Begegnungen im Lichtermeer
06.12.2022 Region Unterfreiamt, VillmergenNach vier Jahren Pause lockte der Villmerger Weihnachtsmarkt viel Publikum an
In Bremgarten drängten sich zur gleichen Zeit Zehntausende durch die Gassen. Auf dem Villmerger Dorfplatz waren es wohl einige Hundert. Alles war etwas kleiner. Aber nicht weniger ...
Nach vier Jahren Pause lockte der Villmerger Weihnachtsmarkt viel Publikum an
In Bremgarten drängten sich zur gleichen Zeit Zehntausende durch die Gassen. Auf dem Villmerger Dorfplatz waren es wohl einige Hundert. Alles war etwas kleiner. Aber nicht weniger stimmungsvoll.
Chregi Hansen
Die Standbetreiber hatten an diesem Tag allen Grund zum Strahlen. «Seit der Eröffnung um 11 Uhr hatte es immer viele Leute auf dem Platz. Wir sind sehr zufrieden», sagen Erwin und Annemarie Berger aus Boswil am Abend. Mit ihren selbst gemachten Holzkreationen locken sie viel Publikum an. «Es ist inzwischen der einzige Markt, den wir noch besuchen. Uns gefällt es sehr gut hier», sagen sie.
Tatsächlich hat es am Abend immer noch viele Menschen auf dem Dorfplatz. Die Lust am Weihnachtsmarkt scheint nach den vier Jahren Pause gross zu sein. 34 meist wunderbar dekorierte Stände locken mit einem bunten Mix an Geschenkideen und Nützlichem, dazwischen lodern kleine Feuer in Schalen und duftet es nach Esswaren und feinen Getränken. Überall bilden sich kleine Gruppen – im Gegensatz zum grossen, gleichzeitig stattfindenden Markt in Bremgarten kann man hier auch etwas verweilen, ohne gleich weitergeschoben zu werden.
Zufriedene Standbetreiber
Überall trifft man an diesem Abend auf lachende Gesichter. So etwa bei Anton Meyer, dem Imker aus dem eigenen Dorf. «Im Gegensatz zu anderen kann ich mich dieses Jahr nicht beklagen, die Bienen waren fleissig», sagt er. Und seine Produkte sind an diesem Tag gefragt. Fast zu gut sogar. «Ich habe sehr gut verkauft», zieht er Bilanz. Wegen der Kälte hat er nur einen Teil der Waren am Stand bereit, regelmässig muss er darum Nachschub holen. «Natürlich freue ich mich, dass ich so viel verkaufe. Aber mir ist es wichtig, dass ich auch noch einen gewissen Vorrat für meine Stammkunden habe», schmunzelt er, während seine Tochter bereits wieder nach ihm ruft. Der Honig ist schon wieder alle.
Am Stand daneben verkauft der Natur- und Vogelschutzverein Vogelhäuschen und -futter. Zudem versucht André Keusch neue Mitglieder für den Natur- und Vogelschutzverein zu gewinnen. «Wer beitritt, hat Chancen, auch noch gleich Präsident zu werden», lacht er. Schon länger sucht er nach einem Nachfolger. Bis er ihn gefunden hat, setzt er sich aber mit voller Tatkraft für den Verein ein. So etwa für das 90-Jahr-Jubiläum, welches der NVV im nächsten Juni feiern wird. «Für uns wäre es das schönste Geschenk, wenn sich die Gemeinde dem Projekt ‹Natur findet Stadt› anschliesst», meint Keusch.
Altes Handwerk präsentieren
Es gibt viel zu entdecken an diesem Markt. Besondere Aufmerksamkeit zieht die Bürstenbinderwerkstatt von Theo Hagenbuch auf sich. Auf den alten Maschinen stellt er ganz verschiedene Bürsten her und erklärt gerne die Funktionsweise. «Das hier ist Qualitätsware, die hält ewig», betont der Hilfiker, der ein Faible für alte Maschinen hat. Und noch so gerne davon erzählt. Dieses Jahr ist er aber besonders gefordert auf dem Villmerger Weihnachtsmarkt. Denn Theo Hagenbuch ist auch Vizepräsident des Feuerwehrvereins, der in diesem Jahr erstmals den Märt organisiert. «Wir haben ihn vom Handwerker- und Gewerbeverein übernommen. Dass gleich so viele Leute kommen, freut uns natürlich sehr.»
Derweil nimmt die Zahl der Besucher nicht etwa ab, sondern weiter zu. Während die Kleineren den Samichlaus besuchen und die Grösseren sich mit warmen Getränken eindecken oder einen Abstecher in das Beizli machen, klingt Drehorgelmusik über den Platz. Der Villmerger Hans Schmid hat eines seiner Prachtstücke mitgebracht und sorgt für passende Musik. Sie vermischt sich mit den vielen Lichtern, welche den Dorfplatz zu einem wunderbaren Ort der Begegnung machen. Auf dem so mancher viel länger verweilt als eigentlich geplant.






