«Sie ist die Perle des Vereins»
08.05.2026 Kultur, Vereine, Wohlen«Der allerbeste Verein»
Stimmungsvolle Kulturpreis-Verleihung der Gemeinde Wohlen an den Gemeinnützigen Frauenverein
Verdiente Auszeichnung für den Gemeinnützigen Frauenverein. Aus der Kulturpreis-Verleihung wurde ein ...
«Der allerbeste Verein»
Stimmungsvolle Kulturpreis-Verleihung der Gemeinde Wohlen an den Gemeinnützigen Frauenverein
Verdiente Auszeichnung für den Gemeinnützigen Frauenverein. Aus der Kulturpreis-Verleihung wurde ein stilvolles Fest, begleitet von einer herzlichen Verabschiedung.
Daniel Marti
«Dieser Verein hat so viele Türen geöffnet», schwärmte Corinne Manimanakis bei ihrer Laudatio. Geht es nach der ehemaligen Einwohnerrätin, so muss man bei der Einordnung gar nicht gross studieren. «Der Gemeinnützige Frauenverein ist der allerbeste Verein in Wohlen», betonte sie und erntete in der Begegnungsstätte Rösslimatte tosenden Beifall. Seit 140 Jahren steht der Verein für unzählige Werte und weist eine konstante Grösse von 420 Mitgliedern auf. «Dieser Verein ist Kulturpreis-würdig.» Mit sieben Projekten setzt sich der Frauenverein für die Allgemeinheit ein und für Menschen, die nicht immer auf der Sonnenseite stehen. Darum spricht beispielsweise Pitsch Isler mit Hochachtung über den Schwesternverein. Isler ist Präsident des Gemeinnützigen Ortsvereins (GOV): «Der Frauenverein verdient grosse Bewunderung und Respekt.»
Das gilt auch für Christine Bächer. Die langjährige Präsidentin wurde an der GV verabschiedet. Künftig ist mit Ginny Olschimke und Sandra Garro ein Co-Präsidium an der Vereinsspitze.
Es sei ihr eine Ehre, so lange für den Gemeinnützigen Frauenverein mitgewirkt zu haben, betonte Christine Bächer. In den 18 Jahren als Präsidentin durfte sie «unzählige schöne Momente und Ereignisse miterleben. Höhen und Tiefen wurden durchgestanden.» Eines war ihr allerdings stets wichtig: «Die Menschen standen für mich immer im Mittelpunkt.» Und dafür hat sie dem Verein und seinen Tätigkeiten gerne ihre Zeit geschenkt – wie viele Frauen und Männer ebenfalls. Dieses Engagement wurde nun auch mit dem Kulturpreis gekrönt.
Generalversammlung des Gemeinnützigen Frauenvereins: Neues Co-Präsidium gewählt
Es geht ihm glänzend, er ist vielfältig unterwegs und der Gemeinnützige Frauenverein ist ein Trumpf für Wohlen. Nun wurde mit Ginny Olschimke und Sandra Garro ein neues Co-Präsidium gewählt, aber die GV stand ganz im Zeichen der Verabschiedung von Präsidentin Christine Bächer.
Daniel Marti
Sie verneigte sich mehrfach und es kullerten ihr die Tränen über die Wangen. Mit langen Standing Ovations von der gesamten Versammlung wurde Christine Bächer gefeiert. Gegen 150 Mitglieder und Gäste ehrten damit den Abschied der langjährigen Präsidentin. Es war ein ganz feines Zeichen der Wertschätzung, des Dankes, der Anerkennung für eine grandiose Leistung. 25 Jahre im Vorstand, 18 Jahre als Präsidentin. Christine Bächer mag den Gemeinnützigen Frauenverein, alle Vereinsmitglieder haben die scheidende Präsidentin einfach gern – wegen ihrer Art, mit Menschen umzugehen, und wegen ihres Leistungsausweises im 140 Jahre alten Verein.
Eine herzliche und bedingungslose Macherin
Es war logisch, dass es für Christine Bächer keine normale Verabschiedung gibt. Die ehemalige Präsidentin Brigitta Hubeli, die neue Co-Präsidentin Ginny Olschimke und das langjährige Vereinsmitglied Corinne Manimanakis würdigten die abtretende Präsidentin. «Sie hat mit viel Engagement und Kreativität die Weichen gestellt», betonten die drei. «Sie hinterlässt wesentliche Spuren – im Verein und im Dorf bei den Menschen.» Wegen und für Chregi Bächer wurden sogar vor sechs Jahren die Statuten geändert, damit die Frauen ihre Präsidentin im Amt behalten durften. «Neues anzureissen, das war eben ihr Ding.» Diverse Integrationsund Herzensprojekte wurden dank ihr lanciert.
Hubeli, Olschimke und Manimanakis hatten nur lobende und feinfühlige Worte für Christine Bächer. «Sie ist offen und inspirierend. Sie ist eine herzliche und bedingungslose Macherin, stets beharrlich, aber immer mit Herz.» Christine Bächer habe stets Verantwortung getragen «und immer unser Herz bewegt». Sie habe einfach diesen Verein geprägt. Die treffende Einschätzung des Trios kam zum Schluss: «Christine Bächer ist die Perle des Vereins.» Was für eine Wertschätzung. Besser geht nicht.
Logisch, Chregi Bächer wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Natürlich mit Standing Ovations. Und die Tränen flossen, nicht nur bei ihr, sondern bei ganz vielen Vereinsmitgliedern. Freudentränen. Der Frauenverein sei halt ihr Herzensverein. «Hier ist stets eine Energie, die ich immer wieder spüre», sagte sie mit zittriger Stimme.
Ginny Olschimke und Sandra Garro, das neue Co-Präsidium
Es gab selbstverständlich weitere Höhepunkte an der GV. Vor allem die Nachfolge von Chregi Bächer wurde bestimmt. Neu bilden Aynur Acar, Gaby Oeschger, Alessandra Schäfer, Ginny Olschimke (alle bisher), Sandra Garro und Claudia Meier (beide neu) den Vorstand. «Es ist grossartig, dass sie sich zur Verfügung stellen. Es gibt zwar viel Arbeit im Vorstand, aber auch viel Schönes», so Christine Bächer. Und es sei wertvoll, dass «zwei junge Frauen» neu dabei sind. Als neues Co-Präsidium wurden Ginny Olschimke und Sandra Garro gewählt.
Das Co-Präsidium will gemeinsam in die Zukunft schauen. Mit klarer Philosophie: «Wir bauen auf Bewährtem auf und machen den Verein fit für die Zukunft.» Man wolle den Blick bewusst nach vorne richten, «und uns einsetzen für ein soziales Miteinander». Der Gemeinnützige Frauenverein soll weiterhin eine Plattform sein für Begegnungen. «Solidarität, Gemeinnützigkeit, gesellschaftliche Verantwortung, das sind unsere Werte», so Garro. Auch in Zukunft will der Frauenverein «Begegnungen provozieren». Das nächste Mal beispielsweise mit der Teilnahme am Fest «Begegnung der Kulturen» vom Samstag, 13. Juni. Der Gemeinnützige Frauenverein will auch künftig in seine Projekte investieren – obwohl die Jahresrechnung ein Minus von rund 1000 Franken verzeichnete. Mit knapp 61 000 Franken Vermögen ist das finanzielle Polster gross genug.
Traurig und mit viel Respekt
Zum Schluss der Generalversammlung stand nochmals Chregi Bächer im Mittelpunkt. Das breit gefächerte Angebot für das Zusammenleben des Vereins sei beeindruckend, sagte Rolf Keusch von «Tischlein deck dich» stellvertretend für alle Frauenverein-Projekte. Und weil Christine Bächer das Präsidium nun abgibt, «sind wir traurig. Gleichzeitig haben wir grossen Respekt vor der Arbeit, die Chregi Bächer geleistet hat», so Keusch. Sie habe beispielsweise «Tischlein deck dich» aufgezogen und bemuttert. «Und wir haben immer ganz viel Wertschätzung gespürt.» Dann waren da noch diese zwei Gründungsmitglieder, mit den perfekt passenden Kleidern von damals. Regula Meier-Rösti und Vally Stäger stöberten in alten Protokollen. 1906 habe man noch einen Batzen für ein «Zweierli» Wein bezahlt. 1926 wurde eine junge Kraft als Präsidentin gewählt. «Kann die das?», fragte man sich. Und die Gemeinde Wohlen steigerte ihren Beitrag von 150 auf 200 Franken. «Endlich haben sie gemerkt, was der Verein leistet», so der Kommentar der beiden. An der GV waren im Jahr 1986 nur 13 Frauen, und es gab nicht einmal eine 100-Jahr-Feier.
Und 2008 gab es eine neue Präsidentin, eine junge Kraft. Ihre Vorgängerin Brigitta Hubeli habe für ein gemachtes Nest gesorgt, so die beiden Gründungsmitglieder. Darin habe sie sich entfalten können. «Sie ist hingestanden, hat Mut gezeigt, Ideen weiterentwickelt. Und sie ist lange treu geblieben. Christine Bächer hat eben immer auf ihr Herz gehört.» Zum Wohl ihres Lieblingsvereins.
14 628 Menschen profitierten
Jahresbericht zu allen Projekten
Der Jahresbericht über alle sieben Projekte des Gemeinnützigen Frauenvereins fiel ausführlich aus. Alleinstehendenzmorgen, Betagtenbetreuung, Café International, Fasnacht, Flicken, «Tischlein deck dich» sowie der 1-2-3-Treff sind sehr beliebt. Und sämtlichen verantwortlichen Personen wurde vom Vorstand ein grosses Dankeschön ausgerichtet.
Beeindruckend sind die Zahlen von «Tischlein deck dich». Im vergangenen Jahr wurden 49 Abgaben realisiert. Im Schnitt haben 69 Personen die Abgabestelle besucht und für rund 212 Personen Waren bezogen. «So konnten im Jahr 2025 14 628 Menschen profitieren. Und insgesamt wurden rund 45 Tonnen Lebensmittel abgegeben», rechnete die Vereinspräsidentin vor.
Wohlen kocht: Im August thailändisch
Es fanden aber auch Veränderungen statt. «Wohlen kocht» ist ein neues Projekt, das die neue Co-Präsidentin Sandra Garro injiziert hat. Dabei werden verschiedene Länder kulinarisch bereist. Frankreich und Deutschland waren schon an der Reihe. Im August wird thailändisch gekocht und im November srilankesisch.
Die Kindergartenbörse ist ebenfalls neu. Im Herbst 2025 nahmen 15 Standbetreiberinnen an der Premiere teil. Am 12. September folgt im Chappelehof die zweite Auflage.
«Back to business – Frauen für Frauen» ist ebenfalls ein neues Angebot. Am ersten Dienstag im Monat findet im Chappelehof jeweils ein Workshop statt. Dieser soll Frauen den Wiedereinstieg nach der Mutterschaft erleichtern. --dm
Bewunderung für den Farbtupfer
In der Begegnungsstätte Rösslimatte: Kulturpreis-Verleihung an den Gemeinnützigen Frauenverein
Welche Freude – vermischt mit viel Genugtuung und berechtigtem Stolz. Der Gemeinnützige Frauenverein wurde in der Begegnungsstätte Rösslimatte mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Eine verdiente Würdigung und Auszeichnung.
Daniel Marti
Die Begegnungsstätte Rösslimatte platzte schier aus allen Nähten. Freie Stühle gab es nicht mehr, selbst Stehplätze waren Mangelware. Dieser Grossaufmarsch bot die verdiente und würdige Bühne für den Gemeinnützigen Frauenverein, der in seiner 140-jährigen Geschichte schon für manche gute und interessante Geschichte verantwortlich zeichnete. Mit der Verleihung des Kulturpreises konnte nun ein weiterer Höhepunkt gefeiert werden.
«Förderung der Integration»
Dass der Kulturpreis 2026 der Gemeinde Wohlen an den Gemeinnützigen Frauenverein geht, diese Meldung ist seit knapp drei Wochen bekannt. Nun fand die feierliche Übergabe in der Begegnungsstätte Rösslimatte statt. Nicht nur die eigenen Vereinsmitglieder wollten sich dieses Highlight nicht entgehen lassen, auch etliche Kulturpreisträger der früheren Jahre gaben sich die Ehre. Architekt und Bühnenbauer Stefan Hegi (2025), OK Wohler Fasnacht (2024), Filmklub (2023), Circolo Acli (2022), Hardy’s Bubbles (2021) sind die unmittelbaren Vorgänger. Und alle freuten sich riesig mit dem Gemeinnützigen Frauenverein.
«Personen oder Institutionen mit einem besonderen Beitrag für das kulturelle Leben in Wohlen werden mit dem Kulturpreis ausgezeichnet», betonte Gemeinderätin und Kulturministerin Sonja Isler-Rüttimann. Und solche Beiträge hat der Frauenverein wohl Hunderte geleistet. Der Gemeinnützige Frauenverein stehe für «die langjährige Förderung der Integration und für die kulturelle Mitwirkung», so Sonja Isler weiter. Der Verein habe sein Angebot immer wieder dem Gesellschaftswandel angepasst, das sei vorbildlich. «Heute bietet er ein breites Spektrum für Menschen in verschiedenen Lebenssituationen an.»
«Frauen, die lenken und vorspuren»
Die Laudatio sprach Corinne Manimanakis, ehemalige Einwohnerrätin. Sie ist eine Persönlichkeit des Gemeinnützigen Frauenvereins und kennt den Verein bestens. Zudem hat sie den Mittagstisch «Schmatz» ins Leben gerufen, der Vorläufer der Mittagstische der Schulen.
Zusammenhalt, Vielfalt, Integration, Vernetzung, Wertschätzung, Zeit schenken und teilen, mit der Zeit gehen. Das sind laut Manimanakis nur ein paar Stichwörter, die perfekt zum Frauenverein passen. Wohlen habe über 125 Vereine. «Aber wer kennt einen Verein, der 140 Jahre alt ist und konstant so um die 420 Mitglieder aufweist?», fragte sie. Natürlich: der Gemeinnützige Frauenverein. Eine solche Konstanz sei nur möglich, «wenn man mit der Zeit geht», so Manimanakis, «und es braucht einen Vorstand mit Frauen, die lenken und vorspuren.»
Bereits die Gründerfrauen 1886 waren Pionierinnen, blickte Manimanakis zurück. Damals wurde im Geissmannhaus an der Bremgarterstrasse eine Suppenküche eingerichtet, im Jahr 2003 wurde gleich gegenüber im damaligen Schellhaus der Mittagstisch Schmatz gegründet. Schöne Parallelen. «Der Frauenverein greift eben Menschen in schwierigen Situationen unter die Arme, ideell und finanziell.»
Sie nannte hier nur zwei Vergleiche: Das Projekt «Tischlein deck dich» und das «Café International». «Der Gemeinnützige Frauenverein ist für Menschen da, die im Leben nicht auf der Sonnenseite stehen.» Stimmt.
Gerade deswegen ist es eine wunderbare Bestätigung, dass der Gemeinnützige Frauenverein nun mit dem Kulturpreis verdientermassen selber auf der Sonnenseite steht – und im Rampenlicht.
Auch der Bruderverein, der GOV, gratulierte
Natürlich, die Gratulanten standen beim Vorstand des Gemeinnützigen Frauenvereins Schlange. Beim Gang durch die Rösslimatte und beim Apéro gab es so manches herzhaftes Lachen und sympathisches Gespräch. Einer ist jedoch herausgestochen. Pitsch Isler, Präsident des Gemeinnützigen Ortsvereins (GOV), liess es sich nicht nehmen, dem fünf Jahre älteren Schwesterverein zu gratulieren. Mit den langjährigen Einsätzen haben laut Isler die ehemalige Präsidentin Brigitta Hubeli und die abtretende Präsidentin Christine Bächer Grosses geleistet. «Danke für diesen Einsatz, der Gemeinnützige Frauenverein sorgt für viele Farbtupfer in Wohlen.» Darum schaue der GOV sehr gerne zu seiner grossen Schwester hinauf, «mit viel Respekt und grosser Bewunderung».
Der GOV hat mit seinem Wein am Rebberg einen eigenen Farbtupfer, sagte Pitsch Isler noch. Und einen solchen Farbtupfer bekamen Brigitta Hubeli und Christine Bächer stellvertretend für alle Frauen des Vereins überreicht – und mit diesem feinen Tropfen kann der Kulturpreis natürlich noch besser gefeiert werden.






