Stimmvolk lehnt Schulhaus-Kredite und somit Strategie des Gemeinderats wuchtig ab
Die SVP feiert. Alle anderen Parteien und der Gemeinderat ringen nach Erklärungen, warum Wohlens Stimmvolk zwei Kredite bachab geschickt hat.
Daniel ...
Stimmvolk lehnt Schulhaus-Kredite und somit Strategie des Gemeinderats wuchtig ab
Die SVP feiert. Alle anderen Parteien und der Gemeinderat ringen nach Erklärungen, warum Wohlens Stimmvolk zwei Kredite bachab geschickt hat.
Daniel Marti
Das Stimmvolk dürfe sehr wohl unvernünftige Entscheidungen treffen. Das sagt Harry Lütolf, Sprecher für das Ja-Komitee, das sich für die Projektierungskredite der beiden Schulhäuser Junkholz und Bünzmatt ausgesprochen hat. Lütolf schiebt die Verantwortung auch gleich ab, die SVP habe diese zu tragen. Und dort schiebt man den Schwarzen Peter gleich wieder weiter. Die Volkspartei sei eben nahe beim Volk und spüre den Puls von Herrn und Frau Wohler, betont SVP-Präsident Roland Büchi. Diesen Draht hätten der Einwohnerrat und der Gemeinderat schon lange verloren, schiebt Renato Hübscher noch nach. Optimierung und Kostenbewusstsein sind laut Hübscher Bezeichnungen, die der Gemeinderat nicht kennt.
Bleibt der Gemeinderat, und der ist sehr enttäuscht über das Resultat. Mit 62,5 beziehungsweise 61,2 Prozent Nein-Stimmen ist das Verdikt krass ausgefallen, also kein Zufallsergebnis. Die Strategie des Gemeinderats sei wohl zu komplex und zu kompliziert gewesen, vermutet der verantwortliche Gemeinderat Thomas Burkard. Nun beabsichtigt er, einen runden Tisch einzuberufen. Dies scheint der einzige Weg zu sein, um zu mehrheitsfähigen Lösungen zu kommen und das gegenseitige Misstrauen wieder abzubauen. Denn die Schule Wohlen – das geht rasch vergessen – ist allen Beteiligten wichtig. Die SVP und der Gemeinnützige Ortsverein, Träger von sieben Kindergärten, sind bereit, an einem runden Tisch mitzuwirken. Das könnte ein guter Neustart sein.