Region fühlt sich vernachlässigt
04.04.2025 Region BremgartenRegionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt (Repla MRK) diskutierte
Viel zu reden gab der Verkehr an der Vorstandssitzung der Repla MRK. Und dies, obwohl das Thema gar nicht auf der Traktandenliste stand. Weitere Schwerpunkte waren der Reusssteg und die ...
Regionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt (Repla MRK) diskutierte
Viel zu reden gab der Verkehr an der Vorstandssitzung der Repla MRK. Und dies, obwohl das Thema gar nicht auf der Traktandenliste stand. Weitere Schwerpunkte waren der Reusssteg und die Einführung einer neuen digitalen Baueingabe durch den Kanton.
Roger Wetli
«Durch den Kanton wird einfach nichts unternommen. Dies haben die Kantonsvertreter deutlich gemacht», ist der Zufiker Gemeindeammann Daniel Stark konsterniert. Er sprach an der Vorstandssitzung des Repla MRK die Achse Dietikon–Bremgarten–Lenzburg an. Auch Petra Oggenfuss Feldgrill, Vizeammann von Berikon, betonte: «Unsere Einwohner sind mit der Situation am Mutschellenknoten unzufrieden.»
Fragen hatte Oggenfuss Feldgrill aber auch an die Repla. Dies, weil sie in der gleichen Woche eine überregionale Lösung der Kantone Aargau und Zürich in Sachen Verkehrsplanung Limmattal–Mutschellen–Bremgarten forderte, wie Berikon selbst über ihren Entwurf Kommunalen Gesamtplan Verkehr informierte. «Das Vorgehen der Repla empfanden wir als Provokation», erklärte sie. Der ehemalige Beriker Gemeindeammann und Repla MRK-Präsident Stefan Bossard betonte: «Ihr wurdet informiert. Mit unserer Aktion wollten wir die Regierungen der Kantone Aargau und Zürich auf die Situation auf dieser Achse aufmerksam machen und sie wachrütteln, damit es endlich zu Lösungen kommt.» Er gab zu: «Im Nachhinein war der Zeitpunkt dieser Information wohl nicht optimal.» Sie würden nun auf die Antworten der Kantone warten und hoffen, dass es Lösungen gibt, um die Region verkehrstechnisch zu entlasten.
Totale Digitalisierung von Baugesuchen geplant
Vor der Sitzung informierten der kantonale juristische Stabsmitarbeiter Hugo Käser über die aktuelle Anhörung des Baugesetzes und der kantonale Abteilungsleiter für Baubewilligungen Hans Jürg Bättig über die Einführung einer neuen Baubewilligungssoftware. Besonders auf Interesse schien bei den Gemeindevertretern das neue Informatikportal zu stossen. «Ziel ist eine konsequente Digitalisierung der Baugesuche», erklärte Hans Jürg Bättig. «Diese muss bis 1. Januar 2026 bereitstehen, weil ab dann Module des jetzigen Programm ihr ‹End of life› erreicht haben.» Er erzählte, wie der Kanton Aargau einst ein eigenes Programm in Auftrag gegeben hatte und was da die Hauptschwierigkeiten waren und sind.
Das neue Programm wird jetzt bereits von mehreren Deutschweizer Kantonen eingesetzt. «Wir übernehmen also eine bewährte Lösung und können uns auch mit den anderen Kantonen austauschen», so Bättig. «Die Realisierung läuft auf Hochtouren. Alles wird aber bis Anfang Januar noch nicht bereits sein.» Juristische Fragezeichen würde es etwa bei der Art der Unterschrift geben.
Der Rudolfstetter Gemeinderat Michael Kaufmann gab dann auch zu bedenken, dass er in einem Kanton arbeite, in denen zwar die Baugesuche digital eingegeben werden dürften, diese aber erst bearbeitet würden, wenn zusätzlich per Post ein unterschriebenes Formular bei den Behörden lande.
Roger Hausherr, Gemeindeammann von Eggenwil, fragte, ob bei einer totalen Digitalisierung es künftig für jede Baueingabe wie zum Beispiel einem Gartenhäuschen ein Planungsbüro für die korrekte Eingabe brauche. «Das ist nicht so», beschwichtigte Hans Jürg Bättig. «Man kann auch PDFs mit Handskizzen und Fotos versenden.» Er äusserte das kantonale Ziel, dass künftig alle Aargauer Gemeinden mit dem neuen Programm arbeiten sollten. «Denn mit dem Alten waren das leider nur ein paar wenige.»
Positive Haltung zum Reusssteg bleibt
Repla-MRK-Mitglied Giovanni Di Carlo blickte auf die bisherigen Planungsschritte des Reussstegs zwischen Künten und Fischbach-Göslikon zurück. Über dessen Planungskredit wurde in Künten das Referendum ergriffen, über das Mitte Mai abgestimmt wird. «Die positive Haltung der Repla MRK zu diesem Projekt bleibt bestehen», betonte Di Carlo. «Wir haben eine Verpflichtung, der Bevölkerung ein gutes Naherholungsgebiet anzubieten. Unsere Repla stützt die Standortgemeinden des Reussstegs in ihrer befürwortenden Haltung.»
Der jetzt gewählte Standort sei optimal. «Und durch die neue Planung, in der die Pfeiler weiter weg vom Ufer stehen, wird der für die Natur äusserst wertvolle Übergangslebensraum zwischen Wasser und Land nicht beeinträchtigt.»

