«Anders, als man denkt»

  12.06.2026 Wohlen, Baugewerbe

Grundsteinlegung des Projekts «Perron 1» beim Bahnhof Wohlen – im Jahr 2028 soll das Projekt fertig sein

Tiefgarage, Gewerbefläche, Wohnungen. In zwei Jahren soll das Projekt «Perron 1» gleich neben dem Bahnhof beendet sein. Nun erfolgte die Grundsteinlegung, «und jetzt kann das Werk entstehen», wie Alex Meyer von der Xaver Meyer AG sagt.

Stefan Sprenger

Eine Zeitkapsel wird einbetoniert. Luftund wasserdicht. Der Inhalt unter anderem: der Baubeschrieb, der Kostenvoranschlag, der «Wohler Anzeiger» und eine Visitenkarte der Xaver Meyer AG. «Diejenigen, die diese Kapsel irgendwann ausgraben, wissen dann gleich, wo sie sich bei Fragen melden können», scherzt Alex Meyer über die symbolische Botschaft an die Nachfahren. An seiner Seite strahlen Thomas Bürki und Patrick Bürgi von der Vorsorgestiftung Futura (mit Sitz in Lupfig). Die Futura ist der Grundstückeigentümer und Investor bei diesem Projekt.

Erst Businesshotel, doch dann kam Corona

Alex Meyer, der Geschäftsführer der Xaver Meyer AG aus Villmergen, die «Perron 1» plant und baut, erklärte am Mittwoch bei der Grundsteinlegung kurz die Geschichte. 2018 konnte die Xaver Meyer AG das Grundstück kaufen. «Der erste Gedanke, den wir hatten: Hier, so nahe am Bahnhof Wohlen, gehört ein Businesshotel mit einem Café und Bäckereiladen hin», sagt Meyer. Diese Gedanken haben sich zu Beginn konkretisiert, man führte bereits Gespräche zu potenziellen Betreibern. «Aber manchmal kommt es eben anders, als man denkt», erklärt Meyer.

Kaum Einsprachen und Lob an die Gemeinde

Denn die Coronapandemie führte dazu, dass diese Idee verworfen wurde. Mit der weiteren Projektentwicklung im Jahr 2020 hat sich die neue Idee von «Perron 1» dann immer mehr konkretisiert. Und im Jahr 2021 fand man mit der Futura als Investor einen «optimalen Partner».

Im Sommer 2025 wurde die Baubewilligung erteilt. Es gab im Vorfeld «nur» zwei Einsprachen. «Sehr konstruktiv» sei die Zusammenarbeit mit den Baubehörden und der Gemeinde Wohlen gewesen, wie Meyer sagt.

Bei der Grundsteinlegung herrschte Aufbruchstimmung. Nun wird nichts mehr abgerissen, sondern nur noch nach oben gebaut. Die gröbsten Maschinen sind abgezogen, die lautesten Lärmemissionen vorbei. «Jetzt kann es richtig losgehen», wie Meyer sagt. Eine Herausforderung bleibt die Logistik der Baustelle. Eine Vollsperrung der Bahnhofstrasse gibt es wegen den Bauarbeiten nicht mehr.

Aus der Bevölkerung gab es kaum Reaktionen, weder positiv noch negativ. «Mit den Nachbarn haben wir ein gutes Einvernehmen. Wir haben von Beginn an offen kommuniziert und stets transparent informiert. Ich glaube, das zahlt sich immer aus und ist wichtig», erklärt Meyer.

Eine besondere Klinkerstein-Fassade

Das Projekt «Perron 1» (siehe Kasten) besticht durch die Klinkerstein-Fassade. Stein für Stein wird aufgemauert. Es ist preislich eine der teuersten Varianten (ein Quadratmeter kostet rund 600 Franken inklusive Dämmung), sieht aber auch dementsprechend hübsch aus. Klinkerstein-Fassaden kühlen im Sommer, sind ein natürlicher Wärmespeicher im Winter – und besitzen eine extreme Langlebigkeit und sind wartungsfrei. «Es ist der Bauherrschaft und uns sehr wichtig, dass diese prominente Lage neben dem Bahnhof mit diesem Bauwerk und der besonderen Fassade ein neues, wertiges und würdiges Gesicht bekommt», wie Meyer sagt.

Im Sommer 2028 soll das Projekt – das gemäss Baugesuchsunterlagen rund 13 Millionen Franken kostet – dann beendet sein.


Das Projekt

Beim Projekt «Perron 1» gleich beim Bahnhof Wohlen und der reformierten Kirche entsteht eine zweigeschossige Tiefgarage mit 44 Parkplätzen, die Einfahrt ist bei der Bahnhofstrasse. Im Erdgeschoss gibt es zwei Gewerberäume mit total 200 m2 Fläche (80 und 112 m2). Da ist es noch völlig offen, wer in die Räumlichkeiten einzieht.

Fünf Stockwerke und 31 Wohnungen

Die Gewerberäume kann man mieten, genauso wie die Wohnungen. Das Gebäude wird fünf Stockwerke hoch, plus ein Attika-Geschoss zuoberst. Es werden insgesamt 31 Wohnungen erstellt – zwischen 1,5 und 4,5 Zimmer –, wobei die meisten Wohneinheiten zwischen 2,5 und 3,5 Zimmer gross sein werden. Auf das Dach kommt eine moderne PV-Anlage. --red


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