Aufbruch in neue Gefilde
23.06.2026 Wohlen, BildungGrosser Tag in der Kanti Wohlen. Nicht weniger als 153 Maturandinnen und Maturanden durften ihr Diplom in Empfang nehmen. Die Festrede hielt Susanne Küng, Rechtsanwältin und FIFA-Schiedsrichterassistentin.
Stimmungsvolle und beeindruckende Maturfeier der Kanti ...
Grosser Tag in der Kanti Wohlen. Nicht weniger als 153 Maturandinnen und Maturanden durften ihr Diplom in Empfang nehmen. Die Festrede hielt Susanne Küng, Rechtsanwältin und FIFA-Schiedsrichterassistentin.
Stimmungsvolle und beeindruckende Maturfeier der Kanti Wohlen
Gleich zweimal füllte sich die Aula der Kantonsschule am letzten Samstagmorgen mehr als bis auf den letzten Platz. Die insgesamt 153 Maturandinnen und Maturanden, aufgeteilt in zwei Gruppen à vier Klassen, durften ihre Diplome in Empfang nehmen.
Walter Minder
Die Sonne strahlte bereits bei der ersten Feier um 10 Uhr mit den strahlenden Gesichtern der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen um die Wette. Kein Wunder also, dass sich alle erwartungsvoll im Schatten der grossen Bäume vor der Aula trafen, begleitet von ihren Familien und Freunden, davon nicht wenige mit Blumen für eine spätere persönliche Gratulation.
Nach der musikalischen Eröffnung durch das Kanti-Orchester unter der Leitung von Eva Noth begrüsste Rektor Matthias Angst die Maturandinnen und Maturanden und die übrigen Gäste mit einem Zitat des irischen Dramatikers George Bernard Shaw (1856– 1950) und einem schmunzelnden Blick in die Runde: «Alte Leute sind gefährlich, weil sie keine Angst vor der Zukunft haben». Shaw wollte damit auf die Stärken des Älterwerdens hinweisen. Der Rektor: «Sie beenden mit dem heutigen Tag einen wichtigen Lebensabschnitt, Sie werden also älter, besser gesagt, Sie werden erfahrener. Mit dem in den letzten vier Jahren mit grossem Wissen gefüllten Rucksack brauchen auch Sie in ihren jungen Jahren keine Angst vor der Zukunft zu haben.» Dann bat er Dr. iur. Susanne Küng für ihre Festrede ans Mikrofon.
Rechtsanwältin und FIFA-Schiedsrichterassistentin
Sie sei für einen Einsatz an einem Länderspiel auf dem Weg nach Lettland gewesen, als sie von Rektor Angst kontaktiert worden ist. «Ich habe 2008 hier die Matur abgeschlossen, neben viel Fachwissen habe ich vor allem die besten Freundinnen mitgenommen.» Sie treffen sich immer noch regelmässig und tauchen ein in schöne und lustige Erinnerungen an die gemeinsame Kanti-Zeit.
Nach vier intensiven Jahren in Wohlen war es für sie Zeit für den Aufbruch in neue Gefilde, und sie begann in Fribourg das Jus-Studium. Als Mitglied des FC Muri war sie schon einige Zeit als Linienrichterin im Einsatz, dann ein nächster Aufbruch in neue Gefilde, denn 2012 wurde sie von der FIFA auf die Liste der Schiedsrichterassistentinnen gesetzt. Damit begann für sie eine Zeit mit vielen Einsätzen rund um den Erdball. Das war aber noch nicht genug, denn parallel dazu bestand sie die Anwaltsprüfung. Sie konnte ihre Anstellung in Teilzeit erfüllen und so ihre Leidenschaft für die Schiedsrichterei ausleben. «Der Sport hat mich gelehrt, auch Niederlagen oder falsche Entscheidungen zu akzeptieren.» Und sie habe erkannt, dass manche Umwege letztlich zum angestrebten Ziel führen. «Ich gratuliere Ihnen und wünsche Ihnen den Mut, auch neue Wege unter die Füsse zu nehmen.»
Klassenweise Diplomübergabe
Nach einem wiederum überzeugenden musikalischen Zwischenspiel durch das Kanti-Vokalensemble unter der Leitung von Beat Wälti gehörte die Bühne den Maturandinnen und Maturanden, die Klasse um Klasse aus den Händen ihrer Abteilungslehrpersonen das begehrte, hart erarbeitete Diplom in Empfang nehmen durften. Der Versuch von Rektor Angst, die lautstarken, individuellen Gratulationen zu einem klassenweisen Schlussapplaus zu bündeln, war auf Dauer mehr oder weniger erfolgreich, und schon fühlte man sich wie in einem Public Viewing der Fussball-WM nach einem Tor der eigenen Mannschaft.
Schlusspfiff der Schulzeit
Dann erfolgte der «Schlusspfiff», «unsere gemeinsame Schulzeit mit Tiefund Höhepunkten endet heute, wir Mitarbeitende von der Kanti Wohlen wünschen Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg nur das Beste». Unter der Leitung von Marcel Suk animierte zum Abschluss die Kanti-Band zum Mitklatschen, bevor es zu den Gruppenfotos und zum feinen Apéro ging.
Auszeichnung für besten Abschluss
Im zweiten Teil der Maturfeier durfte Elina Hauswirth (Oberwil-Lieli) aus den Händen von Roland Hodel, Präsident vom Kiwanis Club Lindenberg, die Kiwanis-Auszeichnung für den besten Maturabschluss 2026 an der Kanti Wohlen in Empfang nehmen. Sie schloss die Maturitätsprüfungen mit 23,5 Saldopunkten und der hervorragenden Durchschnittsnote von 5,81 ab.



