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23.06.2026 Region Unterfreiamt, KolumneEs gibt Menschen, die kennen ihr Dorf und dessen Bewohner ganz genau. So etwa in Dottikon der frühere, langjährige Gemeindeschreiber Ernst Gisi. Ob es heute Abend längere Diskussionen gibt, will der Schreiber dieser Zeilen vor der Versammlung von ihm wissen. Gisi lässt den ...
Es gibt Menschen, die kennen ihr Dorf und dessen Bewohner ganz genau. So etwa in Dottikon der frühere, langjährige Gemeindeschreiber Ernst Gisi. Ob es heute Abend längere Diskussionen gibt, will der Schreiber dieser Zeilen vor der Versammlung von ihm wissen. Gisi lässt den Blick durch den Saal schweifen. «Nein, heute geht es schnell», gibt er zurück. Und behält recht. Für die neun Traktanden brauchen die Dottiker an diesem Abend keine Stunde.
Vielleicht hat auch die grosse Hitze dazu beigetragen, dass die Lust auf Diskussionen nicht vorhanden ist. «Wir machen keine Hydration Break», macht Ammann Patrick Keller zu Beginn eine Anspielung auf die Fussball-WM, «aber wir machen auch keine Werbung.» Dafür gab es für alle eine Flasche Wasser. Und das kam bei diesen Verhältnissen sehr gut an.
Mit den Tücken der Technik kämpfte vor der Versammlung Vizeammann Laurenz Meier. Sein Mikrofon wollte einfach nicht funktionieren. Darum begann die «Gmeind» mit kleiner Verspätung. «Aber jetzt geht alles», erklärte er, als er ab Traktandum 7 endlich an die Reihe kam. Doch die Freude war von kurzer Dauer. «Hätte ich bloss nichts gesagt», so Meiers Reaktion auf den erneuten Ausfall. Er schnappte sich dann einfach das Mikro des Ammanns. Wobei es bei den wenigen Anwesenden auch ohne Mikro gegangen wäre.
Keller wiederum erlebte seine Premiere als neuer Gemeindeammann. So musste Patrick Keller erstmals durch Traktanden wie Protokoll und Rechenschaftsbericht führen. «Ich habe beides hier, ich kann Ausschnitte vorlesen, wenn gewünscht», erklärte er schmunzelnd. Ein Angebot, auf das alle gerne verzichteten. Mit der Überleitung zur Rechnung fühlte sich der langjährige Ressortvorsteher Finanzen dann deutlich wohler. «Jetzt fühle ich mich daheim», gab er zu.
Genehmigt wurden an diesem Abend auch die Sanierungsarbeiten am Buchenweg. Die sind nötig, wie Laurenz Meier erklärt. Vor allem die Wasserleitung sei in einem schlechten Zustand und entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, sie habe aber auch schon Jahrgang 1964. Das konnte der frühere Gemeindeammann und heutige Gemeinderat Roland Polentarutti nicht auf sich sitzen lassen. «Ich habe auch Jahrgang 1964. Ich hoffe aber sehr, dass ich den Anforderungen noch entspreche», leitete er sein Traktandum ein.
Chregi Hansen
