STROHFÜÜR
05.06.2026 Wohlen, KolumneDas waren noch Zeiten. Die Gemeinde Wohlen präsentierte einen sehr erfolgreichen und stabilen Abschluss der Jahresrechnung. Nachzulesen in der Rubrik «Vor 25 Jahren» in der Ausgabe vom vergangenen Dienstag. Die Rede ist von der Jahresrechnung 2000. Die schloss mit einem ...
Das waren noch Zeiten. Die Gemeinde Wohlen präsentierte einen sehr erfolgreichen und stabilen Abschluss der Jahresrechnung. Nachzulesen in der Rubrik «Vor 25 Jahren» in der Ausgabe vom vergangenen Dienstag. Die Rede ist von der Jahresrechnung 2000. Die schloss mit einem Cashflow von 3,3 Millionen Franken ab (bei einem Nettoaufwand von 21 Millionen Franken). Der Steuerfuss lag damals bei 105 Prozent (heute 116 Prozent). Die Zahlen vor 25 Jahren wurden als sehr positiv gewertet. «Die Rechnung legt damit eine gute Basis für die Zukunft», hat der damalige Gemeinderat geschrieben. «Schliesslich stehen einige Investitionen an.» Stimmt.
Damals machte sich Wohlen tatsächlich auf, ziemlich gross zu investieren. Ins Schulhaus Bünzmatt III und ins Sportzentrum Niedermatten (dies jedoch mit sagenhafter Beteiligung Dritter). Beide Grossprojekte gingen planerisch ziemlich reibungslos über die politische Bühne. Beide Top-Anlagen wurden im Jahr 2004 eingeweiht – und machen heute noch eine ganz gute Figur. Das zeigt, auch früher wurde einiges investiert – obwohl von der heutigen Politgilde oft das Gegenteil behauptet wird.
Veronica Main ist Expertin für Stroh- und Hutgeflechtindustrie. Die Engländerin ist Beraterin in diesen Bereichen. Mit weltweiter Ausstrahlung. Und sie kennt das Schweizer Strohmuseum bestens. 1987 besuchte sie das Museum erstmals, vor drei Jahren feierte sie vor Ort mit. Sie ist auch Autorin des Buches «zauberhaftes Stroh». Nun meldete sie sich aus der Ferne, denn das 50-Jahr-Jubiläum hat Veronica Main natürlich mitbekommen. «Das Strohmuseum sieht wirklich wunderbar aus. Das Strohmuseum ist ein so wundervoller Ort und so wichtig für das nationale Erbe und den Nationalstolz.» Gibt es ein besseres Kompliment einer Expertin? Kaum.
Ruth Portmann, die Präsidentin der Stiftung Strohmuseum, war riesig erfreut über den Grossaufmarsch beim Jubiläum 50 Jahre Strohmuseum. So durfte sie sämtliche Mitglieder des Gemeinderates begrüssen. «Das ist eine Ehre für uns», betonte sie. Die Politgilde war tatsächlich sehr gut vertreten. Von Nationalrat Matthias Jauslin über den Gemeinderat bis zu etlichen Mitgliedern des Einwohnerrates. Echt gut, dieser Auftritt. Und es wäre schön gewesen, wenn der Chef der Geschäftsleitung des Grossunternehmens Wohlen den Gemeinderat ausnahmsweise begleitet hätte. Schade, Chance verpasst. Schliesslich ging es ja um eine bedeutungsvolle Epoche von Wohlen.
Dann gab es noch weitere prominente Gäste. Beispielsweise Vanessa Hull, Silvia Radlinsky und Miyuki Inoue vom Architekturbüro Hull Inoue Radlinsky in Zürich. Sie waren die verantwortlichen Architektinnen des Umbaus der Villa Isler ins Strohmuseum. Sie waren bereits im Jahr 2023 anlässlich des Jubiläums «10 Jahre Strohmuseum im Park» anwesend, Damals wie heute schauten sie sich die Villa genau an. Wie sich das Haus entwickelt hat, wie schmuck es daherkommt, wie stilvoll das Museum ist. Vanessa Hull war schlichtweg begeistert:
«Es war toll zu sehen, wie engagiert alle sind, wie sehr dieses Museum geschätzt wird und wie das Haus immer noch tipptopp aussieht.» Schönes Kompliment.
Daniel Marti
