Zwei Mal stark und oft zu wenig
09.06.2026 Schwingen, Sport18 Freiämter sind am Aargauer Kantonalschwingfest in Aarau Rohr – Am Ende gibt es nur zwei Kränze
Ein gelungenes Comeback von Joel Strebel und ein entfesselter Pascal Joho. Die Freiämter holen am Aargauer Kantonalschwingfest zwei Kränze. Doch es ...
18 Freiämter sind am Aargauer Kantonalschwingfest in Aarau Rohr – Am Ende gibt es nur zwei Kränze
Ein gelungenes Comeback von Joel Strebel und ein entfesselter Pascal Joho. Die Freiämter holen am Aargauer Kantonalschwingfest zwei Kränze. Doch es wäre mehr möglich gewesen. An den Bergfesten im Juli sollten alle drei Eidgenossen wieder gemeinsam am Start sein.
Stefan Sprenger
Bestes Wetter, tolle Organisation, wunderbare Arena. Es war ein Kantonalschwingfest der besseren Sorte in Aarau Rohr. Allerdings war die Einteilung – gelinde gesagt – nicht optimal. Die Einheimischen wurden viel zu hart eingeteilt. Und ein kurioser Fakt: Wenn Nick Alpiger und Marius Frank im Schlussgang gestellt hätten, dann hätte es sieben Festsieger gegeben. Dies hätte es in der Schwingergeschichte noch nie gegeben.
«Spüre mein Knie nicht mehr»
Unter diesen sieben Festsiegern wären auch zwei Freiämter gewesen. Pascal Joho (Sarmenstorf) und Joel Strebel (Aristau). Sie holen die beiden Kränze für den Schwingklub Freiamt.
Für Eidgenosse Strebel war es ein gelungenes Comeback nach zweimonatiger Pause (Verletzung des Knie-Innenbandes). «Ich habe mein Knie gar sehr wohl gefühlt», sagt Strebel. Das merkt man von Beginn weg. Er bodigt im 1. Gang den Eidgenossen Sascha Streich mit der Maximalnote. Im 2. Gang gegen den Kranzer Benno Heinzer läuft es nicht mehr so rund. «Er ist einer, der auf Konter wartet. Und ich habe nicht alles riskiert», sagt Strebel zum Gestellten. Im 3. Gang gibts wieder die Maximalnote gegen Kranzer Timo Gisler – und nach dem Mittagessen die Bewährungsprobe gegen den späteren Schlussgangteilnehmer Marius Frank. Im Duell der Eidgenossen zieht Strebel den Kürzeren. «Frank ist kein einfacher Gegner. Und es hat mich schon genervt, dass ich verloren habe. Aber am Ende ist alles gut, wie es ist», erklärt Strebel, der mit zwei Siegen (mit Maximalnote) seinen 44. Kranzgewinn feiert. «Mein Ziel war der Kranz und dass ich am Abend gesund bin. Beides habe ich geschafft.»
Pascal Joho plötzlich offensiv
In Sarmenstorf wurden die Kranzgewinne abends gefeiert. Pascal Joho zeigt sich superhappy: «Es sind ein paar Leute mehr zum Feiern gekommen als erwartet. Das Schwingfest war für mich hervorragend, ich bin absolut zufrieden und habe riesige Freude.» Joho holt vier Siege, darunter drei mit der Maximalnote. Einzig gegen den Teilverbandskranzer Simon Stampfli (Gestellt) und den Eidgenossen Marius Frank (Niederlage) reicht es nicht zum Sieg. «Ich war allgemein sehr angriffig unterwegs. Ich habe mich eigentlich in jedem Gang sehr wohl gefühlt, bin auch dominant aufgetreten. Das macht Freude so.» Joho, der sonst eher als Defensivspezialist bekannt ist, sorgt für einmal für Offensivspektakel und tritt phasenweise entfesselt auf. «Auch mal schön, oder?» Seine einzige Niederlage gegen Frank analysiert er so: «Ich mache einen blöden Fehltritt und bin ausgerutscht. Dann hat er mich fertiggemacht. Schade, ich fühlte mich auch gegen Frank sehr gut.»
Zwei Kranzgewinne. Man darf sich freuen. Angesichts des Fehlens der beiden Döbeli-Brüder (Lukas wegen Schulterverletzung, Andreas wegen Grippe) ist die Ausbeute nicht fantastisch, sondern lediglich okay. Es wäre mehr dringelegen, denn immerhin wären die Freiämter mit 18 Teilnehmern dabei. Niklas Stocker (Boswil) verpasst den Kranz mit 56.50 Punkten ebenso wie Philip Joho (Sarmenstorf) mit 56.00 Punkten. Joho befindet sich aktuell in den Abschlussprüfungen. ESAF-Teilnehmer Jonas Wüthrich (Waltenschwil) gibt nach vier Gängen (und drei Niederlagen) verletzt auf.
Leonz Küng ordnet ein
Leonz Küng, Betreuer der Freiämter Schwinger, sagt: «Pascal Joho zeigte eine super Leistung. Joel Strebel zeigte das, was man von ihm erwarten durfte. Die jüngeren Freiämter brauchen noch Zeit. Es kommt langsam wieder in die richtige Richtung und man darf zufrieden sein, auch wenn ein, zwei Kranzgewinne mehr auch schön gewesen wären.» So bleibt das Fazit: Joho und Strebel stark – und bei den anderen war es oft zu wenig, um in Kranznähe zu kommen.
Strebel auf dem Stoos, Döbelis brauchen Zeit
Für Joel Strebel geht es Schlag auf Schlag weiter. Er wird voraussichtlich an diesem Sonntag am Stoos-Schwinget teilnehmen und am 28. Juni am «Nordostschweizerischen» um einen Kranz kämpfen, der ihm in seiner Sammlung noch fehlt. Die beiden Döbeli-Brüder brauchen noch Zeit. «Nichts überstürzen. Ich nehme es ruhig», sagt Andreas Döbeli, der sich und seinen Körper bestens einschätzen kann. Die Döbelis planen ihr Comeback am 27. Juni am Fricktaler Abendschwinget, bevor die Bergfeste im Juli folgen – wo voraussichtlich alle drei Freiämter Eidgenossen wieder gemeinsam dabei sind.
RESULTATE SCHWINGEN
119. Aargauer Kantonalschwingfest
Aarau Rohr. – 140 Schwinger. – 6500 Zuschauer. Schlussgang: Nick Alpiger gewinnt gegen Marius Frank nach 9 Minuten 44 Sekunden.
Rangliste (alle Kranzgewinner): 1. Rang: Nick Alpiger (SK Lenzburg, 58.00 Punkte), 2a: Benno Heinzer (Rigiverband), 2b: Kai Hügli (Aarau), 2c: Tim Roth (Aarau), 2d: Pascal Joho (Freiamt), 2e: Aaron Rüegger (Zofingen), 2f: Joel Strebel (Freiamt), 2g: (Robin Studiger (Aarau) – alle mit 57.25 Punkten. 3a: Jonas Glutz (Solothurn), 3b: Sinisha Lüscher (Olten-Gösgen), 3c: Adrian Odermatt (Binnigen), 3d: Dominik Schwegler (Baden-Brugg), 3e: Hermann Oliver (Aarau), 3f: Timo Gisler (Solothurn), 3g: Lukas Heinzer (Rigiverband), 3h: Valentin Schwerz (Dorneck) – alle mit 57.00 Punkten. 4a: Marius Frank (Solothurn), 4b: Lars Voggensperger (Binningen), 4c: Simon Schmutz (Mümliswil), 4d: Sascha Streich (Muttenz), 4e: Moritz Buchmann (Lenzburg), Tobias Dünner (Fricktal) – alle mit 56.75 Punkten. – Weitere Freiämter: 5a: Niklas Stocker (56.50), 7c: Philip Joho (56.00), 9e: Pascal Grod (55.50).





