Daniel Marti, Chefredaktor.
Es gab sie in Wohlen, die unsäglichen Sündenfälle. Etliche wunderbare alte Häuser wurden abgerissen und wurden somit Opfer des Renditedenkens. Villen und Zeitzeugen der Strohindustrie, das ...
Daniel Marti, Chefredaktor.
Es gab sie in Wohlen, die unsäglichen Sündenfälle. Etliche wunderbare alte Häuser wurden abgerissen und wurden somit Opfer des Renditedenkens. Villen und Zeitzeugen der Strohindustrie, das Güpfhaus mit Strohdach und das erste Schulhaus von Wohlen, später als altes Gemeindehaus bekannt, wurden dem Erdboden gleichgemacht. Das sind traurige Tatsachen.
Mit den Jahren hat jedoch eine Sensibilisierung Einzug gehalten. Restaurant Sternen, Isler-Villa oder das Schlössli wurden gerettet. Inzwischen wird für alte und historische Gebäude gekämpft. Gut so. Und Häuser, die als schützenswerte Bauten eingestuft werden, haben beste «Überlebenschancen».
Trotzdem: Nicht jedes alte Haus ist schützenswert. So wurde auch über das Lüthi-Tschiemer-Haus sachlich entschieden – das nun abgerissen werden darf. 226 Jahre alt, aber ohne Schutzanspruch. Das gilt es zu akzeptieren – damit etwas Neues entstehen kann. Damit die nahe am Zentrum liegende Friedhofstrasse belebt und zum Treffpunkt werden kann. Auch das hat eine Chance verdient.