Weil Fussball weiter boomt
06.03.2026 Fussball, Region Unterfreiamt, AbstimmungenDer FC Sarmenstorf wünscht sich einen Kunstrasenplatz – Abstimmung am 11. Juni
Zwar wird erst an der Sommer- «Gmeind» über den Kredit in der Höhe von 2,9 Millionen Franken entschieden, doch schon jetzt macht der Fussballclub Werbung für ...
Der FC Sarmenstorf wünscht sich einen Kunstrasenplatz – Abstimmung am 11. Juni
Zwar wird erst an der Sommer- «Gmeind» über den Kredit in der Höhe von 2,9 Millionen Franken entschieden, doch schon jetzt macht der Fussballclub Werbung für ein Ja. Auf seiner Homepage listet er unter dem Motto «Match statt Matsch» alle Argumente auf, warum der Verein auf den neuen Platz angewiesen ist.
Chregi Hansen
Der FC Sarmenstorf wächst und wächst. Seit dem Jahr 2019 ist die Zahl der Mitglieder gleich um 20 Prozent gestiegen. Aktuell spielen 350 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in 16 Mannschaften auf der Anlage im Bühlmoos. Die Verantwortlichen des Vereins gehen davon aus, dass dieses Wachstum weitergeht. Zum einen sorgt die Frauen-EM vom letzten Sommer dafür, dass mehr Mädchen Fussball spielen wollen. Zum anderen rechnet die Gemeinde selber in den nächsten Jahren mit rund 500 Einwohnern mehr.
So erfreulich das Interesse am Fussballspielen ist, so sehr belastet es auch die Sportanlage Bühlmoos. Die Plätze werden schon länger überbeansprucht. Jährlich wird darauf während rund 1250 Stunden gespielt und trainiert. Geht man von den vom Bundesamt für Sport festgelegten Richtwerten zur Nutzung von Naturrasenspielfeldern aus, müsste der FC Sarmenstorf drei Rasenplätze haben. Im Bühlmoos gibt es allerdings nur zwei Naturrasenspielfelder plus einen Sandplatz, der nicht über die gleiche Qualität verfügt. Ein drittes Rasenfeld ist hier nicht möglich.
Immer wieder Spielund Trainingsabsagen
Wegen der hohen Belastung kann sich der Rasen aber nur schlecht erholen, immer wieder müssen Trainings oder Spiele ausfallen, also quasi «Matsch statt Match». In der Saison 2024/2025 waren die Plätze an total 48 Trainingsoder Spieltagen, in der Vorrunde der Saison 2025/2026 bereits an 29 Trainings- oder Spieltagen wetterbedingt gesperrt. Eine frustrierende Situation für Trainer und Spieler. Zudem können die Plätze sowohl im Winter als auch während fünf Wochen im Sommer (Regenerationsarbeiten) nicht genutzt werden. Gleichzeitig steigen die Kosten für den Unterhalt immer mehr an. Die gesamten Kosten für die Anlage Bühlmoos betrugen im vergangenen Jahr 99 000 Franken, 66 000 Franken davon entfielen allein auf den Unterhalt der Naturrasenplätze. Diese Kosten muss der Verein selber stemmen, was im Aargauer Fussball eher aussergewöhnlich ist. Die Gemeinde trägt lediglich die Kosten für Wasser und Strom und leistet einen jährlichen Fix-Beitrag von 1000 Franken an den Verein.
Für den FCS ist klar: Es braucht jetzt den Bau eines Kunstrasenplatzes. Sowohl aus fussballerischer wie auch aus finanzieller Sicht bietet diese Lösung viele Vorteile. Ein Kunstrasen ermöglicht einen Trainings- und Spielbetrieb an 12 Monaten im Jahr, unabhängig von Witterung und Temperaturen. Dies führt zudem zu einer deutlich verkürzten Winterpause, was die Belegung der Turnhallen in der Region entlastet. Auch sinkt das Verletzungsrisiko durch verbesserte Platzverhältnisse. Nicht zuletzt sinken die Unterhaltskosten, sie sind bei einem Kunstrasenfeld etwa halb so hoch wie bei einem Naturrasenfeld.
Von Fördergeldern des Kantons profitieren
Die schwierige Situation im Bühlmoos ist schon lange ein Thema. In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurden zusammen mit der Gemeinde verschiedene Szenarien entwickelt, wie die Anlage besser genutzt werden kann. Gleichzeitig hat der Kanton ein Schwerpunktprogramm zur gezielten Förderung von neuen Kunstrasenplätzen lanciert. In Absprache mit dem Gemeinderat hat der FC ein Gesuch eingereicht, um ebenfalls von diesen zusätzlichen Fördergeldern zu profitieren. Und tatsächlich gehört Sarmenstorf zu den 16 ausgewählten Projekten, die beim Bau eines Kunstrasenfeldes statt wie üblich 200 000 gleich 400 000 Franken erhalten. Voraussetzung dafür ist aber, dass bis Ende 2027 eine Baubewilligung vorliegt und der neue Platz bis Ende 2029 gebaut ist. Und darum drückt man aufs Gas.
Inzwischen liegen eine Machbarkeitsstudie und ein Bauprojekt vor. Die Studie zeigt auf, dass sich der Hauptplatz für ein Kunstrasenfeld eignet, während der Nebenplatz eine zu weiche Unterschicht aufweist. Das Bauprojekt selber stammt aus der Feder des Landschaftsarchitekturbüros Zwischenraum aus Altendorf, welches schon in Villmergen tätig war. Das vorliegende Projekt umfasst den Bau eines Kunstrasenfeldes samt Bewässerungsanlage, den Ersatz der Beleuchtung auf dem gesamten Areal samt Umrüstung auf LED, eine neue Einfriedung sowie die komplette Ausstattung und Geräte für den Spiel- und Trainingsbetrieb und alle benötigten Maschinen für die Pflege des Kunstrasens. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf insgesamt 2,9 Millionen Franken.
Gemeinde müsste Anteil von 2,2 Millionen tragen
Diese Kosten sollen wie folgt aufgeteilt werden: 400 000 Franken gibt es aus dem Swisslos-Sportfonds, 300 000 Franken steuert der Verein selber bei, die übrigen 2,2 Millionen Franken soll die Gemeinde tragen. Der FC ist überzeugt, dass er seinen Anteil stemmen kann – trotz steigender Ausgaben kann die Vereinsführung durch kostenbewusstes Handeln und aktiver Sponsoren- und Gönner-Betreuung jeweils eine ausgeglichene Jahresrechnung präsentieren. Die Sportanlage Bühlmoos erfuhr in den vergangenen 45 Jahren mehrere Erweiterungen – alle dafür aufgenommen Hypotheken und Darlehen sind abbezahlt – der FC Sarmenstorf ist komplett schuldenfrei.
Entscheid am 11. Juni
Damit das Projekt zum Fliegen kommt, braucht es am 11. Juni ein Ja zum Kredit. Ende April findet dazu ein Infoabend statt. Wenn die Stimmbürger dem Projekt zustimmen, soll mit dem Bau nach dem Turnfest (Sommer 2027) gestartet werden. Der neue Platz stünde dann für die Saison 28/29 zur Verfügung. Der Fussballclub ist überzeugt, dass die gesamte Gemeinde von dieser Investition profitiert. Der Kunstrasen soll auch anderen Vereinen sowie Kindern und Jugendlichen während der Freizeit die Möglichkeit geben, sich aktiv zu betätigen.
Die Fussballer hoffen auch auf die Unterstützung durch andere Vereine. «Sarmi lebt von seinen Vereinen. Die vielen aktiven Vereine sorgen für einen Zusammenhalt, für den wir im ganzen Kanton bewundert werden. Dieser einzigartigen Vereinskultur müssen wir Sorge tragen – sie ist ein wichtiger Eckpfeiler für ein attraktives Dorf. Dafür ist eine zeitgemässe Infrastruktur unumgänglich», heisst es dazu auf der Homepage des Fussballclubs.

