traumazentren, die von kirchlichen Kräften betrieben werden. Das Institut unterhält auch Berufsschulen, um jungen Menschen dadurch Ausbildungen in fachlichen Bereichen zu gewähren. Im Zentrum für Ausbildung werden jugendliche Binnenflüchtlinge aufgenommen, die aus anderen Landesteilen vertrieben wurden. Es ist dem Institut ein Anliegen, in möglichst vielen Pfarreien für die Flüchtlinge aus anderen Regionen Ernährung, Wasser und gesundheitliche Massnahmen bereitzustellen. Die Kirche betreibt auch Kindergärten, Volks- und Mittelschulen. Die Führung von Waisenhäusern obliegt ebenfalls kirchlichen Organen. Monsignore Ike erwähnte die wertvolle Unterstützung aus Europa, vorab Deutschland, Österreich und Schweiz, sowie von der UNO. Monsignore Ike: «Man soll Afrika in Europa nicht vergessen» und den Menschen auf diesem Kontinent wertvolle Unterstützung gewähren.
Dank an «Kirche in Not»
Das Hilfswerk «Kirche in Not» erbringt seit Jahren wertvolle Hilfe und unterstützt über das «Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden» durch verschiedene Projekte wichtige Bedürfnisse eines Grossteils der leidenden Bevölkerung.
Abschliessend widmete Pfarrer Ignatius Okoli dem nigerianischen Gast ein bemerkenswertes Dankeswort. «Ich bin ihm 1992 erstmals als Student begegnet und brauchte Unterstützung, die er mir ermöglicht hat.» Das von Monsignore Ike geführte Institut hat letztlich Ignatius Okoli, wie unzähligen Menschen, wertvolle Studienhilfen gewährt. --tre

