STROHFÜÜR
26.06.2026 Wohlen, KolumneSie nimmt ständig ab: Die Anzahl der Wohler Ortsbürgerinnen und Ortsbürger lag vor nicht allzu langer Zeit noch im vierstelligen Bereich. Mittlerweile ist das eine kaum erreichbare Marke geworden. An der Gemeindeversammlung wurde vermeldet, dass aktuell noch 609 ...
Sie nimmt ständig ab: Die Anzahl der Wohler Ortsbürgerinnen und Ortsbürger lag vor nicht allzu langer Zeit noch im vierstelligen Bereich. Mittlerweile ist das eine kaum erreichbare Marke geworden. An der Gemeindeversammlung wurde vermeldet, dass aktuell noch 609 stimmberechtigte Ortsbürgerinnen und Ortsbürger gezählt werden, letztes Jahr sind 16 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger verstorben. Geht das so weiter, dann wäre die Ortsbürgergemeinde in knapp 38 Jahren Geschichte. Dem muss zwingend Einhalt geboten werden. Das dachten sich die Familien Andermatt und Schmid – und liessen sich einbürgern. Marco und Christa Schmid mit ihren zwei Kindern sowie Dennis und Séverine Andermatt mit zwei Kindern sind ab sofort Wohler Ortsbürgerinnen und Ortsbürger, dies liess die Gesamtzahl auf 617 schnellen. Logisch, alle acht wurden einstimmig und herzlich willkommen geheissen.
Bei Dennis Andermatt hat sich die Einbürgerung schon fast aufgedrängt. Er ist langjähriger Lehrer im Bünzmatt-Schulzentrum, Einwohnerrat für die Grünliberalen, Organisator von Jassturnieren und dem Schüler-Fussballturnier. Und, und, und. Zudem ist Dennis Andermatt Mitglied des OK-Präsidiums des 850-Jahr-Jubiläums im Jahr 2028. Es steckt also ganz viel Wohlen in Dennis Andermatt – nun sogar ein Ortsbürger. Das ist doch gut so.
Patrick Schmid von den Grünen ist seit Mai 2020 ein engagierter Einwohnerrat. Im letzten Herbst strebte er den Sprung in den Gemeinderat an. Dieses Unterfangen scheiterte, dafür schaffte er die Wiederwahl ins Dorfparlament problemlos. Nun geht es noch eine Stufe höher: Denn der Unterlunkhofer Grossrat Hannes Tobler tritt diesen Sommer zurück. Und Patrick Schmid rückt nach. Der 53-jährige Wohler ist überzeugt, dass Naturschutz auch aktive Politik braucht. Aktiv ist Schmid bereits im Einwohnerrat. Wir gratulieren Schmid für den Sprung ins Kantonsparlament.
Die Historische Gesellschaft Freiamt feiert morgen Samstag (ab 14 Uhr) ein grosses Jubiläum im Schlössli. Genau 100 Jahre ist die Gesellschaft alt (siehe Artikel vom vergangenen Dienstag). Alle sind willkommen, die Feier ist öffentlich. Zudem ist die Buchvernissage der neuen Jahresschrift «Unsere Heimat» ein Highlight – ein umfassendes Werk mit etlichen spannenden Geschichten. So wird von Lokalhistorikerin Corina Haller auch der «Niedergang der Stroh- und Hutgeflechtindustrie im Freiamt» in einer Masterarbeit aufgerollt. Ein äusserst wertvoller Beitrag.
In den 100 Jahren hat die Historische Gesellschaft Freiamt einiges erlebt. Bei der Gründungsversammlung wurde der Jahresbeitrag von fünf Franken festgelegt. heute sind es 30 Franken. Das ist eine moderate Steigerung. Und bezahlbar. Die Historische Gesellschaft heisst übrigens neue Mitglieder noch so gerne willkommen.
Nochmals etwas Besonderes. Die Gründung erfolgte im Jahr 1926, die erste Jahresschrift wurde 1927 herausgegeben. Und von der zweiten Auflage an wurde «Unsere Heimat» immer bei der Kasimir Meyer AG gedruckt. 99 Jahre lang Zusammenarbeit und Treue – das ist bemerkenswert.
Daniel Marti
