Tannen gehören zur Familie
15.12.2023 Fischbach-Göslikon, Region BremgartenFeldmann-Farm feiert ihr 20-jähriges Bestehen
Er ist der Mittelpunkt beim Weihnachtsfest – der Christbaum. Heinz, Eveline, Vanessa und Xenia Feldmann sorgen dafür, dass das Aussuchen des perfekten Weihnachtsbaums zum Erlebnis wird. Seit zwei Jahrzehnten wirkt der ...
Feldmann-Farm feiert ihr 20-jähriges Bestehen
Er ist der Mittelpunkt beim Weihnachtsfest – der Christbaum. Heinz, Eveline, Vanessa und Xenia Feldmann sorgen dafür, dass das Aussuchen des perfekten Weihnachtsbaums zum Erlebnis wird. Seit zwei Jahrzehnten wirkt der Familienbetrieb im Baum-Business mit.
Sabrina Salm
Zurzeit ist die vierköpfige Familie Feldmann aus Fischbach-Göslikon nur am «Secklä». Es ist Hochsaison. Jetzt will jeder seinen perfekten Weihnachtsbaum ergattern. Und so «räblets» nur so auf der Feldmann-Farm, besonders an den Adventswochenenden. «Wer es also ruhiger und weniger hektisch mag oder mehr Zeit für Gespräche mit uns haben will, der kommt lieber unter der Woche», gibt Vanessa Feldmann den Tipp. «Und das ist ja das Gute bei unserer Christbaumfarm – wir haben ab 1. November bis zu Weihnachten täglich geöffnet.»
Weihnachtsbäume begleiten die 22-Jährige sowie ihre drei Jahre jüngere Schwester Xenia schon das ganze Leben lang. «Wir sind unter Tannen aufgewachsen», lachen sie.
Dank Nachfrage noch mehr Christbaumkultur
Im Jahr 2003 haben ihre Eltern Heinz und Eveline mit dem Aufbau das Unternehmens begonnen. Die ersten 12 Jahre seien hart gewesen, erinnert sich der 50-Jährige. «Die Konkurrenz war gross.» Die Nachhaltigkeitswelle vor zirka fünf Jahren brachte dann definitiv den Erfolg. «Es ist vielen Leuten immer wichtiger, dass sie wissen, woher sie ihre Ware haben.» Und das sei auch mit dem Christbaum in der Stube der Fall. Zuerst noch nebenberuf lich, setzt Heinz Feldmann inzwischen ganz auf die Karte Weihnachtsbäume. Er bewirtschaftet mit seiner Familie eine Fläche von 5 Hektaren – alle voll bepflanzt mit zukünftigen Weihnachtsbäumen. «Ab nächstem Jahr haben wir eine zusätzliche Hektare in Niederwil», erzählt Heinz Feldmann stolz. Dies sei Dank der grossen Nachfrage auch nötig.
Neben der Nordmanntanne, die 95 Prozent des Umsatzes ausmacht, findet man auf dem Feld auch Blautannen (4 Prozent) und Rottannen (1 Prozent). Bereits heute bieten sie auf einer Hektare Bio-Weihnachtsbäume an. Die Familie erklärt, dass ihr Ziel ist, immer mehr umzusteigen, um in Zukunft nicht mehr auf zusätzliche chemische Hilfsmittel angewiesen zu sein. Ihre qualitativ hochwertigen Bäume seien auch nachhaltig, was ihnen selbst sehr wichtig ist. Vanessa Feldmann rechnet vor: «Eine Hektare Weihnachtsbaumkultur bindet während der Wachstumszeit von über 10 Jahren bis zu 145 Tonnen CO2 und produziert gleichzeitig bis zu 105 Tonnen Sauerstoff. Auf unserem Hof werden also rund 525 Tonnen Sauerstoff produziert.» Wenn sie einen zwei Meter hohen Baum fällen, setzen sie zwei neue Bäume. Und wenn der Christbaum ausgedient hat, kommt er meist wieder zu ihnen zurück. «Wir hacken ihn klein und verteilen ihn als biologischen Dünger wieder in der Christbaumkultur.»
Ein Baum darf noch ein Baum sein
Zwischen rund 45 000 Weihnachtsbäumen kann man auf der Feldmann-Farm seinen perfekten Baum aussuchen. Dabei ist die Definition «perfekt» breit gefächert. Es ist ihnen wichtig, dass der Baum noch ein Baum sein darf. «Uns ist es wichtig, auf möglichst natürlichem Weg einen Baum aufzuziehen und auch einen Baum zu akzeptieren, der nicht der Norm entspricht», erzählt Vanessa Feldmann, die einmal das Geschäft übernehmen wird. «Alle Menschen sind verschieden. Unsere Bäume auch.» Deshalb finde jeder einen passenden Weihnachtsbaum.
Im Gespräch merkt man sofort, dass für die Feldmanns das Produzieren von Christbäumen mehr als ein Beruf ist. Sie sind mit viel Herzblut dabei und ihr Wissen ist gross, sodass sie auch bei jedem «Baumproblem» Auskunft geben können. Sie kennen jeden ihrer Bäume, die unter anderem rund um ihr Haus wachsen, und pflegen diese von Anfang an.
Weihnachten erst nach Weihnachten
Die Familie ist überzeugt, dass ein Weihnachtsbaum-Kauf bei ihnen auf der Farm ein Erlebnis ist. «Den Baum direkt in den Kulturen aussuchen, frisch schneiden lassen oder selber schneiden und danach gemütlich zusammensitzen – das schafft tolle Erinnerungen», finden die Feldmanns. Viele Stammkunden kommen seit Jahren mit der ganzen Familie zum Weihnachtsbaumholen. Es ist eine kleine Tradition geworden. «Für viele ist uWirre Farm im Advent ein Treffpunkt. Sie sehen sich einmal jährlich bei uns», erzählt Eveline Feldmann. «Wir sehen Kinder gross werden. Das bedeutet schon etwas.» Ebenfalls bieten sie eine Weihnachtsbaum-Heimlieferung an. «Dies wird ebenfalls sehr geschätzt.»
Den Ansturm auf die Christbäume in der Adventszeit schaffen sie schon lange nicht mehr alleine. Vier Arbeiter haben sie dann, die den Feldmanns unter die Arme greifen. Gemütliche Adventszeit ist anders. «Wir sind dann an Weihnachten so kaputt, dass wir gar nicht feiern mögen», lacht die 48-Jährige, und ihr Mann erklärt: «Unsere Weihnachtszeit ist eigentlich eine Woche nach Weihnachten.» Dann geniessen sie auch ihren Weihnachtsbaum zu Hause, den sie übrigens nicht wirklich selbst aussuchen. «Wir nehmen einfach immer den Übriggebliebenen.»