Paradies nicht nur für Kinder
29.05.2026 Fahrwangen, Region Unterfreiamt, Jugend, MountainbikeIn Fahrwangen soll ein Fahr & Ride Park entstehen
Die Ziele sind hoch gesetzt. Noch dieses Jahr soll der neue Park mit seinen vier verschiedenen Erlebniswelten eröffnet werden. Aktuell läuft ein Fundraising. Hinter dem Projekt steht der Familienclub. ...
In Fahrwangen soll ein Fahr & Ride Park entstehen
Die Ziele sind hoch gesetzt. Noch dieses Jahr soll der neue Park mit seinen vier verschiedenen Erlebniswelten eröffnet werden. Aktuell läuft ein Fundraising. Hinter dem Projekt steht der Familienclub. «Es wäre eine Bereicherung für das Dorf», sagt Präsidentin Jeanine Diriwächter.
Chregi Hansen
Entstanden ist die Idee letztes Jahr an der Sommerbar. Hier sassen an einem Abend Jeanine Diriwächter und ihr Nachbar Christoph Baumann zusammen an einem Tisch und blickten auf die grosse Wiese direkt daneben. Hier liesse sich etwas Tolles machen für die Bevölkerung, fand die Präsidentin des Familienclubs und Organisatorin der Sommerbar. Sie träumte von einem Bikepark. «Dann lass uns das doch angehen», antwortete Baumann.
Gesagt, getan: Inzwischen hat das Projekt Fahr & Ride Park viel Fahrt aufgenommen. Es wurden mit der Gemeinde Gespräche geführt, Pläne gezeichnet, Partner gesucht, eine Website erstellt und die Suche nach Geldern gestartet. Das Tempo ist hoch, «aber alle finden die Idee gut und wir wollen den Schwung nutzen», sagt Baumann. Noch diese Woche soll das Baugesuch eingereicht werden, vor Kurzem wurde ein Fundraising gestartet, im Herbst soll mit den Bauarbeiten gestartet werden. «Unser Wunsch wäre es, den Park noch dieses Jahr zu eröffnen. Dafür geben wir alles», sagt Diriwächter.
Ursprünglich nur an einen Pumptrack gedacht
Die Idee eines solchen Parks trägt sie schon länger mit sich herum. Anfänglich dachte sie nur an einen fest installierten Pumptrack, wie es ihn beispielsweise in Egliswil gibt. «Ich habe dafür schon immer mit der Wiese hinter dem Feuerwehrmagazin geliebäugelt. Doch bisher war sie verpachtet. Jetzt aber wurde sie frei», berichtet sie. Bald aber zeigte sich, dass das Gelände viel zu gross ist, um nur einen Pumptrack zu bauen. Und darum dachten Diriwächter und Baumann noch etwas grösser. Warum nicht noch weitere Angebote? Einen Skills-Trail für Biker etwa. Oder eine Offroad-Strecke für ferngesteuerte Autos. «Davon gibt es fast keine in der Region. Und je mehr der Park bietet, desto mehr Menschen profitieren doch davon», sagt Baumann.
Und so wurde aus einer Pumptrack-Idee ein Fahr & Ride Park. Für die Planung der verschiedenen Erlebnisse haben sich die beiden Hilfe geholt, so stiess Emanuel Geissmann dazu. Und was den RC Dirt Track betrifft, gab es auch Unterstützung vom Wohler Hobby-Shop Hässig, welcher der Idee sehr positiv entgegensteht. Auf dieser Strecke dürfen übrigens nur elektrisch betriebene, ferngesteuerte Autos ihre Runden drehen, damit hält sich der Lärm in Grenzen. «Uns war es von Anfang an wichtig, die Anwohner mit ins Boot zu holen. Wir wollen niemanden stören», sagt Diriwächter.
Vier Welten, ein Park – dies ist das Motto der drei Initianten. Wobei: Vier Welten? Pumptrack, Bike Skills Trail und RC Dirt Track ergeben doch nur drei. «Wir haben hier genügend Platz, wir wollen auch etwas für die Natur machen», sagt Diriwächter. Ein Adventure Nature Park soll naturnahe Erlebnisflächen schaffen mit Biodiversitätszonen, Lernstationen und ökologischen Bereichen. Dafür sucht man die Zusammenarbeit mit der Schule. «Wir wollen hier einen Treffpunkt für Gross und Klein, für Jung und Alt schaffen», so Baumann. Zusammen mit dem benachbarten Fussballplatz und dem roten Platz neben der Turnhalle entsteht ein Freizeitparadies. Und erst noch eines, das während der Sommermonate mit einer eigenen Bar aufwarten kann.
Dann können die Erwachsenen sich in der Sommerbar treffen, während sich die Kids nebenan austoben.
Betriebskonzept und klare Regeln
Noch existiert der Park nur auf den Plänen. Aber der Optimismus ist gross. Dies auch, weil die Gemeinde das Projekt unterstützt. Nicht mit Geld, dafür reicht das Budget nicht. Aber sie stellt das Land zur Verfügung, hilft bei Detailfragen, etwa bei den Parkplätzen oder dem Baugesuchsverfahren. Zudem bietet sie an, dass der Werkhof hier regelmässig säubern wird. «Das Land gilt als Reserve, falls es später noch eine Turnhalle braucht. Darum müssen wir so bauen, dass die Anlage wieder entfernt werden kann», erklärt die Präsidentin des Familienclubs. Das gilt insbesondere für den Pumptrack. Umgekehrt verlangte die Gemeinde ein Betriebskonzept und klare Regeln, insbesondere was die Benutzungszeiten angeht. «Aber auch hierbei hat sie uns unterstützt», lobt Diriwächter.
Jetzt wird Geld gesammelt
Die Initianten sind guter Dinge. Die Planung steht, das Echo aus der Bevölkerung ist sehr gut. «Seit wir das Projekt öffentlich gemacht haben, erhalten wir ganz tolle Feedbacks», freut sich Diriwächter. Die grösste Hürde ist die Finanzierung, hier hat Baumann als Bankfachmann den Lead. Derzeit laufen verschiedene Gesuche bei Stiftungen und Organisationen, auch beim Swisslos Sportfonds ist eine Anfrage hängig. Zudem wurde ein Fundraising gestartet, nach wenigen Tagen standen bereits 50 000 Franken zu Buche. «Wir rechnen mit Gesamtkosten in der Höhe von 165 000 Franken. Wovon ein Teil auch durch Eigenleistungen erbracht werden kann», rechnet Baumann vor. Diesbezüglich sei man auch im Gespräch mit den Firmen aus dem Dorf. «Wir könnten das Projekt auch noch anpassen und reduzieren respektive etappieren. Das wäre dann Plan B. Aber aktuell gibt es nur den Plan A», geben sich die beiden optimistisch.
Familienclub als Unterstützung
Falls es klappt mit dem Bau, soll der Betrieb vorerst unter dem Dach des Familienclubs laufen. Ob man allenfalls später einen neuen Träger ins Leben ruft, sei noch offen. Erst wolle man Erfahrungen sammeln, wie gross der Aufwand sei. Und der Familienclub ist ja ein gutes Dach für das Projekt. An der GV hat dieser einen grossen Beitrag für den neuen Park gesprochen. Nicht wegen Präsidentin Diriwächter, im Gegenteil. «Ich habe einen kleineren Beitrag angefragt, als der Verein nachher gesprochen hat», freut sie sich. Der Betrag sei der Lohn für vier Jahre intensive Arbeit mit dem Ziel, Fahrwangen für Familien attraktiver zu machen. Und da passt so ein Fahr & Ride Park bestens ins Konzept.

