Paradies für die Sonnenscheine
25.06.2024 WohlenSchönes Jubiläumsfest
Klein, aber fein. 50 Jahre Kindertagesstätte Peter Dreifuss. Dieses halbe Jahrhundert wurde in Wohlen gefeiert. Und Vereinspräsident Paul Huwiler freute sich über das gelungene Pionierwerk.
Feierlichkeiten ...
Schönes Jubiläumsfest
Klein, aber fein. 50 Jahre Kindertagesstätte Peter Dreifuss. Dieses halbe Jahrhundert wurde in Wohlen gefeiert. Und Vereinspräsident Paul Huwiler freute sich über das gelungene Pionierwerk.
Feierlichkeiten rund um das Jubiläum 50 Jahre Kita Peter Dreifuss
Die Kindertagesstätte Peter Dreifuss ist zu einer Art Wohlfühloase geworden. Die Entstehung, die Entwicklung und die Nähe zu den Kindern sind speziell. Deshalb wurde das 50-Jahr-Jubiläum besonders gefeiert. Trotz viel Regen.
Daniel Marti
Es ist den Menschen pudelwohl in der Kindertagesstätte Peter Dreifuss, den kleinen und grossen Menschen sowie den Verantwortlichen gefällt es dort an der Oberen Farnbühlstrasse. Mittlerweile seit genau 50 Jahren. Und dieses halbe Jahrhundert wurde gebührend gefeiert; überall strahlende und zufriedene Gesichter. Trotz Regenwetter. Und trotz schwieriger Anfangsphase, als der Kinderhort noch «Asylo» hiess.
Heute steht die Kindertagesstätte prima da, vor allem dank vorbildlicher Unterstützung. Der Industrielle Peter Dreifuss war die treibende Kraft, der Gemeinnützige Ortsverein (GOV) leistete als Trägerverein immer wieder spezielle Engagements. Der Verein Kita Peter Dreifuss gibt der Kindertagesstätte den rechtlichen Rahmen. Und Vereinspräsident Paul Huwiler nannte die Kita Peter Dreifuss «für Wohlen systemrelevant». Er sei überzeugt, «dass Kitas in Zukunft immer wichtiger werden». Vier Gruppen à zwölf Kinder – manchmal bis zu 75 Kinder – verbringen einen Teil der Woche «hier in diesen grosszügigen Räumen und im Park».
«Paradies für Träumer»
In der Kita stehen die Kinder im Mittelpunkt. «Das hier sind alle unsere Sonnenscheine», sagte beispielsweise Bernadette Bühlmann und zeigte mit dem Arm auf die Bildergalerie der jungen Menschen, die gegenwärtig der Kita so viel Leben einhauchen. Die stellvertretende Kita-Leiterin führte gerne durch die hellen Räume, die Spielzimmer und den Lieblingsraum. «Paradies für Träumer» heisst der Ruheraum. Ab und zu zieht sie sich selber gerne dorthin zurück.
«Wir legen hier auch Wert auf Ordnung, das gehört zum Alltag», sagt sie noch und führt durch die Küche, die ebenso wichtig ist wie die Räume für die Mitarbeitenden und Lernenden. Früher waren dort im Obergeschoss die Ordensschwestern aus Italien einquartiert, in Spitzenzeiten waren es vier Betreuerinnen aus dem Süden, die kostenlos ihre Dienste leisteten.
Ein stetes Auf und Ab
Und das ist schon ein Stück Geschichte. Das «Asylo» war ein Projekt der italienischen Diaspora. Angefangen im Jahr 1972 – mitten in der schwierigen Zeit der Schwarzenbach-Initiative, die sich gegen eine «Überfremdung» der Schweiz wehrte. Der Einwohnerrat bewilligte einen Gemeindebeitrag von 250 000 Franken für den Kinderhort.
Nach einem Referendum kippte das Volk den Entscheid wieder. Und der Industrielle Peter Dreifuss brachte den fehlenden Gemeindebeitrag halt selber auf. So konnte am 8. Juni 1974 die Einweihung gefeiert werden. 865 000 Franken wurden gestemmt. «Ein Pionierwerk», so Paul Huwiler an der Jubiläumsfeier.
«Es war ein stetes Auf und Ab, ein ständiger Kampf um die Finanzen», blickte Huwiler zurück, «Vereinbarkeit von Arbeit und Familie war noch nicht in der Gesellschaft angekommen. Das ist heute etwas anders.» Denn Kitas mindern den Fachkräftemangel, «weil sie die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie erst möglich machen. Sie sind auch volkswirtschaftlich sinnvoll, weil sie es Frauen ermöglichen, im Arbeitsprozess zu bleiben», betonte Huwiler weiter. Aber letztlich geht es auch für Vereinspräsident Paul Huwiler bei den Kitas natürlich um die Kinder. Hier können Kinder «spielerisch den Umgang mit den Gleichaltrigen erlernen und üben. Kita-Erfahrungen wirken sich für die Kinder nur positiv aus.» Laut Huwiler erhöhen Kitas die Sozialkompetenz und sie fördern erst noch den Umgang mit der deutschen Sprache.
Stets gut versorgt und behütet
Und neben Schweizerdeutsch wurde während der 50-jährigen Kita-Geschichte hauptsächlich Italienisch gesprochen. Dies gilt heute noch. Und so leistete Acli Wohlen immer wieder wichtige Unterstützungen – von der anfänglichen Fronarbeit bis zu finanziellen Engagements. Dies war auch beim Jubiläum spürbar. So wurde die stellvertretende Leiterin Bernadette Bühlmann immer wieder auch von italienischstämmigen Gästen angesprochen. Logisch, denn sie ist seit 26 Jahren tätig in ihrer Wohlfühloase namens Kita Peter Dreifuss. Passend dazu gab es eine herzliche Begrüssung mit einer Person. Sie sei hier schon als kleines Kind gewesen und habe danach in der Kindertagesstätte gearbeitet, darum die herzliche Nähe. «Und ich wurde hier als kleines Kind immer sehr gut versorgt und behütet.»
Solche schönen Geschichten gibt es Hunderte rund um die Kita Peter Dreifuss. «Und allen, die sich in der Vergangenheit für die Kita Peter Dreifuss eingesetzt haben, gehört ein grosses Dankeschön», betonte Vereinspräsident Paul Huwiler. Und das sind enorm viele, denn die Kita Peter Dreifuss ist nicht nur ein Pionierwerk, sondern auch ein Gesellschaftswerk.





