«D’Putzfrau als Detektivin» feierte in Auw Premiere – weitere Aufführungen folgen
Die Theatersaison in Auw ist eröffnet. Auf dem Programm steht dieses Jahr der Dreiakter «D’Putzfrau als Detektivin». Am Premierenabend war die ...
«D’Putzfrau als Detektivin» feierte in Auw Premiere – weitere Aufführungen folgen
Die Theatersaison in Auw ist eröffnet. Auf dem Programm steht dieses Jahr der Dreiakter «D’Putzfrau als Detektivin». Am Premierenabend war die Mehrzweckhalle bis auf den letzten Platz besetzt. Die Aufführung war ein voller Erfolg.
Wenn sich die Leiche in Luft auflöst und die Beweismittel ebenso, dann versteht keiner mehr, was richtig oder falsch ist – bis auf die Putzfrau Lily Pfeiffer (Claudia Burkart). Sie hat für alles eine Erklärung parat oder zumindest einen lockeren Spruch, der nicht immer für alle Beteiligten als passend erachtet wird. Doch von Beginn an: Die Putzfrau Lily stolpert beim Betreten des Büros über den Leichnam ihres Chefs, des Firmenbesitzers Richard Gross (Ludwig Stecher). Er hängt leblos im Bürostuhl, doch sein Anblick verschlägt der wortgewandten und schlagfertigen Lily nicht die Sprache. Sie ist eine der vielen Angestellten, die für den Chef nicht viel übrig hat.
Problematisch wird die ganze Sache, als der zuständige Ermittler, Polizist Jakob Peter Witzig (Pascal von Flüe) und später noch der zutiefst erkältete Bezirksanwalt Heiri Glanzmann (Markus Ineichen) eintreffen und die Leiche verschwunden ist. Heiri, der Bezirksanwalt, war in früheren Jahren Lily Pfeiffers Nachbar und so duzt sie ihn ständig. Sprüche, die mit «Aber Heiri» beginnen, kommen in den verschiedensten Tonalitäten aus ihrem Mund. Mal bestürzt, mal resigniert, mal genervt oder auch bezirzend. Die gewiefte und doch einfach gestrickt wirkende Putzfrau löst den Fall fast auf eigene Faust. Dabei nimmt sie ihrem Heiri mehr als einmal das Heft aus der Hand. Die Wortspiele und die lockeren Sprüche lösten beim Publikum so manchen herzhaften Lacher aus.
Schauspielerische Meisterleistungen
Claudia Burkart lieferte eine grossartige Leistung ab. Sie hatte eine beinah 100-prozentige Bühnenpräsenz mit weit über 300 Einsätzen. Wenn sie dabei nicht mit ihrem gelben Putzlappen eine Oberfläche polierte, dann wedelte sie damit durch die Luft, um ihrem Ärger Nachdruck zu verleihen. Jeder der acht Schauspieler zeigt, dass ihm oder ihr das Theaterspiel im Blut liegt. Ineichen überzeugte als Bezirksanwalt Glanzmann mit seiner strengen Miene. Die Eleganz von Frau Gross alias Claudia Villiger passte hervorragend zur Gattin des Firmenbesitzers. Die Sekretärin Susanne Rüegg, gespielt von Martina Conrad, zeigte eine jugendliche Lockerheit, die neben der eher spröde wirkenden Privatsekretärin Marianne Suter, gespielt von Brigitte Favre, erfrischend war. Auch die beiden Herren, der Buchhalter Robert Meier (Roland Suter) und Polizist Jakob Peter Witzig (Pascal von Flüe), wurden souverän gespielt.
Neben und hinter der Bühne
Unter der Leitung der langjährigen Regisseurin Hanna Gehrig war dies für die Auwer Theaterleute die 72. Theaterproduktion. In rund 40 Proben studierten sie die Krimi-Komödie nach dem Drehbuch von Jack Popplewell ein. Präsident Ludwig Stecher ist überzeugt: «Unserer Regisseurin gebührt ein grosses Dankeschön. Sie hat es wieder einmal geschafft, die acht Spielerinnen und Spieler auf den heutigen Abend vorzubereiten.»
Aber nicht nur jene auf der Bühne überzeugten, auch in der Küche oder im Hintergrund, wo all die tausend Handgriffe sitzen müssen. --ci
Die nächsten Aufführungen: Samstag, 25. November, 20 Uhr; Sonntag, 26. November, 14 Uhr; Donnerstag, 30. November, 20 Uhr; Samstag, 2. Dezember, 20 Uhr. Reservationen unter www.theaterauw.ch.