Spürbare Spiritualität
11.02.2025 WohlenDie Wohler Künstlerin Heidi Widmer stellt in der Nähe aus – in der reformierten Kirche Seengen
Vor einigen Jahren besuchten Mitglieder des Lesekreises Seengen zusammen mit Pfarrer Jan Niemeier Heidi Widmer in ihrem Atelier in Wohlen. Dieser Besuch ...
Die Wohler Künstlerin Heidi Widmer stellt in der Nähe aus – in der reformierten Kirche Seengen
Vor einigen Jahren besuchten Mitglieder des Lesekreises Seengen zusammen mit Pfarrer Jan Niemeier Heidi Widmer in ihrem Atelier in Wohlen. Dieser Besuch zündete den Funken für eine Ausstellung ihrer Werke im Kirchenraum, in dem deren faszinierende Tiefe und Spiritualität spür- und sichtbar werden.
Walter Minder
Heike Scheel Schellenbaum, die im letzten Jahr verstorbene Physioenergetik-Fachautorin, beschrieb das breite Schaffen von Heidi Widmer mit folgenden Worten: «Das gesamte Werk ist Sinnbild der transzendenten Dimension menschlichen Seins. Ihre Farben Gold, Blau und Rot sind die Farben der mittelalterlichen religiösen Malerei.» Die emotionale Tiefe ihrer Malerei war auch der Grund, dass sie vor bald dreissig Jahren schon einmal für eine Kirchenausstellung eingeladen war, und zwar von der Peter Bachmann Fondation in die Kirche Greifensee. Die Fondation engagiert sich ebenso wie Widmer seit vielen Jahren für die Armen der Ärmsten, beispielsweise auf Sri Lanka.
Leben für die Kunst
Die 1940 geborene und 2006 mit dem Kulturpreis Wohlen ausgezeichnete Widmer begann mit 18 Jahren an der École des Beaux Arts in Genf eine Ausbildung in Malerei und Bildhauerei. Nach drei Jahren wechselte sie an die Accademia di Belle Arti in Rom, die sie 1965 mit dem Lizenziat abschloss. Hier fand sie im bekannten Maler Luigi Montanarini, der mit der Wohler Kunstmalerin Heidy Isler verheiratet war, einen wichtigen Förderer.
Nach dem Studium bereiste Widmer mit bescheidenen Mitteln die weite Welt, ihre Wege führten sie durch Nord-, Mittel- und Südamerika. Immer war ihr Zeichenblock dabei, mit dem sie ihre Eindrücke und Empfindungen festhielt. Sie ging auch künstlerisch konsequent ihren eigenen Weg, meist stand der Mensch im Mittelpunkt. Ihren bekannten «roten Faden», der sich durch ihr künstlerisches Schaffen zieht, habe sie in einem Bild in Spanien entdeckt und sofort dessen enorme Symbolkraft gespürt. Im Dezember 2004 war sie einmal mehr auf Sri Lanka, als die Tsunami-Katastrophe die Insel heimsuchte. Sie selber entkam nur knapp dem Tod, weil sie von Mitbewohnern auf die heranbrausenden Wassermassen aufmerksam gemacht wurde. Als sie die unglaubliche Zerstörung sah, blieb sie vor Ort, organisierte Hilfe und unterstützte Menschen, die innert Minuten ihrer Existenzgrundlage beraubt worden waren.
Eine spezielle Vernissage
Die öffentliche Vernissage mit anschliessendem Apéro in der reformierten Kirche Seengen vom Sonntag, 16. Februar, findet im Rahmen des Gottesdienstes von 10 Uhr statt. Mit dabei sind der Lesekreis und das Ensemble Saltarello unter Leitung von Christa Hunziker, die zusammen mit dem 2022 verstorbenen Roland Hächler das Künstlerpaar insieme gebildet und mit Musik auf Gämshörnern neue Töne angeschlagen hatte.
Heidi Widmer: «Vor wenigen Wochen besuchten mich wieder einige Mitglieder der Lesegruppe mit der Aufgabe, das persönliche Lieblingsbild auszuwählen.» Im Gottesdienst werden diese Bilder von Lesekreismitgliedern vorgestellt. «Spannend ist, wie zwischen ihnen und meinen Bildern Dialoge entstanden sind, die sie am 16. Februar in Worte fassen. Speziell freue ich mich, dass Pfarrer Niemeier meine Bilder für würdig empfindet, in seiner Kirche ausgestellt zu werden.» Neben den Hauptbildern vermitteln zahlreiche kleinere Werke auf der Empore einen Einblick in das aktuelle Schaffen der Freiämter Künstlerin.
Die Künstlerin ist an der Finissage am Samstag, 8. März, 17 Uhr, im Rahmen des wiederum von Hunziker geleiteten Volksliederkonzertes «Liederchratte» ebenso persönlich anwesend wie am 22./23. Februar und 1. März von 14 bis 17 Uhr sowie am 2. März von 10 bis 12 Uhr. Die Ausstellung ist bis am 9. März täglich geöffnet von 8 bis 18 Uhr.

