Schulbänke für Kids in Uganda
27.06.2023 WohlenEine Sammelaktion von Tahani Sheeraz und Alina Meyer als Thema in «Projekt und Recherche»
Für ihr Wahlfach mussten Tahani Sheeraz und Alina Meyer einige Hürden überwinden. Doch das Ergebnis der Spendensammlung von 3000 Franken erfüllt die ...
Eine Sammelaktion von Tahani Sheeraz und Alina Meyer als Thema in «Projekt und Recherche»
Für ihr Wahlfach mussten Tahani Sheeraz und Alina Meyer einige Hürden überwinden. Doch das Ergebnis der Spendensammlung von 3000 Franken erfüllt die Schülerinnen mit Stolz.
Monica Rast
Die Abschlussklassen der Oberstufen können sich in dem Wahlfach «Projekt und Recherche» in ein ganz eigenes Thema vertiefen. Ob alleine oder in einer Gruppe, ist den Schülern überlassen. So entstehen jedes Jahr immer wieder interessante und spannende Projekte. Für Tahani Sheeraz und Alina Meyer war klar, sie möchten sich für andere Kinder engagieren. «So sind wir schnell auf das Spendensammeln gekommen», meinen sie unisono.
Die zwei Schülerinnen sind momentan noch in der 3. Klasse der Bezirksschule Wohlen und werden nach den Sommerferien in die Fachmittelschule Richtung Pädagogik wechseln. Bei der Recherche bemerkten die Schülerinnen, dass es nicht so einfach ist, eine passende Organisation für die Unterstützung zu finden. «Damit auch das Geld genau dort ankommt, wo es gebraucht wird», erklärt Tahani Sheeraz.
Da die Grosseltern von Alina Meyer bereits in einer vertrauenswürdigen Organisation tätig sind, war es für die zwei 15-Jährigen klar, dass sie auf diese Erfahrung zurückgreifen möchten. Zudem haben sie bei einem Spendenanlass in der Bleichi bereits die ersten Bekanntschaften zu dieser Organisation geknüpft. Der Verein «Vision4Ugandakids» unterstützt ein Waisenkinderprojekt in Uganda. Die Kinder leben in zwei einfachen Häusern mit vier Betreuerinnen zusammen. Um mehr Informationen über die Organisation zu erhalten, trafen sie sich mit der Gründerin des Wohler Vereins Harriet Suter.
Sammeln für Schultische
In einem weiteren Treffen erzählte Harriet Suter den Schülerinnen, wie die Kinder in Uganda leben. Bei dem Gespräch sprach man auch über den Klassenraum und die mangelhafte oder fehlende Einrichtung. Mitarbeiter der Organisation zimmerten Tische und Bänke für die Kinder. Tahani Sheeraz und Alina Meyer entschlossen sich, Geld für neue Schultische zu sammeln. Sie fanden es passend zu ihrem Wunsch, Lehrerin zu werden. «Ich habe mich gefreut, dass sie für die Waisenkinder sammeln wollen», meint Harriet Suter. Das Thema wurde mit der begleitenden Lehrperson angeschaut und mit einem Projektvertrag starten die jungen Frauen ihr Abenteuer «Spendensammlung». Sie verbreiten auf Instagram einen Aufruf zur Spende, doch dieser erbrachte nicht das gewünschte Ergebnis.
Holpriger Start
Hingegen der Flyer mit einem QR-Code zeigte Wirkung. Dabei half auch, dass sie diesen in ihre Story stellten und an die ganze Verwandtschaft versandten. Doch um die nötige Summe zu erhalten, die sie sich als Ziel setzten, reicht diese Aktion wiederum nicht aus. Tahani Sheeraz und Alina Meyer beschliessen, auf den bewährten Kuchenverkauf und das persönliche Gespräch zurückzugreifen. Für die Schülerinnen war der Kuchenverkauf eine Herausforderung. «Wir sind beide Menschen, die Fremde nicht gerne ansprechen», erklären sie gemeinsam.
Grosser Lernprozess
Mit selbst gebackenen Kuchen versuchen sie in Muri, Villmergen und Niederwil ihr Glück. Am Anfang verkaufen sie den Kuchen inklusive einem Begleitzettel über ihre Sammelaktion. «Wir haben aber gemerkt, dass die Leute mehr Geld geben, wenn wir ihnen erklären, was wir genau machen.» Die Leute persönlich ansprechen und dabei hartnäckig, aber höflich bleiben. Doch für die zwei eher zurückhaltenden Schülerinnen war dies kein leichtes Unterfangen. «Mit der Zeit wurde es einfacher und wir haben uns wohler gefühlt», erzählt Alina Meyer. Auch mit dem Umstand, dass nicht alle Passanten ihr Interesse zeigen, müssen sie lernen umzugehen. «Nun wissen wir, wie sich die Menschen fühlen, die für ihre Sache Geld sammeln und an denen man einfach, ohne sie eines Blickes zu würdigen, vorbeiläuft.»
Während des Projekts haben die Mädchen vieles über sich selber erfahren und sind über sich hinausgewachsen. Reifer geworden. Einen Schritt näher an das Erwachsenenleben herangekommen. Harriet Suter ist stolz auf die zwei Schülerinnen. «Wenn man etwas mit dem Herzen macht, kommt es gut», meint die 46-Jährige aus Uganda. Mit viel Einsatz haben Tahani Sheeraz und Alina Meyer ihr Ziel von 3000 Franken erreicht und in Form eines Schecks Harriet Suter übergeben.
Mit der Übergabe endet das Projekt, doch die zwei Schülerinnen können es sich gut vorstellen, weiterhin an Anlässen des Vereins mitzuhelfen.

