Der grossen Hitze getrotzt
23.06.2026 Jugend, Villmergen, Region UnterfreiamtDrei Tage lang Party gefeiert
Das Jugendfest in Villmergen zog Tausende von Besuchern aus nah und fern an
Tagsüber macht die Hitze vielen zu schaffen. Aber dafür wird abends umso mehr gefeiert am Villmerger Jugendfest.
Chregi Hansen
Tagsüber ist es die verzweifelte Suche nach dem Schatten. Abends beginnt dann der Kampf um einen Sitzplatz in einem der vielen Beizli. Und nachts gibt es teilweise kaum noch ein Durchkommen auf dem Festplatz. Das mag auf den ersten Blick negativ klingen. Aber nach schlechter Laune hält man an diesem Wochenende vergebens Ausschau. Das Jugendfest in Villmergen ist ein wunderbarer, farbenfroher, vielfältiger und friedlicher Anlass, der bei Jung und Alt bestens ankommt.
Natürlich ist es heiss tagsüber. Natürlich hätte es sich auch das OK ein paar Grad kühler gewünscht, wie Philippe Wyser zugibt. «Ab und zu eine Wolke, das wäre nicht verkehrt», sagt er. Doch weil den Besuchern so viel geboten wird, ist die Stimmung bestens: Konzerte, Tanzvorführungen, Spiele für Kids, Umzug, Festbeizli und ein Lunapark, der für einen Grossandrang sorgt. Was will man mehr?
Spätestens wenn es langsam eindunkelt und es etwas kühler wird, mutiert das Areal zur Partymeile. Das Villmerger Jugendfest findet bekanntlich nur alle acht Jahre statt. Vielleicht ist genau dies das Erfolgsgeheimnis. Wenn man sich auf etwas so lange freut, dann lässt man sich durch das Wetter die Stimmung nicht vermiesen.
Jugendfest Villmergen: OK-Chef Philippe Wyser zieht ein positives Fazit
Etwas müde, aber einfach nur glücklich: Philippe Wyser ist am Montag rundum zufrieden. «Es hat alles funktioniert», konnte er feststellen. Und lobt besonders den Einsatz der Vereine.
Chregi Hansen
Zahlen kann er noch keine nennen. Weder, was die Zahl der Besuche betrifft noch die Finanzen. «Wir werden die Bilder der Drohen auswerten, die haben wir aber noch nicht erhalten. Aber am Samstagabend waren Tausende beim Konzert vor der Bühne und mindestens nochmals so viele in den Festbeizen auf dem Lunapark», erklärt OK-Chef Philippe Wyser. Und von einem Verein wisse er bereits, dass er enorm viel Umsatz gemacht habe. «Und auch die Schausteller haben von einem super Erfolg gesprochen. Und die gelten ja sonst eher als kritisch», fügt Wyser an.
Viel Glück am Eröffnungsabend
Doch nicht nur zahlenmässig war das Villmerger Jugendfest ein riesiger Erfolg. Auch das Echo war fast ausnahmslos positiv. «Es ist schon etwas gemein. Die Vereinsvertreter haben geschuftet wie verrückt. Und ich konnte gemütlich übers Gelände marschieren und ganz viele Gratulationen entgegennehmen», schmunzelt Wyser. Immer wieder hätten ihn Leute angesprochen, ihm die Hand geschüttelt und sich bedankt. Das zeige doch, dass das Konzept überzeugt hat. Ganz viel Lob gab es auch für den Umzug. «Was die Wagenbauer hier geleistet haben, das ist einmalig», so der OK-Chef. Aber auch die verschiedenen Einlagen während des Umzugs kamen beim Publikum bestens an. Selbst die grosse Hitze konnten die Stimmung nicht trüben.
Ganz viele Personen an ganz vielen Orten engagiert
Nach dem Umzug füllte sich auch das Festgelände jeweils schnell. Waren vor allem die Schattenplätze schnell belegt. So mancher half sich, indem er selber Sonnenschirme mitnahm. «Ein paar Grad kühler oder ein paar Wolken mehr wären nicht verkehrt gewesen», sagt darum Wyser. Wobei er sich nicht beklagen will. «Am Freitagabend haben wir angesichts des drohenden Gewitters gebibbert bei der Eröffnung. Vor allem die Chefs von Bau und Sicherheit waren auf Nadeln. An diesem Abend sind wir glimpflich davongekommen. Ein paar Sonnensegel hat es runtergerissen, die waren schnell wieder geflickt», so Wyser. Auch sonst gab es kaum Zwischenfälle auf dem Gelände, «das ist bei Festen dieser Grösse nicht selbstverständlich», weiss der OK-Chef.
Speziell hebt er die Leistung der Vereine hervor, die in ihren Beizli sehr gefordert waren. So mancher ist ja in zwei oder drei Vereinen dabei und kam darum mehrfach zum Einsatz. «Im Vorfeld hat der eine oder andere gejammert, wie viel Arbeit er habe. Aber mit dem Start des Festes war alles Negative weg, hörte man nur noch grosse Begeisterung», sagt Wyser. Selbst die Drohnenshow, über welche so mancher anfangs die Nase rümpfte, kam beim Publikum bestens an. Diese Alternative zum Feuerwerk hat Zukunft. Wobei es nun wieder acht Jahre dauert, bis das nächste Jugendfest stattfindet. Doch die Bilder und Videos der diesjährigen Ausgabe helfen darüber hinweg. «Es war schlicht und einfach paradiesisch», stellt Philippe Wyser treffend fest.
So sieht also das Paradies aus
Das Jugendfest Villmergen begeisterte während dreier Tage
Weder das drohende Gewitter am Freitagabend noch die grosse Hitze am Samstag und Sonntag hielten das Publikum davon ab, das Fest zu besuchen. Das Juvi 2026 war ein voller Erfolg, an diese drei Tage wird man sich noch lange erinnern.
Chregi Hansen
Für Ammann Ueli Lütolf ist klar: «Das Villmerger Jugendfest führt alle Generationen zusammen.» Er sagte dies an der offiziellen Eröffnung am Freitag. Und spätestens am Samstagabend wusste jeder, dass diese Aussage absolut zutreffend war. Denn auf dem Festgelände sprangen die Kids umher, stürmten die Jugendlichen den Lunapark, tanzten und sangen Tausende vor der Bühne beim Konzert von Megawatt mit und waren alle Festbeizli brechend voll mit jüngeren und älteren Gästen. Das ganze Festgelände pulsierte – bis plötzlich Lichter und Musik erloschen und sich alle Blicke dem Himmel zuwandten, wo eine Drohnenshow fantasievolle Bilder zauberte. Ein eher stiller und besinnlicher Höhepunkt – aber nicht der Abschluss, denn anschliessend wurde bis in den frühen Morgen weiter gefeiert.
«Das ist euer Fest, eure Bühne – Lasst es krachen»
Doch zurück an den Anfang. «In Villmergen müssen die Kinder jeweils lange auf ein Jugendfest warten», so der Ammann weiter. Nur alle acht Jahre findet es statt. «Doch heute ist es so weit, das ist euer Fest, eure Bühne. Lasst es krachen», gab Lütolf den Schülern und Schülerinnen mit auf den Weg. Und OK-Chef Philippe Wyser betonte in Anspielung auf das Motto «Paradiesisch», dass sich jeder und jede etwas anderes unter dem Paradies vorstellt. «Aber für mich sind eure glücklichen Gesichter das grösste Paradies», so Wyser.
Und diese glücklichen Gesichter traf man an allen drei Tagen und überall auf dem Festgelände. Denn den Kids und Jugendlichen wurde viel geboten. Unzählige Spielangebote lockten am Freitag und Samstag zu Spass und Bewegung. «Der Aufwand für all diese Stationen ist gross. Aber wenn man die Begeisterung der Schüler und Schülerinnen sieht, dann leistet man die Arbeit gerne», sagte Christoph Fricker, der die Organisation des Parcours unter sich hatte. Riesig war auch der Aufwand, welchen die Wagenbauer auf sich nahmen. Zehn fantasievolle und paradiesische Sujets rollten, begleitet durch die Klassen sowie Musik- und Tanzformationen, durch das Dorf. «Ich bin absolut beeindruckt, das ist alles noch viel besser, als ich es mir in der Planung vorgestellt habe», schwärmte der künstlerische Leiter Fabio Gsell noch während des Umzugs. Es waren nicht nur die Dimensionen der Wagen, die beeindruckten, viele Elemente bewegten sich und sorgten für verschiedene Effekte. Zudem verteilten die Kids fleissig Süssigkeiten oder Äpfel. Und wurden umgekehrt mit Wasser versorgt.
Gesucht: Schattenplätze
Wasser war auch während des Fests gefragt, denn die Temperaturen waren hoch. Sehr hoch. Die installierten Sprühnebelanlagen brachten etwas Abkühlung, auch der künstliche See auf dem Festgelände wurde dafür genutzt. Doch trotz der Hitze zogen die verschiedenen Acts auf der Bühne das Publikum wieder in die pralle Sonne. Für Begeisterung sorgten etwa der Auftritt der Theatergesellschaft, welche das Vereinsleben in Villmergen und die Beziehungen zu Wohlen scherzhaft auf die Schippe nahm. Auch die Tanzaufführungen oder das Konzert von Megawatt lockte viel Publikum an. Andere Acts hingegen wurden Opfer der grossen Hitze. Gerade bei den Konzerten am frühen Abend war der Platz vor der Bühne fast leer, weil alle lieber die Schattenplätze in den Festbeizli besetzten.
Apropos Beizli: Was die Vereine in dieser Hinsicht leisteten, war beeindruckend. Wenn nicht gar paradiesisch. Das betrifft die Einrichtung und Dekoration, aber insbesondere auch die Leistung durch Küche und Service. Und trotz des Stresses und der hohen Temperaturen wurden die Arbeiten stets mit einem Lächeln geleistet. Beim Spazieren von Beiz zu Beiz traf man zudem fast immer auf alte Bekannte, bildeten sich kleine Grüppchen, die angeregt diskutierten. Und als wahrer Magnet erwies sich der Lunapark mit seinen vielen Anlagen. Wobei vor allem das grosse Riesenrad ein Renner war – fast alle gönnten sich einmal eine Fahrt und einen Blick von oben herab auf das Villmerger Paradies.


















