Wilco: Pionierin auf Erfolgskurs
06.03.2020 WohlenAn der Rigackerstrasse in Wohlen platzt eine Firma fast aus allen Nähten. Denn das Unternehmen ist weltweit führend, es entwickelt und baut hochwertige Maschinen für die Pharmabranche. Die Wilco AG, gegründet 1971, ist eine Pionierin in der Dichtheitsprüfung. Sie ist in ...
An der Rigackerstrasse in Wohlen platzt eine Firma fast aus allen Nähten. Denn das Unternehmen ist weltweit führend, es entwickelt und baut hochwertige Maschinen für die Pharmabranche. Die Wilco AG, gegründet 1971, ist eine Pionierin in der Dichtheitsprüfung. Sie ist in 24 Ländern aktiv und bestens positioniert. --dm
«Das Leben sicherer machen»
Die Wilco AG, ein Pionier in der Dichtheitsprüfung, ist auf Erfolgskurs und international anerkannt
Hochwertige Maschinen, die entwickelt und selber gebaut werden. Sowie ein komplettes Dienstleistungsangebot. Dies macht die Wilco AG zu einem internationalen Player, der für maximale Sicherheit in der Pharmabranche steht. Eine Erfolgsgeschichte.
Daniel Marti
Experten von internationalen Konzernen gingen letzte Woche bei der Wilco AG ein und aus. Die PDA (Parenteral Drug Association), ein Arzneimittelverband, führte eine Fachveranstaltung durch. Für die Wilco AG ist es eine Ehre, einen solchen Event im eigenen Haus durchzuführen – auch wenn wegen der Coronavirus-Vorsichtsmassnahmen die praktische Schulung kurzerhand von Wohlen nach Lenzburg verschoben werden musste.
«Wir leben hier auf dem Erbe von Martin Lehmann»
Nur, was versteckt sich eigentlich hinter den Mauern an der Rigackerstrasse, im Domizil, das vor sieben Jahren erweitert wurde und schon wieder aus allen Nähten platzt? Wofür steht die Wilco, die rund um den Erdball mit den grossen Pharmakonzernen mitspielt? Das Unternehmen ist spezialisiert auf Dichtheitsprüfung und visuelle Inspektion für pharmazeutische Produkte. «Wir liefern unsere Maschinen an namhafte Pharmaunternehmen in die ganze Welt», sagt Kommunikationschef Andreas Isler.
Die Wilco ist ein Pionier in der Dichtheitsprüfung, sie erarbeitet auf diesem Gebiet massgeschneiderte Lösungen. Und Wilco bedeutet eigentlich Martin Lehmann, der die Firma 1971 gegründet und danach als grosser Patron geführt hat. Martin Lehmann, die Wohler Persönlichkeit, die das Unternehmen gross gemacht und dann an einen idealen Partner verkauft hat, ist seit fünf Jahren nicht mehr in der Firma. Aber seine Werte sind immer noch präsent. Martin Lehmann habe sich durch viel Respekt gegenüber den Angestellten und viel Menschlichkeit ausgezeichnet. «Er war eine Unternehmerpersönlichkeit», sagt sein Nachfolger Andreas Hofmann. «Wir leben hier auf seinem Erbe.» Sein Geist sei noch spürbar und werde nun vom Team stets weiterentwickelt.
Als innovativer Prüfmaschinenbauer weltweit aktiv
Und die Wilco ist natürlich keine reine Personenstory. Sondern sie ist eine Erfolgsgeschichte. Die Wilco wurde im Oktober 1971 gegründet. 2013 kam eine Niederlassung in den USA dazu, die zurzeit sechs Mitarbeiter zählt. Ebenfalls 2013 erfolgte der Verkauf an die Firma Bausch + Strö- bel in Deutschland. Dieser Entscheid fiel im Dezember 2012. «Wir ergänzen uns. Firmenkultur und Philosophie passen gut zusammen», sagt der Geschäftsführer. Ein Beweis für die gelungene Zusammenführung: Nach dem Verkauf ist die Wilco laufend stark gewachsen. Zu Beginn des Jahres 2015 schied Firmengründer Martin Lehmann aus der Firma aus, Andreas Hofmann wurde sein Nachfolger und CEO. Der gebürtige Deutsche kam sehr gerne in die Schweiz. Er lebte damals rund 50 Kilometer nördlich von Schaffhausen, heute wohnt er in Lenzburg. Und fühlt sich bei der Wilco richtig wohl.
Verlässlicher Partner weltweit
Diverse Weiterentwicklungen wurden in den letzten fünf Jahren vorangetrieben. «Das ist ein laufender Prozess und es zeigt auch die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.» Wer den Umsatz nachhaltig steigern wolle, der müsse innovativ bleiben, so Hofmann. Maschinen wurden mit einem neuen Design lanciert, inklusive neuem Aussenauftritt. Die Wilco positioniert sich damit noch stärker als innovativer Prüfmaschinenbauer und natürlich als verlässlicher Partner der Kunden. Und das weltweit. Schliesslich betreut das Wohler Unternehmen rund 5000 Systeme und ist in 24 Ländern aktiv. Europa, Asien und die USA sind die grossen Märkte.
Zu 95 Prozent ist die Wilco für die Pharmaindustrie tätig – und dort sind die Anforderungen sehr anspruchsvoll. Gemeinsam soll die Qualität weiter verbessert werden. «Wir reden hier von Perfektion», betont Hofmann. «So machen wir das Leben der Menschen noch sicherer.»
Zur genauen Tätigkeit: Die Wilco entwickelt hochpräzise Maschinen, sie baut sie zusammen und leistet dann in der Regel beim Kunden vor Ort den Service. Die Lebensdauer der Maschinen beträgt 25 bis 30 Jahre. Die Wilco testet mit ihren hochwertigen Maschinen die Dichtheit von Gefässen und Verpackungen. Sie inspiziert mit Vakuum, Laser, Röntgenstrahlen und Kameras die Produkte. Sie führt Prozessanalysen aus, inklusive Qualitätsmessung. Das können im Pharmabereich Verpackungen von Spritzen, Linsen, Asthma-Medikamenten, Augentropfen oder Insulin sein. «Das führt zu sehr komplexen Lösungen», so Hofmann.
Nur schon die Beratungen und die Sicherstellung der verschiedenen Verfahren benötigt riesiges Knowhow. Auch das bietet die Wilco ihrer Kundschaft, also ein komplettes Dienstleistungsportfolio. Dank dieser Vielfältigkeit ist die Wilco den Mitbewerbern oft einen Schritt voraus. Folglich verlangen die komplexen Technologien auch gut ausgebildetes Personal.
Am Standort Wohlen hält das Mutterhaus unbedingt fest
Ein Viertel der Belegschaft hat einen Hochschulabschluss. Der Fachkräftemangel ist auch für das Wohler Unternehmen immer ein Thema. In den nächsten zehn Jahren geht rund ein Viertel der Angestellten in den Ruhestand. Ob diese diversen Experten vom Schweizer Markt ersetzt werden können, ist mehr als fraglich. «Wir müssen attraktiv und aktiv sein, dann funktioniert die Besetzung der offenen Stellen.» Europa sei dabei grundsätzlich wichtig für das Unternehmen, beim Fachpersonal erst recht. Auch deshalb ist die Weiterbildung enorm wichtig – gemeint ist damit auch die aktuelle Tagung von letzter Woche.
Die Wilco-Leute besuchen in diesem Jahr 37 Konferenzen und Messen. «Das ist eine riesige Menge», so der Geschäftsführer. In der Regel werden diese dreitägigen Tagungen von mindestens drei Personen besucht. Ob für den Besuch von Konferenzen oder die Betreuung der nationalen und internationalen Kundschaft, der CEO bezeichnet Wohlen als idealen Standort. Zentral gelegen, gute Anbindungen. Und Wohlen ist ein Standort, an dem das Mutterhaus in Deutschland unbedingt festhalten will. Jetzt und in Zukunft. Mittlerweile hat die Wilco am Domizil an der Rigackerstrasse zwar Platzprobleme, aber diese werden nach und nach gelöst. Vor allem dadurch, dass der vorhandene Platz immer besser genutzt wird. Und vorsichtshalber wurde schon mal ein Nachbarsgebäude gekauft.
Agiler, dynamischer und kompetenter werden
«Immer vorwärts» heisst die Strategie von CEO Hofmann. Mit dem Relaunch der Marke Wilco und einem neuen Logo erreichte er ein aktuelles Ziel bereits. Aber er hat natürlich weitere Vorhaben. «Wir wollen unsere Marktposition weiter ausbauen», betont er. Das Unternehmen soll noch agiler, noch dynamischer, noch vielfältiger, noch kompetenter werden. «Wir wollen uns laufend verbessern und kreativ bleiben.»
Am liebsten möchte Hofmann einmal stolz zurückblicken und sagen können, er habe die Wilco weitergebracht. Einen Teil dazu hat der Deutsche schon beigetragen. Die Wilco ist seit dem Verkauf kräftig gewachsen. Im Jahr 2015 waren es 98 Mitarbeiter, heute zählt das Unternehmen deren 120. Diese Mitarbeiter sollen mit einem Kompetenzausbau die Firma stetig weiterentwickeln, fordert er. «Das Wort Innovation ist bei uns ein Dauerbrenner. Wir wollen noch leistungsfähiger werden und ein stabiler und attraktiver Arbeitgeber in der Region sein. Damit tun wir auch sehr viel für den Standort Wohlen.»

