Spur der Zerstörung
12.04.2023 WohlenEigentlich sollten die Osterfeiertage eine Zeit der Besinnung und Erholung sein. In Wohlen allerdings hatten Unbekannte wohl etwas zu viel freie Zeit und viel zu wenig Respekt vor fremdem Eigentum. Sie nutzten die Tage respektive die Nächte, um eine Spur der Zerstörung in der ganzen ...
Eigentlich sollten die Osterfeiertage eine Zeit der Besinnung und Erholung sein. In Wohlen allerdings hatten Unbekannte wohl etwas zu viel freie Zeit und viel zu wenig Respekt vor fremdem Eigentum. Sie nutzten die Tage respektive die Nächte, um eine Spur der Zerstörung in der ganzen Gemeinde zu hinterlassen. Besonders betroffen waren einmal mehr die Schulanlagen. Die Schadensumme dürfte sechsstellig sein. --chh
Ausmass der Schäden ist riesig
Über Ostern kam es an verschiedenen Orten der Gemeinde zu Vandalenakten
Die Bilder sind erschreckend, die Empörung riesig. An mehreren Orten in der Gemeinde kam es über Ostern zu Vandalenakten. Betroffen sind vorwiegend Schulanlagen. Jetzt will der Gemeinderat prüfen, ob er die betreffenden Orte mit Kameras überwachen will.
Chregi Hansen
Die Schäden sind beträchtlich. Allein beim Schulhaus Bünzmatt dürften sie bei über 100 000 Franken liegen. Hier wurden Eingangstüren und Fenster mutwillig zerstört und Wände verschmiert. Die Kanti Wohlen rechnet mit Schäden von rund 25 000 Franken. Hier wurden die Scheibe neben dem Haupteingang sowie das Vordach zertrümmert. Dazu wurden bei der Turnhalle Eternitplatten aus der Fassade gerissen. Weitere, eher kleinere Beschädigungen wurden im Schulhaus Junkholz sowie beim Kindergartenpavillon an der Pilatusstrasse vorgenommen. Dazu wurden viele Wände in der Gemeinde verschmiert.
Die ersten Fotos von den Vandalenakten gingen auf der Redaktion schon am Karfreitag ein. Am Samstag folgten in den sozialen Medien die Bilder vom Bünzmattschulhaus. Inzwischen ist klar, dass die Vandalen hier mindestens zweimal zugeschlagen haben. War es beim ersten Mal der Haupteingang zum Bünzmatt 3, musste später noch die Scheibe zum Lehrerzimmer dran glauben. Die Empörung in der Bevölkerung ist riesig. Und auch der Gemeinderat verurteilt die Vorfälle scharf. «Schäden in diesem Ausmass sind auch für uns etwas völlig Neues», sagt Gemeindeammann Arsène Perroud. «Hier reden wir nicht mehr von Lausbubenstreichen», redet auch Repol-Chef Marco Veil Klartext. Einziger Trost: Die Kosten für die Schäden sind durch die Versicherungen gedeckt, mit Ausnahme des Selbstbehalts.
Kapo hat noch keine Hinweise auf Täter
Die Ermittlungen zu den Taten leitet die Kantonspolizei. «Die Spuren wurden überall gesichert und werden nun ausgewertet. Aufgrund der Tatorte ist ein Zusammenhang der Vandalenakte sicherlich möglich. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Tatverdächtigen», erklärt Daniel Wächter, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Übrigens: Über die Osterfeiertage kam es im Kanton Aargau nicht zu vermehrten Vandalenakten – ausser in Wohlen.
Anzeige eingereicht
Klar ist aber schon jetzt, dass die Schäden in verschiedenen Nächten verursacht wurden. Und dies, obwohl mehrfach Patrouillen unterwegs waren. Ob es sich immer um die gleichen Täter handelt, ist hingegen unklar. «Der Gemeinde sind noch keine Hinweise zur Täterschaft bekannt. Inwiefern die Taten in einem Zusammenhang stehen, ist Sache der laufenden Ermittlungen», heisst es dazu von der Gemeinde. Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen. Auch in der Kanti weiss man nicht mehr. «Zurzeit gibt es keine Hinweise. Es wurde bei der Polizei eine Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft eingereicht», sagt Miriam Meyer, Leiterin Dienste.
Immer wieder kommt es in Wohlen zu Vandalenakten. Die Schäden haben in den letzten Jahren zugenommen. Hotspots sind vor allem die Oberstufenschulhäuser. Die Täter können jedoch nur in den seltensten Fällen eruiert und zur Rechenschaft gezogen werden. Aus diesem Grund erklingt immer häufiger der Ruf nach einer Videoüberwachung der Hotspots. Gerade aus dem Schulhaus Bünzmatt wurde dieser Wunsch schon mehrfach geäussert. Bisher aber ohne Erfolg.
Die Videoüberwachung von öffentlichen Gebäuden und Anlagen bedarf der Genehmigung durch die Beauftragte für Öffentlichkeit und Datenschutz, erklärt Perroud. Dabei gehe es immer um eine Abwägung, da die Videoüberwachung ein starker Eingriff in die Freiheits- und Grundrechte ist und nur zurückhaltend eingesetzt werden soll. Aktuell werden das Bahnhofareal und die beiden Tiefgaragen Hofmatten und Bahnhof videoüberwacht. «Man kann nicht einfach überall Kameras montieren, es geht um ein sehr sensibles Thema», macht der Ammann deutlich.
Bisher gegen Kameras bei Schulhäusern
Im Zuge der Erarbeitung des Reglements zur Videoüberwachung öffentlicher Gebäude und Anlagen wurde auch die Überwachung aller Schulanlagen diskutiert. Damals kam man zum Entschluss, vorerst darauf zu verzichten. «Diese Beurteilung wird nach den Vorfällen von vergangenem Wochenende neu vorgenommen», macht Arsène Perroud deutlich.
Die Vandalenakte hielten die Verantwortlichen der Gemeinde auf Trab. Es wurden die zuständigen Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung sowie die betroffenen Ressortvorstehenden informiert. Die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten werden durch das zuständige Facility-Management-Team vorgenommen beziehungsweise koordiniert. Was auffiel: Im Bünzmatt war noch am Dienstag der ganzen Boden mit Glassplittern übersät. «Hier ist das Ausmass der Sachbeschädigungen sehr gross. Und nach den bisherigen Erkenntnissen erfolgten diese in mindestens zwei Nächten», wirbt der Gemeindeammann für Verständnis. So oder so sind diese Vorfälle mehr als ärgerlich.




