«Zu den Wurzeln unserer Dynastie»
06.03.2026 WohlenSisis Ururenkel Leopold Altenburg ist nächste Woche mit zwei Auftritten zu Gast im Schlössli
Sie ist in Muri aufgewachsen und ein Royalfan. Und als Sabine Stadler den vielseitigen Leopold Altenburg traf, war sie sofort begeistert. Erst recht, weil er der ...
Sisis Ururenkel Leopold Altenburg ist nächste Woche mit zwei Auftritten zu Gast im Schlössli
Sie ist in Muri aufgewachsen und ein Royalfan. Und als Sabine Stadler den vielseitigen Leopold Altenburg traf, war sie sofort begeistert. Erst recht, weil er der Ururenkel von Sisi ist. Der Habsburger passt bestens ins Schlössli.
Daniel Marti
Schauspieler und Comedian Leopold Altenburg sowie Event-Organisatorin Sabine Stadler sind ein perfektes Duo. Die gebürtige Murianerin hat es mit ihrem Engagement geschafft, dass der Ururenkel von Sisi in der Schweiz auftritt. Nun auch im Schlössli in Wohlen. Der in Berlin lebende österreichische Schauspieler, Autor und Krankenhausclown zeigt am 12. und 13. März seine Show «Prinz und Clown» im ältesten Haus von Wohlen. Sein Name lässt es eigentlich nicht erahnen, dass Leopold Altenburg der Ururenkel von Kaiserin Elisabeth Sisi und Kaiser Franz Josef I. ist. Altenburg ist also ein echter Habsburger. Und der passt selbstverständlich mit seiner unterhaltsamen Show zu seinem Buch «Der Kaiser und sein Sonnenschein» sehr gut ins Schlössli.
Was darf man bei der Show «Prinz und Clown» im Schlössli erwarten?
Leopold Altenburg: Das Programm heisst bewusst «Prinz und Clown», denn von mir kann man sagen, zwei archaische Figuren wohnen in meiner Brust. Von diesen Gegensätzen, blaues Blut und rote Nase, Vergangenheit und Gegenwart, Wien und Berlin, möchte ich erzählen.
Sabine Stadler: Die Show zu seinem Buch bietet ein sehr abwechslungsreiches Programm. Es ist eine Kombination aus Lesung, Comedy-Einlagen, Liedern, einer Clownnummer und amüsanten Erzählungen rund um die Entstehung seines Buches. Uns erwartet ein musikalischer Theaterabend mit vielen Geschichten rund um seine illustre Verwandtschaft. Ein Leckerbissen für Sisi- und Royalfans, aber auch für Geschichtsinteressierte.
Was löste es bei Ihnen aus, dass Leopold Altenburg ein Ururenkel von Kaiserin Sisi ist?
Stadler: Als ich ihn anlässlich seiner Buchlesung in Wien 2025 kennenlernte, war ich total überwältigt. Für mich als grossen Habsburger- und Sisi-Fan war es beeindruckend, plötzlich vor einem direkten Nachfahren der Kaiserin zu stehen. Dass sich so eine Verbindung entwickelt und ich sogar seine Shows in der Schweiz organisieren würde, hätte ich mir im Traum nie vorstellen können. Ich mache das alles ehrenamtlich, einfach weil es mir Freude bereitet, sozusagen als mein Hobby.
Altenburg: Wobei ich hinzufügen möchte, dass Sabine Stadler bei der Planung der Aufführungen ganz ihrer Profession als Zahnärztin treu bleibt. Sie führt mich an die Ursprungsorte der Familie Habsburg in den Aargau, zu den Wurzeln unserer Dynastie. Wir waren bereits im Schloss Habsburg, wo wir vom Chefkurator des Museums Aargau, Rudolf Velhagen, persönlich herumgeführt wurden. Demnächst sehen wir uns das hübsche Schloss Altenburg an, das heute die Jugendherberge in Brugg ist. Und nun führen mich die Vorstellungen ins Schlössli nach Wohlen. Sabine Stadler unterzieht mich hier sozusagen einer schmerzfreien Wurzelbehandlung.
Weshalb sind Sie als Zugerin Mitglied des Vereins Schlössli geworden und was bedeutet es für Sie, dass Leopold Altenburg hier auftritt, wo sich mutmasslich Ende des Mittelalters auch Habsburger aufhielten?
Stadler: Durch eine Sisi-Veranstaltung von Michael van Orsouw bin ich 2025 auf diesen Veranstaltungsort aufmerksam geworden. Als ich realisierte, mit welch unfassbarem Herzblut das älteste Gebäude Wohlens saniert und vor dem sicheren Abbruch gerettet wurde, konnte ich gar nicht anders: Gleich am nächsten Tag trat ich dem Verein bei. Mein grosses Lob gilt dem Vereinspräsidenten Fabian Furter. Durch ihn und den Verein ist ein wunderschönes Gebäude mit modernster Innenausstattung entstanden. Und dass nun ein Mitglied des Hauses Habsburg an einen Ort zurückkehrt, wo sich vermutlich einst die Habsburger vor Hunderten von Jahren aufhielten, rundet das Ganze für mich ab.
Waren Sie sich schon immer ihrer königlichen und kaiserlichen Abstammung bewusst?
Altenburg: Als Kind bin ich mit all den kaiserlichen Bildern an den Wänden aufgewachsen, vielen familiären Traditionen und all den Geschichten und Anekdoten über meine berühmten Ahnen. Als Jugendlicher und junger Erwachsener wollte ich eine lange Zeit nichts damit zu tun haben. Dank meinem Nachnamen Altenburg hat mich in Bielefeld und später in Berlin niemand mit Habsburg oder Aristokratie in Verbindung gebracht. Ich konnte ganz einfach nur darstellender Künstler sein. Seit einigen Jahren macht es mir grossen Spass, meine persönliche Ahnenforschung mit meinem Beruf als Schauspieler und Geschichtenerzähler zu verbinden.
Freuen Sie sich als gebürtige Murianerin auch auf das 1000-Jahr-Jubiläumsfest des Klosters Muri?
Stadler: Ja, ich freue mich sehr auf dieses grosse Fest im Jahr 2027. Erst seit ich vor zwei Jahren meine Liebe zur Geschichte entdeckte, wurde mir bewusst, in welchem geschichtsträchtigen Ort ich aufgewachsen bin. Ich ging als Kind im Kloster zur Schule. Erst mit der Zeit realisierte ich, welch grosse geschichtliche Bedeutung das erste Habsburger-Kloster hatte, mit einer Ausstrahlungskraft weit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus. Natürlich freue ich mich, wenn hoffentlich Leopold Altenburg auch zu Gast sein wird und wenn man das eine oder andere Mitglied der Familie Habsburg zu Gesicht bekommt.
Und woher kommt es, dass Sie so ein Royalfan sind?
Stadler: In erster Linie bin ich eine Geschichtsinteressierte. Die europäische Geschichte, insbesondere die der 650-jährigen Habsburger-Dynastie, finde ich unendlich interessant. Dazu gehört auch die Welt der Adeligen, der Kaiser und Könige. Ich denke, dadurch, dass die Schweiz nie eine Monarchie hatte, üben die Royals hierzulande eine besondere Faszination aus.
Und Leopold Altenburg, freuen Sie sich auf die Auftritte im Schlössli?
Altenburg: Ja, sehr. Bei unserem ersten Treffen fragte mich Sabine Stadler, ob ich auch in der Schweiz auftreten würde. Und ich meinte im Scherz: Ja natürlich, würden Sie was organisieren? Tatsächlich hat sie jetzt bereits drei Auftritte organisiert. Das Publikum in Zug war sehr interessiert an meinen Geschichten. Jetzt freue ich mich auf Wohlen. Für mich ist es spannend, zu erleben, wie gross das Interesse an der Geschichte der Habsburger in der Schweiz ist. Die Schweizer können entspannt mit Distanz auf diese royale Historie schauen und darüber staunen oder einfach lachen.
Show «Prinz und Clown». Donnerstag und Freitag, 12. und 13. März, Schlössli. Start 19.30 Uhr, Türöffnung 18.45 Uhr. Dauer zwei Stunden. – Informationen, Tickets und Trailer: www.schloessli-wohlen.ch.

