Spontane Lieder beim Raclette
11.11.2022 Region Bremgarten, KüntenDie Küntener Männerchöre begeisterten mit abwechlungsreichem Liederrepertoire
Die Männerchöre Liederkranz, Spezicanto und K-City-Chörli spielten für einmal nicht in der Turnhalle, sondern in der Kirche. Das neue Konzept stiess auf ...
Die Küntener Männerchöre begeisterten mit abwechlungsreichem Liederrepertoire
Die Männerchöre Liederkranz, Spezicanto und K-City-Chörli spielten für einmal nicht in der Turnhalle, sondern in der Kirche. Das neue Konzept stiess auf Anklang.
Mit «Mir hei e Verein, i ghöre derzue und d Lüt säge: Lue, dä ghört o derzue und mängisch ghören i würklech derzue und i sta derzue» begrüssten die Brüder Markus und Stefan Staubli das Publikum und ihre Chorkollegen.
Begonnen wurde der Konzertreigen vom Liederkranz. Er ist die älteste Formation des Männerchors Künten und eher traditionellem Liedgut verpflichtet. Das erste und das letzte Lied waren beide von Artur Beul, der gegen 1000 Lieder komponiert hat, unter anderem auch «Am Himmel» und «Stägeli uf, Stägeli ab». Um ein bekanntes Problem ging es in «Söll emol cho» vom Trio Eugster. Wer kennt es nicht: das Geld ist zu Ende, der Monat aber noch nicht, wo bleibt der Lohn? Und an den Chorproben, wo bleibt der Sänger? Und auch das Ende von Corona soll endlich einmal kommen.
Lied mit trauriger Aktualität
An wildere Zeiten hingegen wurde mit dem Lied «Der Wilde Westen» von Truck Stop erinnert, als man nach den Proben auch mal länger in der Beiz verweilte. Komplettiert wurde das Programm durch «Wenn die Sonne» und «S Träumli» sowie «Country Roads».
Dem folgte Spezicanto. 1999 gegründet, wartete der Chor mit neueren und weniger traditionellen Liedern auf. Aus Krankheitsgründen musste er auf zwei seiner Sänger verzichten. Ein Lied mit trauriger Aktualität war das vorgetragene Anti-Kriegslied «Last Night I Had a Dream» von Ed McCurdy aus den 1950er-Jahren.
Leicht merken konnte man sich den Text zu Air, einer Arie aus Johann Sebastian Bachs Suite Nr. 3, denn es gab keinen. Das Orchesterstück wurde a cappella gespielt. Jazziger ging es mit «In the Mood» von Glenn Miller weiter. Mit «Wellerman» und «Irish Blessing» wurden zwei Lieder von unbekannten Autoren zum Besten gegeben. Mani Matters «Ds Portemonnaie» und Janis Joplins «Mercedes Benz» rundeten das Programm ab.
Die jüngste Formation war das K-City-Chörli, das grundsätzlich nur mit farbigen Socken auftritt. «Viele Vereine sind neidisch auf unsere Jungen. Sie singen locker, lustig und doch mit Anspruch», so Stefan Staubli, der zusammen mit seinem Bruder Markus durch das Programm führte.
Strophen über Nachbarsgemeinden
Ehrenpräsident Markus Staubli war es auch, der den Text für das erste Lied auf Mundart umgeschrieben hat. Weiter ging es mit «Wenn eine tannigi Hose het». Mit «Alpef lug» folgte das dritte Lied von Mani Matter und «Heuet» sorgte nochmals für traditionelle Klänge. Obwohl in der Kirche gastierend, liess es sich das K-City-Chörli nicht nehmen, zwei «Lumpenlieder» zu singen, wie es Stefan Staubli ausdrückte. Es waren dies «Goethe war gut» von Rudi Carell und «Det äne am Bergli» mit selbst gedichteten Strophen über die Nachbarsgemeinden. «Wegen des neuen Formats wussten wir nicht, wie das Publikum reagiert. Es hat super funktioniert, auch der Racletteplausch danach war gut besucht und das K-City-Chörli hat spontan noch ein paar Lieder gesungen», so der Ehrenpräsident Markus Staubli. In der Kirche habe man gespielt, weil das Theater, das früher aufgeführt wurde, diesmal nicht stattfand und dort die Akustik besser sei als in der Turnhalle. --vb

