Am sozialen Leben teilhaben
19.05.2026 Villmergen, Region Unterfreiamt, Soziales8. Forum für Altersfragen im Seniorenzentrum Obere Mühle
Das Forum für Altersfragen begleitet und berät das Departement Gesundheit und Soziales. Es nimmt als Begleitkommission Anliegen von aussen auf und trägt diese an die Fachstelle Amt und ...
8. Forum für Altersfragen im Seniorenzentrum Obere Mühle
Das Forum für Altersfragen begleitet und berät das Departement Gesundheit und Soziales. Es nimmt als Begleitkommission Anliegen von aussen auf und trägt diese an die Fachstelle Amt und Familie heran. Es ist eine wichtige Schnittstelle in der kantonalen Alters- und Pflegepolitik.
Monica Rast
Als neuer Kommissionspräsident 60+ begrüsst Gemeinderat Fabian Lupp die Anwesenden zum 8. Forum für Altersfragen. Mittelpunkt des Forums ist das Thema «Angebot und Dienstleistungen von Sozialdienst und Pro Senectute». Denn eines ist klar – die Bevölkerung wird immer älter und die Alterspolitik nimmt einen immer grösseren Stellenwert ein.
«Ich habe von dem Anlass in Niederwil und Fischbach-Göslikon gehört und fand es ein gutes Thema für unsere Gemeinde», erklärt Lupp. «Unser Ziel als Gemeinde ist es, die Anlaufund Beratungsstellen bekannter zu machen und darüber zu informieren.»
Senioren helfen Senioren
Alterspolitik soll auch die Möglichkeit bieten, dass Senioren weiterhin am sozialen Leben teilhaben, sich einbringen, sich vernetzen und sich weiterentwickeln können. «Genau das, was wir bereits mit unserer Kommission machen», erklärt Lupp, «gemäss den Leitsätzen der Alterspolitik im Kanton Aargau, welche die strategischen Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben bilden.» Das Ziel von Avanti 60+ ist es, Dienstleistungen für die Altersgruppe Ü60 sowie Menschen mit Beeinträchtigung, die durch private, nachbarschaftliche und/oder amtliche Anbieter nicht oder nur ungenügend abgedeckt werden. Dies beinhaltet Besuche, Einkäufe oder Einkaufsbegleitung, Fahrdienste oder Unterstützung bei Ferien-, Kur- und Spitalabwesenheit.
Zudem helfen die Freiwilligen bei kleinen handwerklichen Verrichtungen im Haus und hauswirtschaftlichen Arbeiten und Gartenarbeiten und bieten Hilfe in der Administration an.
Mit der Kommission 60+ und der Arbeitsgruppe Avanti 60+ wird schon viel für die Seniorinnen und Senioren geleistet. Hinzu kommt die Ausarbeitung eines Massnahmeplans mit einigen Punkten, die in diesem Jahr bereits umgesetzt werden. So wurde der «Wägwiiser» überarbeitet und steht nun digital zur Verfügung.
Doch nicht nur Kommissionen setzten sich für ältere Menschen ein. Auch der Sozialdienst und die Pro Senectute bieten ein breites Angebot an Unterstützung an.
Sozialdienst als Schnittstelle zu anderen Institutionen
Marco Schlapbach, Leiter Sozialdienst, stellt kurz und knapp das Angebot des Sozialdienstes vor. Der Sozialdienst erfüllt gesetzlich folgende Aufträge: Er bietet persönliche Beratungen, Betreuung und Vermittlung von Hilfe Dritter an. Er bietet materielle, finanzielle Hilfe (Sozialhilfe) und macht Abklärungen wie für einen Heimeintritt. Als SVA-Zweigstelle bietet der Sozialdienst Unterstützung und Beratung bei Sozialversicherungsfragen an und ist zuständig für AHV, Ergänzungsleistungen und Überbrückungsleistungen. «Unser Ziel ist es, durch die Beratungen Sozialhilfefälle oder Not zu vermindern», erklärt Schlapbach, «damit die Menschen, wenn möglich, ohne Sozialhilfe leben können.» Beim Sozialdienst geht es somit nicht primär um die finanzielle Hilfe, sondern auch um viele andere Themen.
Würdevolles Altern
Auch die Pro Senectute unterstützt mit diversen Angeboten die älteren Menschen. Durch die steigende Lebenserwartung werden solche Angebote wie von der Kommission, Sozialdienst und Pro Senectute immer wichtiger.
«Über die Hälfte aller 90-Jährigen lebt noch zu Hause», informiert Franziska Schuler, Stellenleiterin Pro Senectute Bezirk Bremgarten. «Dies dank den zahlreichen Unterstützungsmöglichkeiten.» Das Kerngeschäft der Pro Senectute ist der Haushaltsdienst, doch auch die Sportgruppen erfreuen sich grosser Beliebtheit.
«Die Pro Senectute unterscheidet sich nicht gross vom Sozialdienst», meint die Stellenleiterin, «wir sind eine Anlaufstelle für Personen ab 60 Jahren mit dem Ziel, keine Sozialhilfe beziehen zu müssen. Manchmal ist ein Besuch bei der Pro Senectute für die Menschen einfacher als der Gang auf die Gemeinde.»
Mit den zahlreichen Angeboten von der Kommission 60+, der Pro Senectute und dem Sozialdienst ist die Gemeinde gut vernetzt. «Aber es hat noch Potenzial nach oben», meint Lupp, «auch wir sind ständig in einem Prozess und können an Kritik wachsen und uns weiterentwickeln.»
Infos: www.villmergen.ch/publikationen, www.ag.prosenectute.ch

