Abschied und Neustart
04.02.2022 WohlenChristian Meier verlässt den Schüwo-Park, Fabian Zehnder ist neuer Betriebsleiter
Christian Meier war der erste Geschäftsführer des Sportparks. Und er ist auch der letzte. In Zukunft steht ein Betriebsleiter an der Spitze. Als Badi-Gast wird Meier dem ...
Christian Meier verlässt den Schüwo-Park, Fabian Zehnder ist neuer Betriebsleiter
Christian Meier war der erste Geschäftsführer des Sportparks. Und er ist auch der letzte. In Zukunft steht ein Betriebsleiter an der Spitze. Als Badi-Gast wird Meier dem Schüwo-Park aber die Treue halten.
Chregi Hansen
«Als du angefangen hast, hatte die Anlage noch kein Dach und die Badi war eine Baustelle», erinnert sich Urs Meier, Vizepräsident der Sportpark Bünzmatt AG. Vier Jahre ist das her. Damals war die Hoffnung gross, dass die sanierte Badi und die neue Eishalle vor einer erfolgreichen Zukunft stehen. «Niemand konnte ahnen, mit welchen Problemen du konfrontiert werden würdest», so Urs Meier weiter.
Christian Meier hat in den vier Jahren keine einzige normale Saison erlebt. Erst die verspätete Eröffnung, dann die Probleme mit der Spannung im Wasser, ab 2020 Corona, zeitweise mit Schliessungen, und zuletzt ein verregneter Sommer 2021. «Es brauchte von deiner Seite stets viel Flexibilität und Weitsicht», lobte der Vertreter des Verwaltungsrates. «Und wir waren froh um deine lange Erfahrungen im Aufbau und Betrieb von Sportanlagen. Sie waren für uns Gold wert.»
Nun verlässt Christian Meier den Schüwo-Park. Auf eigenen Wunsch, wie er betont. «So, wie der Betrieb in Zukunft erwünscht ist, braucht es keinen Geschäftsführer, sondern einen Betriebsleiter. Das aber ist nicht mein Ding, ich möchte etwas entwickeln.» Aber er wird ab und zu die Badi als Gast besuchen, wie er versichert. «Jetzt kann ich sie einfach geniessen, vorher war ich immer im Job-Modus.» Der Verwaltungsrat lässt ihn nur ungern ziehen. «Dein persönliches Engagement war stets spürbar und hat dazu beigetragen, dass aus der Baustelle eine attraktive Sportanlage geworden ist, die von den Benutzern sehr geschätzt wird», betont Urs Meier.
In den letzten Tagen hat der scheidende Geschäftsführer den neuen Betriebsleiter Fabian Zehnder in seine Aufgaben eingearbeitet. Diese Woche fand die offizielle Übergabe statt. «Wir sind überzeugt, dass wir mit Fabian Zehnder aus ganz vielen Bewerbungen den richtigen Mann gewählt haben», erklärt Verwaltungsrat Alex Meyer. Und auch Urs Meier blickt positiv in die Zukunft. «Fabian kann einen funktionierenden Betrieb übernehmen. Natürlich gilt es weitere Herausforderungen zu meistern, aber gemeinsam mit dem Verwaltungsrat werden wir dies schaffen.»
«Ich hatte eine gute Zeit hier»
Geschäftsführer Christian Meier verlässt den Schüwo-Park nach vier Jahren und zieht Bilanz
Als er kam, war der Schüwo-Park noch eine Baustelle. In den vergangenen vier Jahren hat Christian Meier den Sportpark zum Laufen gebracht und musste dabei manche Krise meistern. Und sich dabei mit den Wohler Eigenheiten arrangieren. Er geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Chregi Hansen
«Wohlen kann stolz sein auf diese Anlage», sagt Christian Meier am Tag seines Abschieds. Er sagt es mit Überzeugung. Und auf welche Leistung der letzten vier Jahre ist er selber stolz, wird er gefragt. Meier überlegt lange. «Stolz ist nicht mein Ding. Ich habe das ja nicht allein gemacht. Ich habe einfach riesig Freude, wie gut der Sportpark funktioniert und wie toll er von der Bevölkerung angenommen wird», sagt er.
Diese Woche hatte er seinen letzten Arbeitstag in Wohlen. Aber er sei nicht weg, versichert er, «wenn noch Fragen auftauchen, stehe ich immer zur Verfügung». Und er werde ganz sicher im Sommer ab und zu mit den Kindern in die Badi kommen. «Das war in den letzten vier Jahren kaum einmal möglich. Denn sobald ich die Anlage betreten habe, war ich mit Themen aus dem Arbeitsalltag beschäftigt. Auch wenn ich frei hatte», erklärt er. Das will er nicht als Vorwurf verstanden wissen. «Ich hatte auch selber Probleme, mich richtig abzugrenzen.»
Schon als Berater mit dabei
Vier Jahre war der Schüwo-Park sein Arbeitsplatz. Doch warum hat er sich überhaupt hier beworben? «Ich war als Mitarbeiter der BMP Sports schon bei der Planung der Anlage als Berater dabei. Und weil ich Erfahrung mit dem Aufbau und Betrieb von Sportanlagen hatte, reizte es mich, diese Anlage weiterzuentwickeln», erinnert er sich. Zudem hätten ihn Präsident Patrick Amstutz und Vizepräsident Urs Meier als Personen überzeugt. Er spricht von einer Win-win-Situation. «Ich kannte die Anlage von Grund auf und habe keine Einarbeitungszeit benötigt. Umgekehrt konnte ich schon früh eigene Ideen einbringen.»
An die Anfänge erinnert er sich noch gut. «Die Anlage war noch eine Baustelle, mein Büro befand sich im Werkhof der Gemeinde an der Wilstrasse», lacht er. Zu seinen ersten Aufgaben gehörte der Aufbau des Netzwerks, die Wahl eines Zutrittssystems, die Rekrutierung des Personals und vieles mehr. Und natürlich die Suche nach Sponsoren – mit der Schüwo Trinkkultur als Namenssponsor konnte er einen ersten Coup landen. Und wurde gleich mit den Eigenheiten Wohlens konfrontiert. «Einige Wohler tun sich schwer mit Neuerungen. Sie ärgern sich darüber, dass die Anlage Schüwo-Park heisst, statt dass sie froh sind, dass ein grosser Betrag generiert wird.» Es sei in den letzten Jahren gelungen, die Sponsorengelder von 20 000 auf 150 000 Franken pro Jahr zu erhöhen. Das komme nicht zuletzt den Steuerzahlern zugute, weil so weniger Beiträge der Gemeinde nötig sind.
Apropos Geld: Dass der Sportpark Bünzmatt je schwarze Zahlen schreibt, das glaubt er nicht. «Die meisten Freibäder werden durch die Gemeinden geführt. Wenn sie rentabel wären, würden sicher Private das Geschäft übernehmen», macht er deutlich. Zudem sei der Betrieb eines Schwimmbads wetterabhängig, wenn es regnet, dann bleibt auch die schönste Anlage leer. Trotzdem ist er zuversichtlich, dass der Sportpark in Zukunft noch mehr Gelder generieren kann. Gerade für den Sommerbetrieb in der Halle gibt es viele Ideen, die aber wegen Corona alle auf Eis liegen. «Es war keine einfache Zeit, wir hatten keine einzige normale Saison. Von daher können wir zufrieden sein mit den Besucherzahlen. Gerade die laufende Eissaison ist sehr gut», so Meier. «Ich hoffe sehr, dass es mein Nachfolger etwas ruhiger hat.»
Zu viele Köche verderben den Brei
Immer wieder gab es in den vergangenen vier Jahren Probleme zu lösen. Das begann schon ganz am Anfang, als der Eröffnungstermin verschoben werden musste. «Das kann bei einem Grossprojekt immer passieren», sagt er. Auch die Kreditüberschreitung von 12Prozent liegt für ihn bei einem Bau dieser Dimension im normalen Rahmen. «Daraus muss man jetzt keine grosse Geschichte machen. Einzig die Art der Kommunikation könnte man hinterfragen», sagt der scheidende Geschäftsführer. Aber das habe eben auch damit zu tun, dass auf der Anlage zwei «Köche» wirkten. Da die Gemeinde als Besitzerin, da der Verwaltungsrat als Betreiber. «Da stossen teilweise völlig unterschiedliche Ansichten aufeinander», hat Meier erkannt. Dies ist mit ein Grund, dass er seine Stelle jetzt verlässt. «Es ist im Moment schwierig, die Anlage weiterzuentwickeln. Das ist es aber, was mich reizt. So, wie der Betrieb nun geplant ist, stellt ein Betriebsleiter die bessere Lösung dar.»
Natürlich: Nicht alles habe von Anfang an geklappt, gibt er zu. Als Beispiel nennt er die Gastronomie, die nach einem schwierigen Start neu organisiert werden musste. Inzwischen wird das Lokal durch das Marco Polo betrieben, «das ist ein Glücksfall für uns». Viel diskutiert wurde auch immer über die Saisonzeiten. «Für die passionierten Schwimmer sollten wir möglichst früh öffnen und möglichst spät schliessen. Aber der Betrieb muss ja auch wirtschaftlich sein», wirbt er für Verständnis. Überhaupt, viele Wohler hätten die Tendenz, das Negative hervorzuheben. Statt dass sie sich freuen, dass dank dem Dach der Eisbetrieb bei jedem Wetter möglich ist, ärgere man sich, dass der Wind hineinbläst. «Eine geschlossene Halle wäre nicht nur im Bau viel teurer, sondern auch im Unterhalt.»
Der Park als Juwel
Allerdings will Meier nicht verallgemeinern. Natürlich gebe es Kritik, teilweise auch berechtigte. Aber der Grossteil der Benutzer habe einfach Freude an der Anlage und den vielen Möglichkeiten, die geboten werden. «Und der Park ist noch immer eine richtige Perle, so etwas Schönes findet man weitherum nicht, darauf darf man stolz sein», sagt er. Doch eine solche Anlage müsse auch gepflegt und unterhalten werden. «Es ist wichtig, dass die Finanzierung so aufgegleist wird, dass Rückstellungen möglich sind. Das ist im Moment nicht der Fall.» Und Sorgen bereitet ihm das zunehmende Littering. «Es kann doch nicht sein, dass die Badmeister am Abend zwei Stunden aufräumen müssen. Da fehlt es einigen offenbar an der Erziehung», ärgert er sich.
Änderung selber vorgeschlagen
Christian Meier hätte noch einige Ideen gehabt. So hätte er gern die Zusammenarbeit mit dem Sportzentrum Niedermatten intensiviert. Da ortet er Potenzial. Aber solche Pläne seien in der jetzigen Phase nicht gefragt. «Um sich einfach nur um die Alltagsdinge zu kümmern, braucht es keinen Geschäftsführer. Darum habe ich selber vorgeschlagen, in Zukunft auf einen Betriebsleiter zu setzen», erklärt er.
Trotz der vielen Schwierigkeiten, die zu meistern waren, zieht er eine positive Bilanz. «Ich hatte eine gute Zeit hier in Wohlen. Und ich habe viele tolle Menschen kennengelernt. Mitarbeitende, Verwaltungsräte, Vereinsvertreter, Gäste. Diese Freundschaften werden bleiben.» Und im kommenden Sommer wird er sicher ab und zu einen Abstecher in die Wohler Badi unternehmen. Und sich freuen, dort auf viele bekannte Gesichter zu treffen.


