Mitgliederversammlung der Spitex Mutschellen-Reusstal
Der Vorstand präsentierte ein Geschäftsjahr, das von technologischem Fortschritt, personellen Herausforderungen und einer klaren Vision für die kommenden Jahre geprägt war. Sämtliche Traktanden ...
Mitgliederversammlung der Spitex Mutschellen-Reusstal
Der Vorstand präsentierte ein Geschäftsjahr, das von technologischem Fortschritt, personellen Herausforderungen und einer klaren Vision für die kommenden Jahre geprägt war. Sämtliche Traktanden wurden von den 75 stimmberechtigten Mitgliedern einstimmig verabschiedet.
Präsidentin Brigitte Weibel eröffnete die Versammlung mit einer Analyse der aktuellen Lage im Gesundheitswesen. Der Trend «ambulant vor stationär» führt dazu, dass die Spitex heute Aufgaben übernimmt, die früher ausschliesslich in Spitälern oder Heimen angesiedelt waren. Besonders markant ist diese Entwicklung in der psychiatrischen Pflege: Hier verzeichnete die Organisation zwischen 2023 und 2025 einen massiven Zuwachs an Pflegestunden von 54 Prozent.
Um dieser Komplexität gerecht zu werden, hat der Vorstand die Weichen für die Zukunft gestellt: Durch die Konzentration auf die zwei Standorte «Berg» (Gemeinde Berikon) und «Tal» (Stadt Bremgarten) ab dem dritten Quartal 2026 sollen die internen Wege verkürzt, die Zusammenarbeit der Teams intensiviert und die Organisation nachhaltig gestärkt werden.
Digitalisierung als Entlastung im Alltag
Heiko De Coninck, Vorsitzender der Geschäftsleitung, erläuterte die operative Modernisierung. Ein Meilenstein ist das neue digitale Medikamententool: Bestellungen per Tablet direkt vor Ort sparen Zeit und steigern die Pflegequalität. Zudem wurden die interne «Knowledge-Base» umgestaltet und das Fehlermeldesystem neu strukturiert.
Besonderes Interesse weckte die Verwendung des Spitex-Fonds. In der zweiten Jahreshälfte 2025 brachten Krankheitswellen und eine stark steigende Nachfrage – mit insgesamt 46 565 geleisteten Pflegestunden und einem Plus von 6,6 Prozent – das Personal an seine Belastungsgrenze. Diese Mehrarbeit wurde mit einer finanziellen Anerkennung in Form eines höheren dreistelligen Betrags pro Kopf honoriert. Zudem wurden per Jahreswechsel die Zulagen für Abend-, Wochenend- und Feiertagsdienste erhöht.
Bildungsoffensive gegen den Fachkräftemangel
Zur aktiven Bekämpfung des Fachkräftemangels weitet die Spitex Mutschellen-Reusstal ihr Ausbildungsangebot auf die Tertiärstufe aus: Neben klassischen FaGe-Lehrstellen werden neu HF-Pflegefachpersonen ausgebildet; die erste Studentin ist bereits gestartet. Die hohe Arbeitgeberattraktivität bestätigt die Befragung unter den 98 Mitarbeitenden: Mit 90,9 Prozent Gesamtzufriedenheit erreicht der Betrieb einen Spitzenplatz. Besonders gelobt werden das gute Teamklima und dass trotz des Leistungsdrucks genügend Zeit bleibt, sich den 958 Klientinnen und Klienten menschlich zuzuwenden.
Finanzchefin Anita Schüepp präsentierte bei 7,5 Millionen Franken Gesamtertrag eine gesunde Jahresrechnung. Der Personalaufwand von 83 Prozent spiegelt die Priorität der Spitex wider: die konsequente Investition in qualifiziertes Personal für eine bestmögliche Betreuung der Klientinnen und Klienten.
Die Versammlung schloss mit dem Dank von Präsidentin Brigitte Weibel an die Vertragsgemeinden, den Vorstand und an alle Mitglieder und Klienten für ihr Vertrauen. Ein besonderer Dank galt den Mitarbeitenden. Als symbolisches Zeichen der Wertschätzung und des Teamgeistes erhielten die anwesenden Angestellten Säcke mit «Wernli-Herzen» für ihre jeweiligen Teams – eine Geste, die das Miteinander im Arbeitsalltag unterstreicht.
Nachdem die Traktandenliste in Rekordzeit abgearbeitet war, blieb genügend Raum für den geselligen Teil. Die Teilnehmenden genossen ein Abendessen, das von den regionalen Alterszentren zubereitet und von der Frauenriege Jonen serviert wurde. Ein Abend, der beweist, dass Effizienz und herzliche Menschlichkeit kein Widerspruch sein müssen. --sca