Auf Wolke sieben
17.07.2026 WohlenLehrreiche Reise nach Paris
Für die Wohler Hairstylistin Angela Pepe geht ein langersehnter Traum in Erfüllung
Vor Kurzem folgt Angela Pepe, Inhaberin vom Salon La Biosthétique, einer Einladung von Star-Hairstylist Alexander von ...
Lehrreiche Reise nach Paris
Für die Wohler Hairstylistin Angela Pepe geht ein langersehnter Traum in Erfüllung
Vor Kurzem folgt Angela Pepe, Inhaberin vom Salon La Biosthétique, einer Einladung von Star-Hairstylist Alexander von Trentini an die Fashion Week nach Paris.
Monica Rast
Als Teenager schwärmen viele für weltbekannte Sänger oder Schauspieler. Doch es gibt auch welche, die ganz andere Vorbilder bewundern. Für Coiffeure sind es die grossen Hairstylisten, die an den renommierten Modeschauen für die Haare der Models zuständig sind.
Einer von ihnen ist Alexander von Trentini. Er ist ein deutscher Friseur und bekannt als Star-Hairstylist und Haarexperte, dem nationale und internationale Models sowie Schauspieler vertrauen.
Ein kurzes Treffen in Berlin und eine aus Spass gestellte Frage später geht für Angela Pepe ein Traum in Erfüllung. Sie wird als Hairstylistin an die Haute Couture Fashion Week Paris von Alexander von Trentini persönlich eingeladen.
An der Fashion Week treten die schönsten Kreationen aus der Modewelt auf. Während des Events werden die neusten Kollektionen bei Modeschauen vorgestellt, die an den schönsten Orten der Hauptstadt stattfinden. Angesehene Namen wie Courrèges, Lanvin, Iris van Herpen, Christian Dior, Comme des Garçons, Stella McCartney oder Chanel nehmen am Ereignis teil und machen aus der Pariser Fashion Week eine der wichtigsten Veranstaltungen der Modewelt.
Und mittendrin die 36-jährige Hairstylistin Angela Pepe aus Wohlen. Seit zwei Jahren führt sie den kleinen Salon La Biosthétique im Haus zum Federal. Die Coiffeuse fühlt sich wohl dort und ist glücklich mit ihrer Wahl. Mit ihrem Salon-Maskottchen Nella verwöhnt sie ihre Kundschaft und schwärmt von ihrer Reise nach Paris.
Angela Pepe ist an der Haute Couture Fashion Week Paris im Einsatz
Für die Kundschaft ihres Salons La Biosthétique opfert Angela Pepe gerne ihre Zeit. Ein Ausflug nach Paris motiviert sie umso mehr, alles für ihre Kunden zu geben, und sie weiss, sie ist auf dem richtigen Weg.
Monica Rast
Coiffeuse zu werden, war ihr Kindheitstraum. Für Angela Pepe kam somit nur eine Lehre infrage. «Ich schrieb eine Bewerbung und bekam die Stelle», erzählt sie lachend. «Ich lebe für meinen Beruf und bin mit ganzem Herzen dabei.» Sie wagt den Schritt in die Selbstständigkeit und übernimmt den kleinen Salon im Haus zum Federal an der Bünzstrasse. Nun arbeitet und wohnt sie in Wohlen.
«Es war eher ein Zufall, dass ich den Salon übernommen habe. Geplant war es nicht», meint sie schmunzelnd. Bis dato hat die 36-Jährige bis auf einen kurzen Unterbruch in ihrem Lehrbetrieb in Hochdorf gearbeitet. «Es hat mir dort sehr gut gefallen. Es war eine super Stelle mit guten Kolleginnen. Doch ich hatte auch Ideen und konnte mich, da ich angestellt war, nicht richtig verwirklichen. Jetzt gebe ich alles.»
Authentisch arbeiten und an Ziele glauben
Inzwischen führt sie seit zwei Jahren ihren Salon in Wohlen und fühlt sich happy, so, wie es ist. Für die Coiffeuse ist nicht nur das Können im Beruf gefragt, es braucht auch ein gutes Gespür für die Kundschaft. «Ich bin authentisch und das wird geschätzt. Sehr viele Kundinnen sind inzwischen zu Kolleginnen geworden.»
War früher der Friseurbesuch ein Austausch von Klatsch und Tratsch, wird heute bei vielen die ruhige Atmosphäre geschätzt. Der Besuch ist inzwischen eine Auszeit vom Alltag geworden und auch die Ansprüche an den Coiffeur haben sich geändert. Um denen gerecht zu werden, absolviert die Coiffeuse immer wieder Weiterbildungen in allen Bereichen. «Das muss man, um mithalten zu können», erklärt sie.
Vor drei Jahren besucht sie in diesem Zusammenhang die Berliner Fashion Week. Ihr geht es dabei weniger um die Kleider, sondern um die Frisuren der Models. Angela Pepe ist ein Mitglied des La-Biosthétique-Fashion-Week-Teams und unter der Leitung der International Creative Directors Alexander Dinter (Hair) und Steffen Zoll (Make-up) für die sensationelle Runway-Show von Marc Cain im Einsatz. Dort lernt sie auch den Starfriseur Alexander von Trentini kennen.
Zusätzlich zu seinem Renommee als Top-Stylist in seinen Salons ist Alexander von Trentini auch ein begehrter Hairstylist und Künstler für Fashion-Shows rund um den Globus. Sein Flair und seine Expertise sind auf den Laufstegen der Welt gefragt, wo er mit seiner Kreativität und seinem unverwechselbaren Stil die Trends von morgen mitgestaltet.
Aus Spass wird eine einmalige Chance
«Ich habe ihn zum Spass gefragt, ob er mich auch mal an eine Fashion Week mitnimmt», erinnert sich Angela Pepe. Doch mit einer Einladung hat sie nicht gerechnet. Als sie dann vor zwei Jahren von dem Top-Stylisten ausgewählt wurde, packt sie die einmalige Gelegenheit beim Schopf und sagt zu. «Man kann von einem solchen Event so viel profitieren», schwärmt sie. Doch es kommt etwas Unumgängliches dazwischen und schweren Herzens muss sie Alexander von Trentini absagen. «Der Traum ist geplatzt. Normalerweise erhält man keine zweite Chance. Denn die Plätze im Team sind heiss begehrt.»
Doch im Januar rief Alexander von Trentini erneut an und meinte, er würde sie gerne nach Paris mitnehmen. «Doch Paris wollte mich nicht. Ich wurde krank und musste wieder absagen.» Doch manchmal hat das Schicksal ganz andere Pläne. Angela Pepe kommentierte vor nicht allzu langer Zeit ein Video auf Instagram mit einem Herzen und prompt kam die Frage: «Bist du dabei?»
Die junge Hairstylistin konnte ihr Glück kaum fassen. Wer bekommt schon eine dritte Chance? Es gab 100 andere, die mitwollten. «Dieses Mal blieb ich gesund und durfte mit», erzählt sie und dabei strahlen ihre Augen. Mit einer Berufskollegin aus dem Appenzell reist sie kürzlich nach Paris und stösst vor Ort zum Rest des Teams von Alexander von Trentini. Rund 14 Hairstylisten aus der ganzen Welt sind an der Haute Couture Week Paris vom 6. bis 9. Juli für die Frisuren der Models zuständig.
Teamwork heisst das Zauberwort
Die Wünsche des Designers sind dem Team bereits vor der Show bekannt. Anhand von Bildern können sich die Hairstylisten vorbereiten. «Dieses Mal gab es zwei Shows in einer pompösen Location mit sehr hohen Räumen», erzählt Angela Pepe. Sie war erstaunt, wie viele Leute in das ganze Prozedere involviert sind. Kleider, Nägel, Haare und Make-up müssen unter einen Hut gebracht werden. Innerhalb von zwei Stunden galt es, rund 25 bis 30 Models zu frisieren. «Da wird zu zweit oder zu dritt Hand in Hand an einem Model gearbeitet», erzählt Pepe und ist stolz über das Endergebnis. Bei der ersten Show steht eine Schmuckpräsentation im Vordergrund. Da müssen die Frisuren eher schlicht wirken – Mittelscheitel und Haare hinter die Ohren. Rebecca Mir, Model und Fernsehmoderatorin, ist als Gast anwesend und wird eigens von Alexander von Trentini für den Laufsteg frisiert.
Die zweite Show ist genau das Gegenteil. Ein sexy Wet-Look wird vom Designer gewünscht. «Es war so heiss im Raum, dass wir die Haare mit Produkten zuschmieren mussten, damit sie so aussahen, als ob man gerade aus dem Wasser kam», erzählt Angela Pepe lachend.
Positive Nervosität und jede Menge Adrenalin
Angst, dass sie dem Ganzen nicht gerecht wird, hat sie keine, trotzdem überkommt sie eine «positive» Nervosität. Es sind wertvolle Erfahrungen für die junge Coiffeuse. Lohn gibt es für den Einsatz in Paris keinen. «Man arbeitet für sich selbst, aber es könnten sich Türen öffnen», meint Pepe. «Denn man muss sich erst einen Namen machen, aber das ist es mir wert», schwärmt sie und ist fast eine Woche später immer noch auf Wolke sieben.
Obwohl die Tage in Paris stressig sind, schätzt sie die Abwechslung.
«Ich stand um halb sechs Uhr auf und war erst um halb zwei am Morgen im Bett.»
Die Arbeit in dem Team hat ihr bestätigt, dass sie einen guten Job macht. «Es motiviert mich noch mehr, alles für meine Kunden zu geben.»
Sie nimmt nicht nur Erinnerungen und einen Koffer voll Erfahrungen mit nach Hause, sondern noch jede Menge Bilder von der Fashion Week. Diese darf sie auf ihrer eigenen Homepage veröffentlichen. Obwohl sie ihr Geschäft während ihrer Abwesenheit schliessen musste, ist es ihr das wert. «Ich würde es wieder tun. Schliesslich kommt dies auch meinen Kunden zugute.»




