Wachstum wegen Attraktivität
24.04.2026 WohlenGeschäftsbericht 2025 der Gemeinde Wohlen
Die Bevölkerungszahl steigt stetig an. Damit nehmen auch die Herausforderungen der grössten Freiämter Gemeinde zu. Der Geschäftsbericht gibt umfassenden Einblick in die Aufgaben und ...
Geschäftsbericht 2025 der Gemeinde Wohlen
Die Bevölkerungszahl steigt stetig an. Damit nehmen auch die Herausforderungen der grössten Freiämter Gemeinde zu. Der Geschäftsbericht gibt umfassenden Einblick in die Aufgaben und Leistungen.
Daniel Marti
«Die Gemeinde Wohlen wächst weiterhin. Dieses Wachstum ist Ausdruck der Attraktivität des Wohn- und Wirtschaftsstandorts, bringt jedoch gleichzeitig zusätzliche Anforderungen mit sich. Die zunehmende gesellschaftliche Vielfalt, veränderte Lebensformen sowie Entwicklungen wie Individualisierung, Integration und Diversität führen zu neuen Erwartungen an die öffentliche Hand. Damit steigen die Herausforderungen in nahezu allen Aufgabenbereichen der Gemeinde.» Dies schreibt der Gemeinderat im Geschäftsbericht 2025, der zusammen mit der Jahresrechnung 190 Seiten umfasst. Also ein vielfältiges Werk, das sämtliche Leistungen der Gemeinde auflistet.
Gemeinderat: 44 Sitzungen für 509 Geschäfte
«Ein besonderes Augenmerk lag im vergangenen Jahr auf der finanziellen Entwicklung der Gemeinde», hält der Gemeinderat weiter fest. «Eine vorausschauende Finanzpolitik bleibt deshalb auch künftig eine zentrale Aufgabe.» Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Entwicklung des Schulraums. Praktisch ein Dauerbrenner. Bis Anfang August sollte Wohlens grösstes Bauwerk, die Modernisierung und Erweiterung des Schulzentrums Halde, vollendet sein.
Der Gemeinderat hielt im Jahr 2025 44 Sitzungen (im Vorjahr waren es 35). Er behandelte dabei 509 Geschäfte, im Jahr 2024 waren es 441 Geschäfte. Die Geschäftsleitung tagte an 25 Sitzungen und behandelte 168 Geschäfte. Die Vielfalt an Themen, mit denen sich eine partiell auch für die Region tätige Gemeindeverwaltung «in der Grössenordnung von Wohlen zu befassen hat, ist enorm», hält der Gemeinderat fest.
Ausländeranteil bei 43,8 Prozent
Ende 2025 beschäftigte die Gemeinde Wohlen insgesamt 167 fest angestellte Mitarbeitende, darunter elf Lernende. Zusätzlich standen per Stichtag 52 Mitarbeitende im Stundenlohn im Einsatz. Die Gemeindeangestellten leisteten ihre Dienste für 18 223 Einwohnerinnen und Einwohner, 56,2 Prozent davon sind Schweizer, der Ausländeranteil von 43,8 Prozent ist erneut leicht gestiegen. Menschen aus 96 verschiedenen Ländern leben in der grössten Freiämter Gemeinde. Von Ägypten bis Vietnam. Die grösste ausländische Gruppe bildet Italien mit 1757 Personen, vor Kosovo (788), Deutschland (744), Nordmazedonien (701) und Bulgarien (407). Beispielsweise aus dem Kriegsland Ukraine sind in Wohlen 102 Personen angemeldet. Eine weitere interessante Zahl: Ende 2025 waren in der Gemeinde Wohlen 4682 Gebäude (Vorjahr 4675) mit einem Betrag von total 5,63 Milliarden Franken versichert.
Immer mehr Einsätze für die Regionalpolizei
Wohlen wächst also in so ziemlich allen Bereichen. Dies zeigt sich auch bei den Aufgeboten durch die Einsatzzentrale der Kantonspolizei an die Regionalpolizei Wohlen. Diese Zahl ist von 3142 im Jahr 2024 auf 4152 Aufgebote im Jahr 2025 angewachsen. Das macht im Schnitt 11,4 Aufgebote pro Tag. Hier liegt im Vergleich der Vertragsgemeinden Wohlen (1895 Aufgebote) klar in Führung, gefolgt von Villmergen (654) und Dottikon (460).
Der Geschäftsbericht ist hauptsächlich Geschichtsschreibung. Aber auch die Ortsentwicklung findet ihren Platz. Erwähnt werden Entwicklungsschwerpunkte, das Räumliche Entwicklungsleitbild (REL) und die Teilrevision Nutzungsplanung.
Weiter sind bei der Teilzonenplanrevision Seewadel alle notwendigen öffentlich-rechtlichen Schritte für die Änderung der Nutzungsplanung betreffend Erweiterung und Umlagerung des Werkhofs der Notter AG im Seewadel abgeschlossen worden. Und beim Gestaltungsplan Aesch/Notter-Areal ist der Planungsprozess am Laufen. «Die Planung des Notter-Areals soll auf die vorgesehene Sanierung des Knotens Angliker-/Jura-/Niederwilerstrasse abgestimmt werden», heisst es im Geschäftsbericht. Gemäss gültigem Finanzplan soll dieser Knoten ab 2029 realisiert werden.
Gestaltungsplan Farnbühlpark noch in diesem Jahr
Etwas weiter ist die Erschliessungsplanung Wil/Huebächer. Der Erschliessungsplan wurde 2025 öffentlich aufgelegt, vom Gemeinderat beschlossen und vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt genehmigt. Die Landumlegung sollte im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Auch der Gestaltungsplan Farnbühlpark nimmt Formen an. Hier wurde ein Richtprojekt für die Spezialzone Bahnhof Süd, Teil A, erarbeitet. Die Startsitzung für einen Gestaltungsplan hat mit der kantonalen Abteilung für Raumentwicklung Anfang 2025 stattgefunden. «Die Entwürfe zum Gestaltungsplan befinden sich in Erarbeitung und sollen 2026 präsentiert und öffentlich aufgelegt werden», schreibt der Gemeinderat. Da darf man also gespannt sein, wie sich das Gebiet Bahnhof Süd entwickeln wird.
Für Gemeindeammann Roland Vogt ist der Geschäftsbericht ein umfassendes Nachschlagewerk. Und das angesprochene Wachstum bedeutet für ihn auch Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Gesamthaft bildet der Bericht für Vogt «ein gutes Geschäftsjahr ab». Dies gilt für die Mitglieder des ehemaligen Gemeinderates. Trotzdem kündet er einen Richtungswechsel an. Der Geschäftsbericht werde in Zukunft wohl schlanker daherkommen, sagt er.

