An zentralen Themen der Zukunft mitwirken
24.02.2026 Porträt, Region Unterfreiamt, PolitikDer Villmerger Florian Willisegger wird neuer Leiter des kantonalen Amts für Migration und Integration
Der Regierungsrat hat Florian Willisegger zum neuen Leiter des Amts für Migration und Integration gewählt. «Mich reizt die Möglichkeit, in einem ...
Der Villmerger Florian Willisegger wird neuer Leiter des kantonalen Amts für Migration und Integration
Der Regierungsrat hat Florian Willisegger zum neuen Leiter des Amts für Migration und Integration gewählt. «Mich reizt die Möglichkeit, in einem gesellschaftlich hoch relevanten Bereich gestaltend wirken zu können», sagt er.
Florian Willisegger wird per 1. Juni neuer Leiter des Amts für Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA). Der 42-jährige Villmerger ist seit 2019 als Leiter Zentralgefängnis und Mitglied der Geschäftsleitung der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Lenzburg tätig und leitet dort seit 2022 die Abteilung Betreuung und Sicherheit.
Es geht um Perspektiven, Chancen und Stabilität
Der Freiämter freut sich auf die neue Herausforderung. «Migration und Integration gehören aufgrund der geopolitischen Weltlage sicherlich zu den zentralen Zukunftsthemen unseres Zusammenlebens. Die neue Aufgabe bietet die Chance, staatliches Handeln an einer sensiblen Schnittstelle zwischen Rechtsstaatlichkeit, Humanität und gesellschaftlicher Teilhabe mitzuprägen», sagt er. Besonders reizt es ihn, dass es dabei nicht nur um Verwaltung geht, sondern um Perspektiven, Chancen und Stabilität für Menschen und die Gesellschaft als Ganzes.
Der Abschied von seiner jetzigen Stelle fällt dem studierten Betriebsökonomen nicht ganz leicht. «Ich habe in Lenzburg viel bewegen können», erklärt er. Der Justizvollzug sei ein sehr unmittelbares und sinnstiftendes Arbeitsfeld mit grosser gesellschaftlicher Verantwortung. Gleichzeitig gehöre zur persönlichen und beruflichen Entwicklung aber auch die Bereitschaft, neue Kontexte kennenzulernen. «Viele Themen – so etwa der Umgang mit Menschen in herausfordernden Lebenssituationen oder das Spannungsfeld zwischen Ordnung und Unterstützung – begegnen mir auch im neuen Amt wieder, einfach in einem anderen institutionellen Rahmen», ist er überzeugt.
«Ich kann vieles mitnehmen»
Seine Erfahrungen aus Lenzburg kommen ihm nun zugute. «Die Arbeit im Vollzug hat mir gezeigt, wie wichtig funktionierende Schnittstellen zwischen Institutionen und generell die Zusammenarbeit auf Augenhöhe sind. Die Fähigkeit zum vernetzten Denken ist auch im Migrationsbereich zentral. Zudem habe ich gelernt, dass Führung in sozialen Institutionen, bei denen es um menschliche Schicksale geht, wesentlich herausfordernder ist als in anderen Bereichen. Die alte und neue Funktion überschneidet sich in einigen Belangen. Ich kann vieles mitnehmen.»
Es werde nun zu Beginn darum gehen, das Amt und die Mitarbeitenden kennenzulernen und tragfähige und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Gleichzeitig ist ihm wichtig, dass Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird. «Ziel ist es, Strukturen zu fördern, die Orientierung geben, Teilhabe ermöglichen und gleichzeitig Verlässlichkeit im staatlichen Handeln sicherstellen», sieht er die künftigen Schwerpunkte.
Olympische Spiele besucht
In den letzten Tagen war der Freiämter aber in einem anderen Bereich unterwegs. Der ehemalige Bobfahrer war als Vorstandsmitglied von Swiss Sliding vier Tage in Cortina und hat dort das Zweierrennen der Damen und das Viererrennen der Männer live verfolgen dürfen. «Ich bin sehr stolz auf unsere Athleten. Mit der Bronze-Medaille im Vierer und den zahlreichen Diplomen haben wir uns an der Weltspitze wieder zurückgemeldet», freut er sich. Willisegger ist überzeugt, dass sich die Schweiz athletisch gesteigert hat. «Einige Anschieber-Talente werden uns in den kommenden Jahren noch viel Freude bereiten. Wichtig ist, dass es uns gelingt, die Nachwuchsarbeit wieder stärker anzugehen. Wir sind ein kleines Land, wir müssen um jedes Talent kämpfen», sagt er. Er ist zudem zuversichtlich, dass das Material-Projekt Neos weiterentwickelt wird und somit auch die Zweier-Schlitten mittelfristig wieder konkurrenzfähiger werden.
Melanie Hasler traut er viel zu
Als Freiämter hat er natürlich viel Freude am Auftritt von Melanie Hasler. «Sie ist menschlich wie sportlich eine grosse Bereicherung für uns. Melanie hat sich in der Saison steigern können und mit den beiden Europameisterschaftstiteln in St. Moritz und den beiden Diplomen an Olympia gezeigt, zu was sie fähig ist», so der Villmerger. Er ist überzeugt: Wenn sie den bisherigen Weg so weitergehen kann und die Entwicklung des Zweierschlittens weiter Fortschritte macht, liegt noch einiges drin für sie. --chh

