Jugendarbeit Oberes Seetal beendet ihr Projekt – letzter «Träff» im oberen Seetal
Ende Juni endet das Pilotprojekt «Jugendarbeit Oberes Seetal» nach vier Jahren – nun öffnete der Jugendtreff in Fahrwangen zum letzten Mal seine ...
Jugendarbeit Oberes Seetal beendet ihr Projekt – letzter «Träff» im oberen Seetal
Ende Juni endet das Pilotprojekt «Jugendarbeit Oberes Seetal» nach vier Jahren – nun öffnete der Jugendtreff in Fahrwangen zum letzten Mal seine Pforten. Das Leitungsteam und auch die Jugendlichen bedauern den Entscheid der Gemeinden, das Projekt nicht weiterzuführen.
«Es war einigermassen turbulent», beschreibt Jarina Lochmann die Zeit seit Bekanntgabe der Tatsache, dass die Jugendarbeit im oberen Seetal im Sommer beendet wird. «Es gab viele offene Fragen, insbesondere auch mit dem Mietvertrag der von uns genutzten Räumlichkeiten», führt die Jugendarbeiterin weiter aus. Zweimal wöchentlich hat das vierköpfige Team den durchschnittlich etwa 20 Jugendlichen ein alters- und interessengerechtes Programm geboten und in dieser Zeit natürlich auch eine Beziehung zu den Jugendlichen aufgebaut.
Wehmut ist zu spüren
«Wir haben nach dem Entscheid im letzten Herbst die gleichen Projekte weitergezogen», erzählt Jarina Lochmann, «und die Zahl der Teilnehmenden hat eher noch zugenommen.» Etwas erstaunt war ihr Team von der Tatsache, dass die meisten Jugendlichen von ihnen erfahren mussten, dass es den Jugendtreff schon bald nicht mehr gibt. Die Reaktionen seien sehr unterschiedlich ausgefallen, wie Jarina Lochmann betont: «Von ‹mir doch egal› bis ‹megaschade› war alles dabei», blickt sie zurück. Man merkt ihr die Wehmut an, wenn sie an die vergangenen vier Jahre zurückdenkt. «Wir haben hier von null an zusammen mit den Jugendlichen ganz viel aufgebaut und eine Partizipation erreicht, auf die wir stolz sein dürfen», sagen die betreuenden Jugendarbeiter unisono. «Wir sind definitiv angekommen im oberen Seetal und werden auf der Strasse oft erkannt und angesprochen.»
Besonders die vielen Events, bei denen jeweils bis zu 70 Jugendliche teilnahmen, werden Jarina Lochmann und ihrem Team in guter Erinnerung bleiben. «Auch die Wünsche der Jugendlichen, die wir umsetzen konnten, waren immer ein Highlight.»
Als Beispiele nennt Anneli Biewald die verschiedenen Turniere, welche sie organisierten, oder die Anschaffung eines Boxsacks, der bei den Jugendlichen schon fast Kultstatus erreichte.
«Warum schliesst man ein Geschäft, das gut läuft?»
Beruflich werden alle ab Sommer neue Wege gehen, da ihnen der Verein für Jugend und Freizeit kein adäquates Angebot unterbreiten konnte. Jarina Lochmann wird die Zeit nutzen, um ihr Studium abzuschliessen, während Anneli Biewald in die Schulsozialarbeit wechselt. Die beiden anderen werden erst Ferien machen und dann im Herbst schauen, wie es bei ihnen weitergeht. Auch wenn sie alle bedauern, dass Ende Monat Schluss ist, bleiben doch positive Eindrücke. «Die Zusammenarbeit mit den Schulen an den fünf Standorten in Fahrwangen, Meisterschwanden, Sarmenstorf, Bettwil und Seengen hat sehr gut geklappt, und auch die Unterstützung durch die Eltern der Jugendlichen war gross – dafür möchten wir uns herzlich bedanken», sagen Jarina Lochmann und Anneli Biewald.
Einige Jugendliche waren regelmässig im «Träff» und sind natürlich auch bei der Dernière dabei. Sie bedauern, dass es das letzte Mal ist. «Weshalb schliesst man ein Geschäft, das gut läuft? Das können wir nicht verstehen», zeigen sie sich enttäuscht. «Aber es gibt ja noch Alternativen, und sonst unternehmen wir einfach etwas gemeinsam», sagen sie.
Wie es mit der Jugendarbeit im oberen Seetal generell weitergeht, ist aktuell offen. Die gemeindeübergreifende Kommission existiert noch – mit einer Nachfolgelösung in irgendeiner Form darf also gerechnet werden. --pf